Review: Gravity Rush 2

Gravity Rush (1)Angefangen als klitzekleiner PlayStation-Vita-Geheimtipp, konnte sich Gravity Rush inzwischen zu einer Sony-Marke mit einigen Fans mausern. Genau jene Marke wird mit einem zweiten Teil, nun auf der wesentlich verbreiterten PlayStation 4, fortgesetzt.

Gravity Rush (2)Gravity Rush nimmt den Begriff Open World so wortwörtlich wie kaum ein anderes Spiel. Mit einer schwerelosen Freiheit, die wir sonst nirgends finden, brausen wir mit unserer Spielfigur Kat ungehindert durch die Spielwelt. Das erlaubt ihr die ominöse schwarze Katze Dusty seit 2012 auf der PlayStation Vita. Ganz allein durch die Fähigkeit der Schwerkraftkontrolle wird jeder erdenkliche Punkt am Horizont als neuer Boden festgelegt, sodass wir mit ständiger Justierung der Richtung wortwörtlich kontinuierlich durch die Welt fallen und jede Oberfläche zum neuen Fußboden machen. Als Spielwelt hält nicht mehr Hekseville her, sondern eine gänzlich neue Stadt mit unterschiedlichen Gebieten, die auf den unhandlichen Namen Jirga Para Lhao hört. Genauso wie im ersten Teil versucht Herumtreiberin Kat über die Runden zu kommen, indem sie den Bewohnern hilft. Auf bekannte Gesichter dürfen sich Kenner einstellen, denn nicht nur Raven und Syd nehmen wieder einmal wichtige Rollen ein. Nach und nach entfaltet sich erneut eine sympathische Geschichte um die dort lebenden Menschen, Konflikte und natürlich Kat selbst. Auch die Gegner aus dem ersten Teil, die Nevi, mischen wieder mit. Die fröhliche Grundstimmung des Spiels wird nicht selten von politischen und erwachsenen Themen überschattet, mit denen Kat konfrontiert wird. Die leichte Schicht der Absurdität und Komik geht aber niemals verloren.

Federleicht und brockenschwer

Gravity Rush (3)Im Mittelpunkt von Gravity Rush steht trotzdem zu jeder Zeit das Gameplay. Die grundlegenden Fähigkeiten unserer Spielfigur sind gleich geblieben. Neben der Schwerkraftmanipulation ist Kat in der Lage, mittels Gravitationsgleiten auf jedem Untergrund hinweg zu surfen. Um sich gegen die Nevi zur Wehr zu setzen, teilt sie im Nahkampf recht gut aus. Effektiver sind allerdings ihre besonderen Fähigkeiten: Der Gravitationskick zielt Gegner an und beschießt sie mit dem eigenen Körper regelrecht wie mit einem Pfeil. Verbessert wurde das Stasisfeld. Damit heben wir herumliegende Gegenstände und auch Gegner in die Luft und verwerten sie als Wurfobjekte. Dieser Angriff ist nun besonders effektiv und funktioniert im Gegensatz zum Vorgänger reibungs- und fehlerlos. Fähigkeiten werden mit Juwelen aufgewertet; diese sind in der Spielwelt verteilt und sorgen dafür, dass wir die Spielwelt auch aus allen Winkeln inspizieren, um möglichst viele Kristalle einzuheimsen. Bei Herausforderungen werden wir ebenfalls mit der rosa Währung belohnt, nicht aber bei gewöhnlichen Aufgaben und Nebenquests. Völlig neu sind zwei Gravitationsmodi, in denen Kat sich ab einem bestimmten Zeitpunkt in der Story versetzen kann. Im Luna-Modus wird sie federleicht, bekommt besondere Sprungkräfte und kann sich für Angriffe teleportieren, während sie im Jupiter-Modus ihren Angriffen durch die erhöhte Schwerkraft mehr Schlagkraft verpassen kann.

Wie ein Fisch im Wasser

Gravity Rush (4)Was das Missionsdesign angeht, beschränkte sich dieses im PlayStation-Vita-Vorgänger meist nur auf das Fliegen von Ziel zu Ziel und dem Besiegen von Gegnern – Gravity Rush 2 hat daran nur wenig geändert. Auch unausgeglichene Stealth-Missionen und -Aufgaben, bei denen wir ziellos herumlaufen, um Leute zu befragen, stehen konträr zum flügellosen Fluss des restlichen Gameplays. Überrascht wurden wir dagegen von der Dichte an Wendungen innerhalb der meisten Missionen. Die Geschichte nutzt das Potential der großen und abwechslungsreichen Spielwelt erzählerisch vollkommen aus. Die Handlung ist zwar nicht mehr auf die Handheld-Möglichkeiten limitiert, dennoch präsentiert sich Gravity Rush weiterhin in seinen klassischen Comic-Panels. Gravity Rush 2 ist eine wesentlich buntere Erfahrung, während der Vorgänger auf der PlayStation Vita noch auf grün-braune Farbtöne setzte. Mehr Details und vor allem Umgebungselemente gehören auch dazu. Die Straßen von Jirga Para Lhao sind belebt und mit zahlreichen unterschiedlichen Objekten bestückt. Dieser Detailreichtum hat allerdings auch seinen Preis: Auffällige Pop-ups von Umgebungselementen stechen ab und an ins Auge. Das stört den sonst tollen Gameplay-Fluss glücklicherweise aber kaum.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit: Ich bin sehr froh, dass wir ein weiteres Spiel mit Kat und ihren besonderen Fähigkeiten bekommen haben. Nicht nur das; mit Gravity Rush 2 wird das einzigartige Spielprinzip auf der PlayStation 4 zum einen einem größerem Publikum präsentiert und zum anderen auch noch sinnvoll erweitert. Das insgesamt sehr interessante Setting nutzt die Möglichkeiten der Konsole voll aus, um eine große und abwechslungsreiche Welt zu präsentieren. Kat selbst hat ebenfalls einige neue Fähigkeiten spendiert bekommen, die perfekt zur Schwerkraft-Manipulation passen. Luna- und Jupiter-Modi sind für besondere Spielsituationen zugeschnitten, wodurch sich der regelmäßige Wechsel zwischen den Fähigkeiten nicht nur anbietet, sondern zur Pflicht wird. Der eher langsame Einstieg kann abschreckend wirken und ist zusammen mit dem teils öden Quest-Design mein Hauptkritikpunkt. Ansonsten kann ich dieses Spiel jedermann uneingeschränkt ans Herz legen!

Vielen Dank an Sony Interactive Entertainment für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Gravity Rush 2!

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