Review: Attack on Titan (Vol. 4)

Attack on Titan ist in der dritten Volume Erens Ziel, das Geheimnis des Kellers seines Elternhauses zu lüften, ein gutes Stück nähergekommen. Diesem Unterfangen machte allerdings ein neuer Feind einen Strich durch die Rechnung – nun muss dieser zunächst bekämpft werden.

Am Ende der dritten Volume ist es dem Aufklärungstrupp überraschend gelungen, den plötzlich aufgetauchten und so genannten weiblichen Titanen zu fangen. Obwohl Hauptgefreiter Levi Ackermann und Kommandant Erwin Smith überzeugt sind, dass sie die Situation unter Kontrolle haben, eskaliert diese nur wenige Augenblicke später. In völliger Selbstüberschätzung erklärt Levi dem weiblichen Titanen, dass er sich bewusst ist, dass ein ihn kontrollierendes menschliches Wesen in ihm steckt und er diesem Menschen alle Gliedmaßen abtrennen will. Daraufhin stößt der weibliche Titan einen dermaßen lauten Schrei aus, dass sämtliche Titanen der Umgebung angelockt werden und dafür sorgen, dass der weibliche Titan peu á peu aufgefressen wird, der Mensch in ihm entkommen und in seiner natürlichen Form weiter Jagd auf Eren Jäger machen kann. Dieser ist auf Geheiß von Levi weiterhin unterwegs mit anderen Mitgliedern des Aufklärungstrupps, um aus dem Wald zu verschwinden und das Ziel, zur Mauer Maria vorzudringen, zu verfolgen. Dadurch, dass die Flucht ihres Gegenspielers ihr Unterfangen torpediert, werden Eren und die anderen in einen Kampf verwickelt, der darin gipfelt, dass er sich entscheiden muss, ob er seinen Kollegen blind vertraut und auf ihren Wunsch hin nicht eingreift oder er sich in einen Titanen verwandelt, um sie zu unterstützen.

Spannung bis zur letzten Minute

In der vierten Volume erhalten Entscheidungen eine ganz neue Bedeutung. Schon in den Folgen der dritten Ausgabe hat Levi geäußert, dass es keine richtigen oder falschen Entscheidungen bezüglich Erens Verwandlungsfähigkeit gibt. Durch Bekanntwerden der wahren Bedrohung betrifft es allerdings auf einen Schlag den ganzen Aufklärungstrupp, wie sich Eren und einzelne Individuen bei verschiedenen Wahlmöglichkeiten in der Ereigniskette entscheiden. Neben dem Wald mit den riesigen Bäumen und der Ebene zwischen diesem und dem abgeschirmten Bereich hinter der Mauer Rose gibt es in der abschließenden Volume der ersten Staffel einen weiteren Handlungsort. Dieser umfasst den Bezirk Stohess, sodass schlussendlich auch die Militärpolizei durchleuchtet werden kann. Das Finale zu beschreiben würde an dieser Stelle aber nur mit Spoilern möglich sein, weshalb wir nur so viel verraten, dass die Identität von Erens Gegenspieler aufgedeckt werden kann und die Handlung zumindest halbwegs zu einem gelungenen Abschluss geführt werden kann. In puncto Spannung gelingt es Wit Studio, dem Animationsstudio der Anime-Serie, wunderbar, das Geschehen aus der Manga-Vorlage in animierte Bilder zu übertragen und bis zur letzten Minute zu begeistern. Obwohl das offene Ende Lust auf mehr macht, kann man sich nach dem Ansehen zurücklehnen.

Gelungener Staffel-Abschluss

Unserer Erfahrung nach gelingt es nur sehr wenigen Anime-Serien, bei einem offenen Ende zum einen die Spannung bis zur letzten Minute aufrechtzuerhalten und zum anderen, zugleich ausreichend Antworten zu liefern und neue Fragen aufzuwerfen. Wir sind definitiv sehr gespannt darauf, wie es mit der Serienhandlung weitergeht. Ebenfalls genüsslich bis zum Ende haben wir jedes einzelne Bild verschlungen, da man bis zuletzt an den wunderbaren Animationen, dem markanten Zeichenstil und der schönen Optik festgehalten hat. Ähnliches gilt auch für den Soundtrack der Serie, der wirklich fantastisch jede einzelne Szene unterlegt. Es war uns nicht möglich, hier das Haar in der Suppe zu finden – selbst die Lüftung der Identität des vermeintlichen Bösewichts ist gleichermaßen offensichtlich, als auch geschickt umgesetzt, dass man es zwar hätte kommen sehen müssen, man aber in keinem einzelnen Moment daran gedacht hat. In puncto Bonusmaterial fährt man dasselbe Hauptprogramm wie in den drei Volumes zuvor ab – mit dem Unterschied, dass ein Special vom Youtube-Kanal Ninotaku auf der Blu-ray Disc vorliegt. Hier erhalten wir leichte Einblicke in die Synchronisation mit den deutschen Sprechern. Fans der deutschen Fassung wird das freuen, doch wer den japanischen Originalton bevorzugt, hätte sich lieber Specials mit den japanischen Sprechern gewünscht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem ich nun die letzten Episoden der ersten Staffel von Attack on Titan gesehen habe, will ich mehr – viel mehr! Die Anime-Serie gehört für mich definitiv zum Besten, was ich seit langer Zeit gesehen habe. Das Universum ist facettenreich gestaltet, bietet mit vielseitigen Charakteren jede Menge Spielraum für zwischenmenschliche Beziehungen und überrascht im Handlungsverlauf mit zahlreichen Wendungen und cleveren Ideen. Hinzu kommt ein markanter Zeichenstil mit einem ebenso fantastischen Soundtrack, der das Ansehen jeder einzelnen Szene zum Genuss macht. Kaum hat man eine Episode zu Ende gesehen, will man sich auch schon aus Reflex die nächste Folge ansehen – und das immer und immer wieder. Nur selten habe ich bei einer Anime-Serie den Wunsch, sie regelrecht zu verschlingen. Entsprechend lässt sich an diesem Punkt abschließend sagen, dass ich jedem einzelnen Anime-Fan Attack on Titan nahelegen kann. Die Serie ist einfach nur großartig und gehört absolut zu den besten Anime aller Zeiten!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Attack on Titan (Vol. 4)!

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