Review: Re: Hamatora (Vol. 3)

re-hamatora-vol-3-1Nachdem die ersten beiden Volumes von Re: Hamatora die Geschichte von Hamatora – The Animation gekonnt fortgeführt haben, kehrt mit der dritten Volume zwar kein Stillstand, aber zumindest ein wenig Ruhe ein. Die düstere Handlung wird mit reichlich Humor aufgelockert.

re-hamatora-vol-3-2Am Ende der sechsten Episode lag plötzlich ein großer Beutel vor dem Yokohamaer Café, in dem Naisu und seine Freunde ihre Detektei leiten. Als Naisu den Reißverschluss öffnet, muss er eine schreckliche Entdeckung machen. Sein guter Freund Murasaki befindet sich im Beutel – noch dazu vermeintlich tot. Zu Beginn der siebten Folge bemerken die Freunde jedoch, dass er noch sehr schwach atmet. Also bringen sie ihn ins nächste Krankenhaus, um sein Leben zu retten. Ob – und ulkigerweise wie oft – Murasaki tatsächlich gerettet werden kann, wollen wir an dieser Stelle gar nicht weiter thematisieren. Fakt ist aber, dass gerade diese siebte Episode einen wichtigen Wendepunkt in der Anime-Serie Re: Hamatora darstellt. Während die Story in den vorherigen Folgen immer düsterer geworden ist, lockert man mit den Geschehnissen in Murasakis Krankenzimmer diese Atmosphäre mit lustigen Anekdoten und überraschenderweise mit Slapstick-Humor wieder auf. Ebenso werden ihre Feinde bei ihren Arztbesuchen gezeigt, die nicht weniger lustig ausfallen. Im Angesicht der bedrohlichen Lage schadet man der Handlung damit jedoch mehr, als dass man sie sinnvoll fortführen würde. Dennoch sorgt Murasakis Krankenhausaufenthalt dafür, dass sich die zwischenmenschliche Beziehung zwischen ihm und Naisu weiterentwickelt. Die eigentliche Story läuft nur im Hintergrund weiter.

Alles nur Theater

re-hamatora-vol-3-3Mit der Zeit erfahren wir auch, dass Āto nicht gänzlich selbstständig operiert, sondern auf die Worte seiner nun enthüllten Auftraggeberin hört. Ähnlich sieht es mit seinen neuen Freunden aus, die ebenfalls nicht ziellos agieren und auch von einer Person kontrolliert werden, die im Hintergrund die Strippen zieht. Wie genau diese Verbindungen im Kontext eingeordnet werden können, solltet ihr jedoch unbedingt selbst herausfinden. Während sich politische Organisationen immer mehr gegen die nicht behördlich registrierten Minimum Holders auflehnen, versuchen Āto und seine Handlanger jedoch, genau diese für ihr neues Vorhaben, einen eigenen und von Japan unabhängigen Staat zu gründen, anzuwerben. Hauptsächlich konzentriert man sich in der dritten Volume von Re: Hamatora jedoch auf die Beziehung zwischen Naisu und Hajime, die schließlich in einer Probe zu einer Theateraufführung von der Erzählung Taketori Monogatari gipfelt. Wichtig ist aber vor allem Hajimes Entscheidung, sich am Ende der siebten Folge freiwillig entführen zu lassen. Man verspricht ihr Informationen über ihre Vergangenheit, die sie unlängst vergessen hat. Sie wird in einen Raum mit grässlichen Kreaturen gesperrt, um ihr Minimum entfalten zu können. Naisu und Co machen sich Sorgen und suchen Yokohama nach ihr ab, bis sie schließlich einen Tipp erhalten und zur Rettung schreiten.

Reise ins gelobte Land

re-hamatora-vol-3-4Die politischen und religiösen Motive, die in der zweiten Volume bereits aufgegriffen worden sind, kommen auch in der dritten Volume wieder zur Sprache und werden sogar geschickt miteinander verwoben. So stellt sich Āto der Öffentlichkeit zwar nicht mehr als Prophet oder Erlöser vor, wie er von den Minimum Holders gesehen wird, predigt aber stattdessen von einem Staat, in welchem alle Minimum Holders ohne Einschränkungen in Freiheit leben dürfen. So gelingt es den kreativen Köpfen hinter dem Projekt, mit zwielichtigen Aussagen durchgehend für Spannung und für viele Fragen zu sorgen. Man kann als Zuschauer nicht wissen, welche Pläne Āto, seine Verbündeten und vor allem die bereits mehrmals erwähnte und jüngst eingeführte Übeltäterin Saikyō verfolgen. Neben der gemeinsamen Vergangenheit zwischen Naisu und Hajime erfahren wir außerdem, dass ihr Freund Reshio ebenfalls noch eine sehr wichtige Rolle spielen wird. Diese Entscheidungen finden wir unterm Strich sogar sehr gut, da nach der etwas ruhigeren dritten Volume die vierte und letzte Ausgabe der zweiten Staffel in einem grandiosen Finale gipfeln kann. Wir sind zuversichtlich, dass dem Produktionsteam nach dem furiosen Ende der ersten Staffel dieser Schritt durchaus gelingen kann – schließlich war es das Team selbst, das nach drei tollen Volume die Messlatte deutlich hochgelegt hat.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die ersten beiden Volumes von Re: Hamatora haben die Geschichte von Hamatora – The Animation fantastisch fortgeführt und mit sehr düsteren Elementen sogar erwachsen gemacht. Entsprechend war ich beim Anschauen der dritten Volume der zweiten Staffel ein wenig enttäuscht. Man war bezüglich des Ablebens einer bestimmten Figur einfach nicht konsequent und hat die Story – noch dazu mit sehr viel unpassendem Humor in der bedrohlichen Lage – einfach wieder so hingebogen, dass es passt. Natürlich freue ich mich darüber, dass der entsprechende Charakter auch weiterhin mit von der Partie ist, aber wenn man mit der Endgültigkeit spielt, sollte man auch den Mumm haben, sich dieser zu fügen. Fernsehserien wie Game of Thrones funktionieren gerade deswegen sehr gut und Anime-Produktionen, die aufgrund weniger Episoden nur wenig Raum haben, sich zu entfalten, sollten unbedingt davon lernen. Trotzdem kann auch die dritte Volume von Re: Hamatora die Geschichte vorantreiben und sogar die Weichen für ein spannendes Finale stellen, in dem grundsätzlich alles passieren kann. Ich freue mich schon sehr darauf!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Re: Hamatora (Vol. 3)!

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