Review: Lego Star Wars – Das Erwachen der Macht

Lego Star Wars - Das Erwachen der Macht (1)Die Lego-Star-Wars-Reihe blickt bereits auf drei Videospiele zurück, die sich mit mehreren Filmepisoden oder gar einem ganzen Serien-Franchise beschäftigt haben. Lego Star Wars: Das Erwachen der Macht stützt sich (fast) nur auf einen Film, ist aber trotzdem umfangreich.

Lego Star Wars - Das Erwachen der Macht (2)Im Vorfeld waren wir sehr skeptisch, ob Lego Star Wars: Das Erwachen der Macht mit der zweistündigen Filmvorlage inhaltlich überzeugen kann. Nach Beenden der Story-Kampagne lösen sich unsere Bedenken jedoch in Luft auf. Nach dem Prolog, der sich kurioserweise um die Schlacht von Endor am Ende der sechsten Filmepisode dreht, verfolgen wir ganze zehn Kapitel lang bis zum Epilog konsequent die Handlung des Films aus dem Jahr 2015. Zusätzlich schalten wir noch weitere und nicht weniger umfangreiche Levels frei, die sich mit Randgeschichten beschäftigen, deren mal mehr und mal weniger starker Einfluss auf die Filmhandlung stets spürbar ist. Das Spiel fängt also nicht nur die Story des Kinofilms ein, sondern bietet auch noch einen cleveren Mehrwert. So spielen wir nicht nur berühmte Filmmomente, wie die Flucht des Sturmtrupplers FN-2187 mit dem Widerstandskämpfer Poe Dameron von einem Sternenzerstörer oder den Angriff der Ersten Ordnung auf Maz Kanatas Schloss nach, sondern erfahren zum Beispiel durch Lor San Tekkas Rückkehr, wie ein Teil der Karte, die zu Luke Skywalker führen soll, auf dem Planeten Jakku gelandet ist. Nicht immer werden diese Story-Abschnitte spannend erzählt. Oft fühlen sie sich in die Länge gezogen an, was aber daran liegt, dass wir beim ersten Durchspielen nicht alle Geheimnisse eines Levels lüften können.

Unverändertes Gameplay

Lego Star Wars - Das Erwachen der Macht (3)Erst im freien Spiel dürfen wir mit all unseren erspielten und freigeschalteten Charakteren zurückkehren und alle Winkel des Levels erkunden. Das Gameplay des Spiels orientiert sich hier leider weitgehend und auch unverändert an den vorherigen Lego-Videospielen mit Filmlizenz. Wir zerstören Lego-Modelle, sammeln so genannte Studs ein, mit denen wir anschließend außerhalb des Levels Bonus-Inhalte freischalten dürfen und bauen diverse Modelle wieder zusammen, um im Level vorankommen zu können. Oft stellen sich uns bei unserem Unterfangen, die Galaxis zu retten, die Sturmtruppen des Feindes entgegen, die wir dann besiegen müssen. Das haben wir schon unzählige Male zuvor in ähnlicher Form gesehen und ist auch diesmal sehr anspruchslos. Jüngere Spieler, die Kernzielgruppe des Spiels, dürften sich daran aber wohl kaum stören – und auch älteren Semestern macht das Sammeln und Freischalten von Boni definitiv Spaß. Der zu leichte Schwierigkeitsgrad ist aber keine Entschuldigung dafür, dass sich die meisten Rätsel ständig wiederholen. Da will ein Computer bedient, ein Stab in eine Einkerbung gesteckt, um einen Mechanismus auszulösen oder Lego-Platten auf dem Boden verteilt werden, um Kisten darauf verschieben zu können. Beim ersten Mal macht das noch Spaß, doch beim gefühlt zwanzigsten Mal stört es uns nur noch ungemein.

Filmlizenz als Pluspunkt

Lego Star Wars - Das Erwachen der Macht (4)Positiv ist jedoch zu erwähnen, dass wir dabei ständig zwischen den vielseitigen Charakteren wechseln müssen, um ihre individuellen Fähigkeiten zu nutzen und zu kombinieren. Besonders wenn man Lego Star Wars: Das Erwachen der Macht lokal zu zweit vor dem heimischen Fernseher spielt, geht diese Rechnung wunderbar auf. Einen Online-Modus gibt es nach den unzähligen Forderungen in den letzten Jahren jedoch immer noch nicht. Unterm Strich punktet der Titel wie seine Filmlizenzvorgänger abermals mit dem tollen Filmsoundtrack, mit fast allen originalen deutschen Synchronsprechern und einem gelungenen Humor, der trotz der weitgehend ernsten Thematik der Filmvorlage dezent und wirklich passend  im Spiel verarbeitet ist. Wer sich daran erinnert, dass der Schauspieler Daniel Craig im Film einen kurzen Auftritt als Sturmtruppler hatte, wird an ähnlicher Stelle im Videospiel über eine kurze, aber prägnante James-Bond-Anspielung schmunzeln müssen. Möchte man nur die Kampagne spielen, wird man trotz repetitiver Elemente zehn Spielstunden gut unterhalten. Wagt man sich auch an die Nebenhandlungen und -missionen heran oder macht es sich sogar zur Aufgabe, jedes Mysterium des Spiels zu lösen, ist man gut und gerne die doppelte bis dreifache Zeit mit Lego Star Wars: Das Erwachen der Macht beschäftigt. Ein kleines Umfangsmonster eben!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Wii-U-Fassung): Vor Spielbeginn war ich noch sehr skeptisch, ob Lego Star Wars: Das Erwachen der Macht mit einer nur zweistündigen Filmvorlage überhaupt umfangreich sein kann. Nach dem Durchspielen weiß ich nun, wie man die Levels dermaßen strecken kann, ohne dass einem wirklich langweilig dabei wird. An allen Ecken und Enden warten Geheimnisse auf mich, die gelöst werden wollen. Der zweite Durchgang macht dann ungleich viel mehr Spaß, da ich dann alle freigeschalteten Charaktere nutzen darf und so wirklich alle Mysterien lüften kann. Dazu kommen kleine und große Nebenmissionen in den verschiedenen Oberwelten des Spiels, für die ich goldene Legosteine erhalte, mit denen ich wiederum weitere Bonus-Levels freischalte, um mehr über die Nebengeschichten zu erfahren. Dazu kommt die tolle Präsentation, denn mit dem Filmsoundtrack, sehr viel Charme und den überwiegend originalen deutschen Synchronsprechern kommt der Humor des Titels wunderbar zur Geltung. In diesem Punkt macht Lego Star Wars: Das Erwachen der Macht wie die meisten seiner Filmlizenzvorgänger also wirklich so ziemlich alles richtig, was man nur richtig machen kann. Ich finde es nur mehr als schade, dass die Entwickler das Konzept der Spiele nicht erweitern oder gar verbessern wollen. Ich erledige weitgehend immer noch dieselben Aufgaben wie vor gefühlt zehn Jahren. Natürlich richtet sich der Titel in erster Linie an eine junge Zielgruppe, doch auch die wächst heran und möchte die Faszination der Spiele in einem neuen Licht sehen. Hoffen wir also mal, dass die Macht nicht nur im Spiel, sondern auch bei den Entwicklern erwacht. Verdient hätten es die sonst richtig tollen Spielen definitiv!

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