Review: Aku no Hana – Die Blumen des Bösen (Vol. 2)

Aku no Hana (Vol. 2) (1)Die erste Volume von Aku no Hana – Die Blumen des Bösen beziehungsweise die ersten sieben Episoden führten nach und nach zur unausweichlichen Katastrophe für den Protagonisten der Anime-Serie. Die sechs Folgen der zweiten Volume erreichen jedoch kaum diese Brillanz.

Aku no Hana (Vol. 2) (2)Am Ende der siebten Episode geschah in der Mittelschule von Kasuga Takao die Katastrophe. Takao stieg in der Nacht zusammen mit seiner Mitschülerin Nakamura Sawa durch ein offenes Fenster in die Schule ein. Sie verlangte von ihm, dass er auf der Tafel einen Aufsatz mit seinem Namen darunter verfassen soll, der ihn als den perversen Dieb der Sportsachen von seiner mittlerweile festen Freundin Saeki Nanako entlarvt hätte. Obwohl sich Takao gegen diese Aufforderung zunächst sträubte und Sawa sichtlich enttäuscht den Klassenraum verlassen wollte, begann er wie wild auf der Tafel zu schreiben und mit Tinte den Raum zu beschmieren. Die achte Folge beginnt nach der vermeintlichen Katastrophe mit ruhigen Szenen, doch die Idylle des Morgens wird jäh mit dem Weg zurück zur Schule unterbrochen. Takao hat mehr Glück als Verstand, denn sein Name wird glücklicherweise von der Tinte verdeckt, sodass der Verdacht unmöglich auf ihn fallen kann. Trotzdem bemerkt Nanako das Symbol auf dem Fußboden, das dem Cover von Takaos Lieblingsbuch, Die Blumen des Bösen, frappierend ähnlich sieht und stellt ihn zur Rede. Takao möchte die Romanze mit ihr beenden, doch Nanako fühlt sich nun nur noch mehr von ihm angezogen. Die Situation eskaliert in den folgenden Tagen, sodass Takao alles hinter sich lassen möchte und von Zuhause wegläuft.

Offenes Ende mit Flashforward

Aku no Hana (Vol. 2) (3)In den sechs Episoden der zweiten Volume, die zusammen eine Laufzeit von circa 150 Minuten einnehmen, geht es nicht mehr fortwährend darum, dass Takao die Hüllen seiner wahren Persönlichkeiten verlieren soll, damit seine perverse Natur zum Vorschein kommt. Viel mehr möchte der Anime deutlich machen, dass Takao Sawas Absichten verstehen will und beleuchtet das Thema Liebe und Abhängigkeit von dieser aus einem ganz anderen Blickwinkel. Hier leidet die Anime-Serie jedoch unter ein paar zu gestreckten und surrealen Szenen, welche die Story gefühlt in die Länge ziehen. Zudem werden wir als Zuschauer mit einem offenen Ende, welches sogar mit einem Flashforward Lust auf mehr macht, zurückgelassen. Zwar schließt sich der Kreis zum Auftakt der Serie wunderbar, doch ohne eine Fortführung im Sinne einer zweiten Staffel kann Aku no Hana nicht zufriedenstellen, zudem nicht einmal die Manga-Vorlage hierzulande erschienen ist und somit nicht als Ersatzdroge verwendet werden kann. Regisseur Nagahama Hiroshi hat zwar laut einem Interview Interesse daran, die Serie aus dem Jahr 2013 fortzuführen (zumal die Manga-Reihe 2014 abgeschlossen wurde), doch jedes weitere verstrichene Jahr lässt die Hoffnung ein wenig verschwinden. Auf der technischen Ebene bietet der Anime unverändert dieselben positiven und negativen Eigenschaften, die schon bei den vorherigen Episoden vorlagen.

Wahrer Fan-Service

Aku no Hana (Vol. 2) (4)Wie bei der ersten Volume von Aku no Hana setzt man auch bei der zweiten Ausgabe in Form von digitalem Bonusmaterial bis auf ein paar Trailern zu weiteren Kazé-Anime-Produkten auf ein physisches Booklet. In diesem sind abermals Erläuterungen zu sämtlichen Folgen der zweiten Volume enthalten. Diesmal wirken sie auch weniger aufgesetzt, da man auf allgemeine Erklärungen weitgehend verzichtet, sich mehr mit der Handlung des Animes auseinandersetzt und wichtige Informationen zu beiläufigen Elementen wie Kabuki-Holzpuppen liefert. In unseren Augen definitiv ein klarer Fortschritt, da das Verständnis für die Geschichte und die Hintergründe somit wesentlich gestärkt wird. Wie beim vorherigen Booklet unterstützt ebenfalls ein Interview, diesmal einzig und allein mit der Band Asa-chan & Junrei, das Gesamtbild. Es ist fraglich, warum man nicht weitere Interviews mit dem Regisseur, dem Produzenten, dem Manga-Zeichner oder gar den Verantwortlichen für das genutzte Rotoskopie-Verfahren abgedruckt hat, welche tiefgehende Einblicke in die Entstehung hätten vermitteln können. Besonders letzteres fehlt uns auch beim digitalen Bonusmaterial. Dafür entschädigen zwei eingedeutschte Manga-Auszüge aus der Sicht verschiedener Charaktere und ein knapper Aufsatz zum Gedicht „Das Ziel, wohin das Wasser fließt“ von Oshimi Shūzō – interessanterweise sowohl auf Deutsch, als auch auf Japanisch. Wahrer Fan-Service!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die ersten sieben Episoden von Aku no Hana – Die Blumen des Bösen finde ich absolut genial, denn der Anime möchte mir eine Coming-of-Age-Geschichte mit unkonventionellen Mitteln und einer deutlich von anderen Anime differenzierten Handlung vorstellen. Das gelingt dem Anime in der ersten Volume wie gesagt auch hervorragend, doch bei der zweiten Volume treten leider starke Ermüdungserscheinungen auf. Es gibt nur noch wenige Momente in der Geschichte, die mich wirklich mitreißen. Viel zu oft verfällt die Serie in einen müden Trott, in dem ruhige Momente vorherrschen und mit surrealen Erlebnissen untermauert werden. In meinen Augen ist das recht langweilig und so wirkt der Anime einfach nur noch gefühlt in die Länge gezogen; die Kernaussagen kommen etwas zu kurz. Außerdem haben die Köpfe hinter dem Projekt während der Produktion nicht gelernt, besser mit dem Rotoskopie-Verfahren umzugehen. Aku no Hana ist zwar einzigartig, weil er der erste Anime ist, der vollständig auf Rotoskopie basiert, doch abgehackte Animationen, unvollständige Gesichter und teilweise aufgesetzte Emotionen können sicherlich nicht im Sinne des Erfinders gewesen sein. Über das offene Ende im Anime ärgere ich mich jedoch am meisten, da die Reihe kurz vor Schluss noch einmal an Fahrt gewinnt, mit einem Flashforward auf künftige Ereignisse blickt und somit Lust auf mehr, genauer gesagt auf viel mehr, macht. Seit 2013 warten Fans nun auf die Fortsetzung, doch glaube ich nicht, dass wir diese in der nahen Zukunft zu sehen bekommen. Vielleicht schafft es stattdessen ja der Manga in hiesige Gefilde, denn wie die Geschichte um Takao, Sawa und Nanako ausgeht, will ich schon noch sehr gerne erfahren. Bis die Serie vielleicht fortgeführt oder ergänzt wird, kann man mit dem Kauf also warten, wenn einem eine vollständig abgeschlossene Serie wichtig ist. So bietet Aku no Hana nur einen bitteren Nachgeschmack, den man zwangsweise dulden muss.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Aku no Hana – Die Blumen des Bösen (Vol. 2)!

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