Review: Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 1)

Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 1) (1)Paranormale Erscheinungen werden in der Regel als Humbug abgetan. Ist man jedoch allzu leichtgläubig, wird das Interessensspektrum gleich viel größer und Paranormales greifbarer. Dusk Maiden of Amnesia erzählt die geisterhafte Geschichte zwischen Mensch und Gespenst.

Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 1) (2)Die Handlung von Dusk Maiden of Amnesia dreht sich um den Schüler Niiya Teiichi an der Seikyō-Mittelschule, die eine schwierige Vergangenheit hat. Über die Zeit wurden dauernd neue Gebäude errichtet, um die Schule zu erweitern und irgendwann wurden die Räumlichkeiten nur noch sporadisch miteinander verbunden und das Korridorkonzept scheint sich in Sackgassen zu verlaufen. Des Weiteren geht an der Schule die Legende von einer Schülerin um, die vor sechzig Jahren hier ums Leben gekommen ist und nun als böser Geist durch die Gänge spukt. Diese sagenumwobene Gestalt geht ihm nicht mehr aus dem Kopf, sodass er sich eines Tages schließlich auf die Suche nach dem Gespenst macht. Als er eine verstaubte Abstellkammer findet, entdeckt er zugleich die Gebeine eines schon lange verstorbenen Menschen. Kurz darauf manifestiert sich die Tote, Kanoe Yūko, vor Teiichis Augen. Da er Yūko berühren kann, glaubt er ihr erst nicht, dass sie tatsächlich ein Geist ist. Als er jedoch bemerkt, dass nur er sie sehen kann und sie von den anderen Schülern ignoriert wird, ist das der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Teiichi möchte so gerne so viel mehr über Yūko erfahren, doch ist sie am typischen Syndrom eines Rollenspielcharakters zu Beginn der Weltenrettung erkrankt – sie leidet an Amnesie und kann sich deshalb an ihr früheres Leben nicht erinnern.

Spannendes Szenario

Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 1) (3)Um ihrem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen, wird kurzerhand die Abteilung für Paranormales gegründet. Besonders die leichtgläubige Okonogi Momoe setzt sich, ohne von Yūkos tatsächlicher Existenz zu wissen, für dieses Vorhaben ein und beschließt, sämtliche paranormale Ereignisse gründlich zu dokumentieren. Da es Yūko allerdings oft langweilig wird, ist die arme Momoe vor ihrem Schabernack nicht gefeit und wird mit umkippenden Steinen und wegrollenden Stiften an der Nase herumgeführt. Später stößt auch noch Kanoe Kirie zur illustren Truppe hinzu und sorgt dafür, dass Teiichis Wahrnehmung auf die Probe gestellt wird. Die ernste (und hintergründig auch traurige) Handlung, bei der es zwischen Yūko und Teiichi gelegentlich ein wenig knistert, funktioniert hervorragend mit dem eingesetzten Humor, der häufig auf den körperlichen Geschlechtsakt anspielt und kein Auge trocken lässt. In diesem Zusammenhang funktioniert auch die sehr gute deutsche Synchronisation. Man kann sagen, dass es die Tonspur problemlos mit dem guten japanischen Original aufnehmen kann. Amadeus Strobl, den viele wohl als Stimme von Son Gokū aus Dragon Ball Z Kai kennen, leiht Teiichi seine Stimme und Esra Vural schafft es wirklich mit Leichtigkeit als Yūkos Stimme sowohl Teeichi, als auch uns als Zuschauer zu verführen und an den Bildschirm zu fesseln.

Hypnotisierender Ersteindruck

Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 1) (4)Technisch bietet Dusk Maiden of Amnesia ein faszinierendes Bild, welches gleichermaßen düster, als auch fröhlich ausstaffiert wurde. Zusammen mit dem Soundtrack ergibt sich hier ein hypnotisierendes Gesamtbild, das vor allem durch die geschickt eingesetzten Lichteffekte unvergesslich bleibt. Leider bietet der wirklich tolle Anime im digitalen Bonusbereich nur ein Clear Opening und ein Clear Ending. Außerdem gibt es neben einem Trailer zum Manga von Dusk Maiden of Amnesia auch Trailer zu weiteren Kazé-Anime-Produkten. Allerdings bietet die erste Volume des Animes ein wirklich schönes Booklet. Dieses beinhaltet einen ausführlichen Episodenguide mit Randnotizen zu den ersten vier Folgen, die zusammen etwa einhundert Minuten Laufzeit einnehmen. Daneben gibt es Charakterprofile zu Okonogi Momoe und Kanoe Yūko und je eine Illustration zu den vier Episoden. Kurze Interviews mit Regisseur Ōnuma Shin, Yūkos Synchronsprecherin Hara Yumi, Charakterdesignerin Ban Yukiko und Momoes Synchronsprecherin Fukuen Misato geben einen interessanten Einblick in die Produktion. Dazu gibt es einige deutschsprachige Zeitungsartikel der fiktiven Dies-und-das-Zeitung, welche den Geschehnissen der Serie in redaktioneller Form folgen. Das Booklet wird zwar mit zwei kurzen, dafür aber exklusiven Manga-Kapiteln, hervorragend abgeschlossen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich Dusk Maiden of Amnesia erst gar nicht anschauen wollte. Die Handlung klang für mich einfach nicht spannend genug, sodass ich dem Anime lange genug aufgeschoben habe. Nachdem ich aber die ersten vier Folgen des Animes gesehen habe, bin ich eines besseren gelehrt worden. Die Serie ist wirklich ehr spannend geschrieben, kann mit interessanten und illustren Charakteren punkten, mich mit spontanen Wendungen überraschen und mich mit dem gelungenen Humor an den Bildschirm fesseln. Dusk Maiden of Amnesia ist ein Anime, den man am liebsten in einem Stück verschlingen will, da man nach jeder Episode sofort die nächste Folge sehen möchte. Das liegt wohl auch daran, dass Bild und Ton miteinander harmonieren und eine hypnotisierende Wirkung auf mich haben. Ich bin schon sehr gespannt, ob und wie es den Freunden gelingen wird, Yūkos Vergangenheit aufzudecken und mit welchen paranormalen Ereignissen sie dann konfrontiert werden. Wer sich auf Dusk Maiden of Amnesia einlässt, bekommt mit ersten Volume zumindest schon mal einen fulminanten Serienstart geboten – da kann eigentlich gar nichts mehr schiefgehen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 1)!

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