Review: Food Wars (Vol. 1)

Nachdem zahlreiche Anime sich Robotern, starken Kämpfern, dem Übernatürlichen und dem Mysteriösen gewidmet haben, musste es früher oder später auch ein alternatives Werk wie Food Wars, das sich mit dem Kochen und Genießen von Mahlzeiten beschäftigt, geben.

Im Mittelpunkt der Geschichte von Food Wars steht der fünfzehnjährige Yukihira Sōma, der gerade seine Zeit auf der Mittelschule beendet und in letzter Sekunde dafür gesorgt hat, dass das Restaurant seines Vaters Yukihira Jōichirō nicht geschlossen werden und einem Wolkenkratzer weichen muss. Eigentlich hatte er vor, fortan Tag und Nacht nur noch im Restaurant seines Vaters zu arbeiten, um der beste Koch weit und breit zu werden. Schließlich basiert ihre Vater-Sohn-Beziehung darauf, sich ständig in Kochwettbewerben zu messen. Da diese jedoch ständig von Jōichirō gewonnen werden, beschließt er plötzlich, damit sein Sohn seine Kochfähigkeiten verbessern kann, das Restaurant für einige Jahre zu schließen und in New York City in einem Nobelhotel als Koch zu arbeiten. Sōma nimmt er allerdings nicht mit auf die Reise. Diesen schickt er auf die Tōtsuki-Kochschule, der besten Oberschule für Köche auf der Welt. Hier wird die Elite ausgebildet und mit dieser wird Sōma direkt konfrontiert. Da er nicht aus einer höheren Gesellschaftsschicht stammt, wird er zunächst von seinen Mitschülern und sogar seiner Prüferin Nakiri Erina beim Eignungstest belächelt. Obwohl Erina von seiner Kreation wirklich angetan ist, lässt sie ihn durchfallen. Nur durch einen glücklichen Zufall meint es das Leben gut mit Sōma, sodass er dennoch an der Kochschule angenommen wird.

Das Auge isst mit

In den sechs Episoden der ersten Volume geht es vor allem um die ersten Tage an der neuen Oberschule. Unter anderem wird demonstriert, wie der Unterricht an der Tōtsuki-Kochschule aufgebaut ist und wie zwischenmenschliche Beziehungen geknüpft werden, ist ebenfalls ein interessanter Aspekt der Story. Im Vordergrund stehen aber natürlich das Zubereiten und der Verzehr von Mahlzeiten. Genau diese Situationen können jedoch als Metapher für erotische Gelüste und Begehren ausgelegt werden. Nicht selten werden sie mit konkreten Bildern unterlegt. Schon in der ersten Episode kommen wir deshalb in den Genuss von Damen, die durch den leichten Verzehr ihres Essens anfangen zu stöhnen und peu á peu fast zum Orgasmus getrieben werden. Ebenso wird gezeigt, wie eine nur spärlich bekleidete Dame von Tentakeln umschlungen wird. Wabbelige Brüste, die in einigen Anime-Serien ohnehin schon an der Tagesordnung stehen, dürfen in diesem Zusammenhang natürlich nicht fehlen. In späteren Episoden nehmen die Darstellungen nur wenig ab. Unter anderem erleben wir auch den Charakter Isshiki Satoshi, wie er nur mit einer Kochschürze bedeckt durch das Wohnheim geistert und mit seinen vier Buchstaben vielleicht auch Zuschauerinnen und Zuschauer bezirzt. Hier bekommt die Redewendung, dass das Auge mitisst, wahrlich eine ganz neue Bedeutung.

Ausdrucksmittel der knisternden Erotik

Dargestellt werden diese Szenen in der Blu-ray-Fassung in einer Auflösung von 1080p und im bildschirmfüllenden 16:9-Format. Während die kontrastreichen Bilder gerne mal mit diffusem Licht überzeichnet werden, um die Erotik beim Essen noch etwas mehr knistern zu lassen, fallen die Animationen in vielen Szenen leider etwas spärlich aus. Gerne und oft wird hier mit Standbildern gearbeitet, um den Humor mit reichlich Lautmalerei wesentlich besser ausdrücken zu können. Das verdanken wir aber ebenso den fantastischen Synchronsprechern, die sowohl in der japanischen Originalfassung, als auch in der deutschen Synchronisation den Charakteren glaubhaft Leben einhauchen – abgesehen von den Genüssen beim Essen, denn diese sind definitiv gewollt und entsprechend übertrieben inszeniert. Der Ton erklingt in DTS-HD Master Audio 2.0. Sowohl die Akustik von Stimmen und Geräuschen, als auch der passende Soundtrack, der mit fröhlicher Musik den Humor unterstreicht, wissen zu gefallen. Im digitalen Bonusbereich warten jedoch leider nur das Clear Opening und das Clear Ending auf uns. Immerhin liegt dem Datenträger ein kleines Booklet bei, über das wir an dieser Stelle aber nichts verraten können, da es uns schlichtweg nicht zum Testen vorlag. Wir gehen jedoch davon aus, dass es ähnlich qualitativ ausfällt, wie andere Beilagen von Kazé Anime.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die illustre Thematik von Food Wars klang für mich im ersten Moment sehr interessant, denn zwar wird in vielen Anime-Serien bis zum Exitus Völlerei betrieben, doch so wirklich auseinandergesetzt hat man sich mit dem Zubereiten und dem Verzehr von Mahlzeiten noch nicht – zumindest habe ich noch kein vergleichbares Werk bisher gesehen. Dass die Anime-Serie mit ihren Inhalten in diesem Punkt aber dermaßen in den erotischen Bereich abdriftet, hätte ich so nicht erwartet. Die Idee, die Gaumenfreuden einmal anders darzustellen, ist zwar anfangs noch sehr unterhaltsam, nutzt sich aber bereits über die ersten Episoden schon etwas ab. Dennoch bin ich gespannt, wie sich die Handlung von Food Wars über die nächsten Folgen entwickelt und ob man hier noch mit dem einen oder anderen Höhepunkt rechnen darf.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Food Wars (Vol. 1)!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s