Review: Assassination Classroom (Vol. 4)

Assassination Classroom Vol. 4 (1)Die erste Staffel von Assassination Classroom neigt sich dem Ende zu. Auch wenn wir uns der Existenz der zweiten Season bewusst sind, sind wir doch gespannt, inwieweit die Schüler ihr Ziel, ihren bösartigen Lehrer aus dem Weltall zu töten, erreichen können.

Assassination Classroom Vol. 4 (2)Nach wie vor sind die Schüler mit Fleiß dabei, ihren schleimigen Lehrer Koro-sensei um die Ecke zu bringen. Dafür wird in den letzten fünf Folgen das finale Attentat der Kunugigaoka-Mittelschüler in die Wege geleitet. Alle Tugenden und Informationen, die sie in den vorherigen Episoden beziehungsweise in den bisherigen Kämpfen gegen das Alien gewonnen haben, müssen sie jetzt kombinieren und anwenden. Die letzten Folgen bieten allerdings noch einiges mehr, als nur die finale Auseinandersetzung zwischen Schüler und Lehrer. Auch einige der eher schweigsamen Schüler bekommen einen kurzen Moment der Aufmerksamkeit geschenkt, der reicht, um uns nötige Hintergrund- und Charakterinformationen zu liefern, die bestimmte Handlungen rechtfertigen. Warum allerdings Koro-sensei so agiert wie er es tut, erfahren wir auch in den letzten Folgen nicht – dafür unterhält er uns einmal mehr durch sein unvergleichbares Design und Verhalten. Mit dem gelben Oktopus hat Mangaka Matsui Yūsei wohl eine der einprägsamsten Manga-Figuren der letzten Jahre geschaffen, den niemand so schnell wieder vergessen kann. Deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass die Manga-Serie insgesamt knappe vier Jahre lang lief und auch eine zweite Staffel produziert von der Anime-Serie produziert wurde. Auch bei uns wird Assassination Classroom nächstes Jahr zu Ende geführt.

Überraschungen

Assassination Classroom Vol. 4 (3)Im finalen Story-Abschnitt werden wir von Assassination Classroom regelrecht überrascht. Die letzten fünf Folgen bekommen eine gänzlich andere Zielsetzung und einen eigenen Spannungsbogen spendiert. Dabei werden auch Ereignisse früherer Episoden aufgegriffen, womit der bisherig starke, episodische Charakter der Serie etwas in den Hintergrund gedrängt wird und Platz für eine mehrere Folgen umspannende Handlung eingeräumt wird. Schade, dass der Anime nicht von vorne hinein mehr auf seine Erzählung Wert gelegt hat, denn in den letzten Folgen wird bewiesen, dass er das Zeug dazu gehabt hätte. Das zweite wichtige Element, der Humor, wird dennoch nicht vernachlässigt. Kurze Humor-Einlagen heitern die Grundstimmung in regelmäßigen Abständen auf und wirken niemals fehl am Platz. Am lustigsten ist immer noch, dass die außergewöhnliche Beziehung zwischen Lehrer und Schüler völlig offen ausgelebt wird. Koro-sensei ist sich stets der Gefahr bewusst, die von den Killer-Schülern ausgeht. Trotzdem geht er mit Freude seinen Pflichten und Verantwortungen als Klassenlehrer nach. Als Bonusmaterial liegt diese Mal als kleines Schmankerl die zehnminütige Zusatzfolge bei, in der wir mehr über den ersten Kontakt erfahren, den Koro-sensei mit den Menschen aufgebaut hat. Wenn auch nur auf Japanisch verfügbar, verdeutlicht sie noch einmal wie absurd das ganze Setting eigentlich ist.

Das menschliche Alien

Assassination Classroom Vol. 4 (4)Die Serie wird sich ab und zu trotz der Mischung aus Action und Comedy nicht zu schade, auch ein paar kritische Töne anzuschneiden. In der E-Klasse, die von Koro-sensei unterrichtet wird, befinden sich diejenigen Schüler der Kunugigaoka-Mittelschule, die in den Prüfungen am schlechtesten abgeschlossen haben. Vor dem Abrutschen in diese eher verachtete und gemiedene Klasse haben alle Schüler enorme Angst. Der daraus resultierende Lerndruck ist vergleichbar mit dem gesellschaftlichen Schul- und Leistungsdruck, der in Japan herrscht – vom Pfad der gesellschaftlichen Akzeptanz möchte niemand gestoßen werden. Für Schüler der E-Klasse, die dazu noch im heruntergekommenen Teil der Schule untergekommen sind, ist es schon zu spät. Interessanterweise ist das Koro-sensei total egal, denn er tut sein Möglichstes, um auch die schwächeren Schüler zu unterstützen und ihnen zu besseren Noten zu verhelfen. Das Alien wird dadurch wesentlich menschlicher und hilfsbereiter dargestellt und besitzt mehr Empathie als viele andere (und menschliche) Lehrer – die Tatsache, dass er ja im Endeffekt die Erde zerstören will, formt nur einen der vielen Kontraste von Assassination Classroom. Obwohl viele Themen realitätsnah erscheinen, ist der Spaß immer noch das höchste Gut, das uns die Serie spendieren will und schafft dies ebenfalls im großen Staffelfinale.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Vom letzten Story-Abschnitt von Assassination Classroom bin ich regelrecht überrumpelt worden – aber auf eine positive Art und Weise! Wer nach den letzten Episoden dachte, dass die Serie genauso zu Ende geführt wird, irrt sich und wird vielleicht etwas enttäuscht sein – den letztendlichen Story-Verlauf fand ich aber frisch von der Idee und dazu noch sehr spannend. Insgesamt habe ich auch nicht mehr damit gerechnet, dass wir mehr über die Hintergründe von Koro-sensei und seinen Motiven erfahren. Darauf kann man sich dann wohl in der zweiten Staffel freuen. Genauso steht es um Koro-sensei generell, von dem ich inzwischen fast schon so etwas wie ein Fan geworden bin. Seine absurde Erscheinung, eingebettet in die reale Schulumwelt, sorgt regelmäßig für Unterhaltung – davon möchte ich gerne mehr sehen!

Vielen Dank an Peppermint Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Assassination Classroom (Vol. 4)!

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