Review: Punch Line (Vol. 3)

punch-line-vol-3-1Während die wahnwitzigen Grundlagen für die Anime-Serie Punch Line in der ersten Volume gelegt worden sind, konnte die zweite Ausgabe die irre Handlung konsequent fortführen. Wir freuen uns darüber, dass die dritte Volume sehr gut an der erreichten Klimax anknüpfen kann.

punch-line-vol-3-2Der Serienauftakt von Punch Line bekommt direkt zu Beginn der dritten Volume eine neue Bedeutung. Wir erinnern uns: Die Busfahrt von Iridatsu Yūta und seiner Nachbarin Chichibu Rabura entwickelte sich zur Tortur. Eine Bande Übeltäter hat den Bus entführt und für Angst und Schrecken bei den Fahrgästen gesorgt, sodass Rabura bewusstlos wurde und Yūta ein Blick auf ihr Höschen werfen konnte, um schließlich ungeahnte Kräfte freizusetzen – nur um mit fatalen Folgen aus dem Bus geschleudert zu werden. Als er wieder zu sich kommt, ist es die sprechende Katze Chiranosuke, die ihm erklärt, dass er mit diesem Vorfall seine Existenz als Mensch aufgegeben hat und nun sein Dasein als Geist fristen muss. Der Rest der Geschichte, also welche Hintergründe die verschiedenen Charaktere in Yūtas Wohnhaus haben und welche Rolle sie für sein Leben spielen, dürfte allen Zuschauern der ersten beiden Volumes durchaus bekannt sein – und das sollte es auch, wenn man sich für die dritte und vorletzte Ausgabe der Anime-Serie interessiert. Mit den gewonnenen Geisteskräften, die Yūta ganze sechs Folgen lang mühsam erlernen konnte, war es ihm am Ende der sechsten Episode endlich möglich, zum Beginn seiner Reise in die Geisterwelt zurückzukehren. Allerdings erwacht der Bursche nicht in Geistergestalt, sondern in seinem menschlichen Körper wieder zum Leben.

Dämmerung des ersten Tages

punch-line-vol-3-3Zurücklehnen darf sich Yūta aber definitiv nicht, denn nach wie vor rast angeblich ein Komet auf die Erde, der am Neujahrsabend einschlagen soll. Yūta bleiben also, beginnend vom 21. Dezember, genau zehn Tage, um das drohende Unheil abzuwenden. Glücklicherweise verfügt er als Mensch immer noch über einige seiner erlangten Geisterkräfte – er ist zu einem Medium geworden und kann sich weiterhin mit Chiranosuke verständigen. Obwohl er nur zu gerne in den Verlauf der Zeit eingreifen will, schiebt ausgerechnet Chiranosuke diesem Vorhaben einen Riegel vor. Er kennt die Gefahren, da bereits Millionen Menschen vor Yūta ebenso die Chance hatten, das Schicksal zu verändern und dabei kläglich scheiterten. Um das Leben der Menschheit zu retten, muss Yūta vorsichtig vorgehen und sich keine Fehler leisten. Durch die andere Sichtweise erfahren wir in den drei Episoden der dritten Volume bekannte Situationen kennen, deren Hintergründe uns jedoch erst jetzt erschließen. Die Anime-Serie beginnt damit, aufgeworfene Fragen peu á peu zu beantworten. So erfahren wir unter anderem, warum sich das Nandala Gandala bereits die ganze Zeit in Yūtas Zimmer befunden hat, warum eine Seite des Werks mit einer bestimmten Begrifflichkeit beschrieben ist, warum sein Zimmer mit Talismanen verklebt ist und wer sich eigentlich hinter dem Pseudonym Miyazawa Kenji verbirgt.

Zwei Blickwinkel, ein Humor

punch-line-vol-3-4Dieses Konzept, ein und dieselbe Geschichte aus zwei verschiedenen Blickwinkeln zu erzählen, ist sicherlich nicht neu und wurde bereits in Anime wie Tōkyō Marble Chocolate aufgegriffen. Allerdings erhält die Handlung durch die Zeitreisethematik eine ganz neue Tiefe und das Fehlen von bestimmten Fähigkeiten als Mensch macht die Story von Punch Line endlich richtig spannend. Darunter leidet jedoch auch ein wenig der Humor. Zwar ist die Handlung in unseren Augen immer noch sehr verrückt gestaltet, doch nachdem der Serienauftakt das Fass fast schon zum Überlaufen gebracht hatte und die zweite Volume daran noch anknüpfen wollte, ist der Witz in den Episoden der dritten Ausgabe fast gar nicht mehr zu spüren. Dazu sei aber noch gesagt, dass viele Szenen mit ihrem trockenen Humor bereits aus den ersten beiden Volumes bekannt sind und vielleicht gerade deswegen nicht mehr ganz so überzeugen können. Daran muss die Anime-Serie im großen Finale unbedingt schrauben, um zumindest eine innere Geschlossenheit andeuten zu können. Die restliche Veröffentlichung wird von den bekannten Defiziten geplagt. Zwar ist das Bild nach wie vor sehr scharf, doch könnten die Animationen besser ausfallen. Der Soundtrack passt zwar jederzeit zum Geschehen, doch sollte man in der dritten Volume wieder die japanische Tonspur der deutschen Synchronisation vorziehen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nach der ersten Serienhälfte von Punch Line wusste ich nicht, wie man die Geschichte dieser Anime-Serie noch vorantreiben will – schließlich wirkte das Ende der sechsten Episode auf mich wie ein apokalyptisches Omen. Durch den Zeitsprung zur ersten Folge rückt das anstehende Finale wieder in unerreichbare Ferne, wodurch sich gänzlich neue Möglichkeiten in der Serienhandlung auftun. Diese werden auch weitgehend genutzt, indem man die bekannten Situationen aus einem anderen und zuvor kaum genutzten Blickwinkel erzählt, Antworten auf meine Fragen gibt und zudem Spekulationen ermöglicht, wie man Punch Line in der nächsten Volume beenden möchte. Obwohl auch die dritte Volume nur knapp über die Mittelmäßigkeit hinauskommt, mag ich die wahnwitzige Story, die sich mittlerweile fast schon wie ein Mosaik zusammensetzt. Ich bin gespannt, ob das letzte Puzzle-Stück in der nächsten Ausgabe in den Rahmen passt – oder ob ich vor einem Scherbenhaufen stehen werde. Punch Line traue ich nämlich (leider) wirklich beides zu.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Punch Line (Vol. 3)!

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