Review: Attack on Titan (Vol. 1)

Die meisten Anime-Serien erreichen erst nach mehreren Jahren Kultstatus. Attack on Titan ist hingegen ein gutes Beispiel dafür, dass manche Werke vom ersten Moment an so beliebt sind und man kaum genug Episoden konsumieren kann, um den eigenen Hunter danach zu stillen.

In der Anime-Serie Attack on Titan aus dem Jahr 2013, die wiederum auf dem seit 2009 veröffentlichten Manga basiert, dreht sich alles um Eren Jäger. Dieser lebt im Jahr 845 zusammen mit seinen Eltern und deren Ziehtochter Mikasa Ackermann im Bezirk Shinganshina. Umringt von einer fünfzig Meter hohen Mauer wiegt sich die verbliebene Menschheit seit mehr als einhundert Jahren vor den Titanen der Außenwelt in Sicherheit. Entsprechend zeigt die so genannte Mauergarnison kein Interesse daran, sich im Kampf zu schulen und ertränkt sich auf Kosten der Bevölkerung in Alkohol. Aufgrund dessen träumt Eren davon, eines Tages dem Aufklärungstrupp beizutreten, um seine Liebsten vor den Titanen zu schützen und die Welt zu einem sicheren Ort zu machen. Obwohl seine Mutter gegen seine Entscheidung ist, wird er ausgerechnet durch sie angespornt. Plötzlich bebt die Erde und ein neuer Titan, der aufgrund seiner Größe über die Mauern blicken kann und von den Menschen fortan als „kolossaler Titan“ bezeichnet wird, tritt ins Rampenlicht. Die Mauer wird von ihm eingerissen, sodass die kleineren Titanen nicht mehr an dieser kratzen müssen und in den Bezirk Shinganshina eindringen können. Wie es der Zufall beziehungsweise der Wille der Handlung so will, wird Erens Mutter bei diesem Vorfall getötet – und Rache wird zu Erens Leitmotiv.

Erzählung auf mehreren Zeitebenen

Die ersten sieben Episoden von Attack on Titan werden auf vier unterschiedlichen Zeitebenen erzählt. Nach dem verheerenden Titanenangriff springt die Handlung erst ins Jahr 847 und ein wenig später ins Jahr 850. Eren und Mikasa entschließen sich dazu, dem Militär beizutreten, um die Menschheit vor dem neuen und noch gefährlicheren Feind zu schützen. Hauptsächlich konzentriert sich die Anime-Serie zu Beginn auf die Ausbildung und die Entwicklungen der zwischenmenschlichen Beziehungen der Charaktere. Dieser Schritt ist äußerst wichtig, da das Ende ihrer Ausbildung mit dem Angriff auf die nächste Mauer und somit dem mittleren Bezirk von ehemals drei Bereichen markiert wird. Auf der einen Seite wird bei diesen Kämpfen wunderbar gezeigt, wie die titelgebenden Angriffe auf die Titanen mittels der 3D-Manöver funktionieren und andererseits auch, wie furchtbar und entmutigend die übermenschlichen Feinde sind. Alle paar Minuten muss man sich als Zuschauer von Haupt- und Nebenfiguren verabschieden, da sie von den menschenfressenden Wesen mit einem oder zwei Bissen heruntergeschluckt werden. Die letzte Zeitebene springt vor die Ereignisse der eigentlichen Story und zeigt in einer Vorgeschichte, wie die aus dem weit entfernten Asien stammende Mikasa bei Erens Familie aufgenommen wird. Das ist spannend und inszenatorisch clever gelöst!

Gelungener Serienauftakt

Unter optischen Gesichtspunkten gehört Attack on Titan aufgrund seines einbrennenden Stils zu den schönsten Anime-Serien unserer Zeit. Die Charaktere werden aufgrund ihrer militärischen und somit ähnlichen Uniformen mit abwechslungsreichen Frisuren und die Titanen trotz ihres teils kindlichen und teils makaberen Aussehens unverwechselbar dargestellt. Besonders in den Kämpfen können die flüssigen Animationen auch aufgrund der oft dreidimensionalen Umgebungen punkten. Hinzu kommt ein fabulöser Soundtrack, der einerseits die desillusionierte Vorstellung von Frieden zerstreut und andererseits die Auseinandersetzungen mit den Titanen adrenalingeladen unterlegt. In puncto Synchronisation können uns sowohl die deutschen, als auch die japanischen Synchronsprecher zufriedenstellen. Ebenfalls angenehm ist auch das Bonusmaterial ausgefallen. Neben dem stabilen Pappschuber der limitierten Erstauflage liegt ein – zugegeben knapp bemessenes – physisches Booklet bei, in dem ein Episodenguide mitsamt einer Auflistung der wichtigsten Szenen, mehreren Charaktervorstellungen und erheiternden Comicstrips enthalten ist. Ähnlich lustige Geschichten gibt es auch in sieben Mini-Episoden im Chibi-Look, die auf der Blu-ray Disc enthalten sind und den ernsten Alltag in der Welt von Attack on Titan auf lustige Art und Weise auf die Schippe nehmen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Bereits nach dem Anschauen der ersten Volume beziehungsweise der ersten sieben Episoden kann ich sagen, dass Manga-Zeichner Isayama Hajime mit seinem Werk Attack on Titan ein grandioses und vor allem unverbrauchtes Universum erschaffen hat. Dieses funktioniert selbst als Anime-Adaption hervorragend, denn auf der einen Seite wird die Geschichte verständlich erklärt und peu á peu mit Hintergründen gefüllt und auf der anderen Seite sind die Charaktere vielseitig und vor allem nicht ersetzbar. Der Tod ist ein zentrales und wiederkehrendes Stilmittel in Attack on Titan, vor dem offensichtlich nicht einmal Hauptcharaktere inmitten der Staffel gefeit sind. So bleibt es mit jeder Episode spannend, sodass ich kaum nach dem Beenden einer Folge unbedingt die nächste sehen möchte. Attack on Titan ist ein geniales Werk, das man gesehen haben muss!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Attack on Titan (Vol. 1)!

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