Review: River City: Tōkyō Rumble

river-city-tokyo-rumble-1Hierzulande ist die Kunio-kun-Reihe nahezu unbekannt. Am ehesten dürften europäische Videospieler den Titel Street Gangs für das Nintendo Entertainment System aus dem Jahr 1989 kennen – und genau auf diesem Spiel baut River City: Tōkyō Rumble unverkennbar auf.

river-city-tokyo-rumble-2Angesiedelt ist das Spiel in der titelgebenden und gleichnamigen Stadt Tōkyō. Hier geht unser Protagonist Kunio auf die Nekketsu-Oberschule. Anstatt sich jedoch mit den Unterrichtsinhalten zu beschäftigen, treibt er viel lieber seine Lehrerin Madoka zur Weißglut. Unter anderem bezeichnet er sie als „Babe“, zumindest in der englischsprachigen Fassung, die hierzulande zum Download angeboten wird. Als ein Schulkamerad von einer rivalisierenden Bande vor den Toren der Nekketsu-Oberschule brutal verprügelt wird, schwört Kunio sofort Rache. Jeden Nachmittag nach dem Unterricht, dem der Rabauke ulkigerweise nicht fernbleibt, macht er sich zusammen mit seinen Freunden auf den Weg, den Großstadtdschungel von Tōkyō zu erkunden, anstatt sich auf die bevorstehenden Prüfungen vorzubereiten. Unter anderem sind wir in River City: Tōkyō Rumble in den Tōkyōer Stadtteilen Akihabara, Asakusa, Ikebukuro, Shibuya und Shinjuku unterwegs. Trotz ihrer recht frappierenden Ähnlichkeit zu den 8-Bit-Ursprüngen des Spiels, gibt es auch hier einige Anlehnungen an die realen Schauplätze. So finden wir in Shinjuku unter anderem auch das Tor, das ins Rotlichtviertel Kabukichō führt und vor allem Yakuza-Fans sehr bekannt vorkommen sollte. Nichtsdestotrotz ist Sightseeing nicht die Aufgabe von Kunio und seinen Freunden, sondern das Verdreschen von Gegnern.

(Zu) einfaches Konzept

river-city-tokyo-rumble-3Aus der Seitenansicht bewegen wir Kunio quasi durch einen dreidimensionalen Raum, in dem wir nach hinten und nach vorne gehen und nach einem Sprung zumindest noch Angriffe ausführen können. Sobald wir ein neues Gebiet betreten, kommen unsere Feinde auch schon angelaufen, sodass wir unserer Konkurrenz mit allerlei Kampftechniken das Fürchten lehren müssen. Zunächst treten oder schlagen wir nur um uns, doch sobald wir den Gegnern ihr Geld abgeknöpft haben, investieren wir dieses in Schriftrollen, die uns neue Attacken bescheren. In River City: Tōkyō Rumble sammeln wir, anders wie im Original, für Level-Aufstiege zudem auch noch Erfahrungspunkte. Mit der Zeit können wir uns somit immer mächtigeren Feinden stellen, ohne uns zwangsweise in Sportgeschäften mit Schutzgegenständen auszurüsten. Sollte unsere Ausdauer, quasi die Lebensenergie im Spiel, zur Neige gehen, hilft ein Besuch in einem Restaurant weiter. Notfalls nehmen wir Fastfood und Co einfach mit und verwenden es wie Medizin einfach mitten im Kampf. Das Konzept von River City: Tōkyō Rumble ist in der kurzen Einmalspielzeit von etwa vier Stunden schnell verinnerlicht. Wer länger Spaß mit dem Spiel haben will, darf Nebenmissionen absolvieren oder sich im kurzweiligen Mehrspielermodus lokal mit Freunden die Köpfe in einem Battle-Royal-Dodgeball-Match einschlagen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Ich habe sehr viel Spaß mit River City: Tōkyō Rumble gehabt. Das liegt daran, dass ich das eingängige Spielsystem inklusive der 8-Bit-Retro-Grafik und des kultverdächtigten Soundtracks sehr mag und ich mich auch einfach mal zwischendurch während einer Bahnfahrt oder kurz vor dem Schlafengehen ins Geschehen regelrecht einprügeln kann. Zudem kann ich nach dem sehr kurzen Story-Modus die Handlung immer wieder von vorne spielen und meine Charakterwerte jedes Mal dabei auch behalten. Das motiviert mich durchgehend, auch die restlichen Charakterprofile und Musikstücke freizuschalten. Allerdings muss ich auch sagen, dass das Spiel für das einmalige Durchspielen einfach viel zu wenig bietet. Das schmalspurige Konzept ist zudem darauf ausgelegt, nur kurzweilig zu unterhalten. Warum man die Geschichte nicht noch etwas gestreckt hat oder gar einen alternativen Handlungsverlauf integriert hat, ist mir schleierhaft. Da kann auch der, leider nicht nur lokale, Mehrspielermodus nicht viel helfen. Sicherlich macht es für fünf bis zehn Minuten Spaß, sich mit Freunden die Köpfe einzuschlagen, aber das war es dann leider auch schon. Ein kooperativer Story-Modus hätte hier sicherlich das eine oder andere Spielspaß-Wunder bewirkt.

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