Review: Black Butler (Vol. 1)

Black Butler gehört zu den Anime-Serien, die in den letzten Jahren und damit kurz nach ihren Releases sehr an Popularität gewannen. In der ersten Volume werden die wichtigsten Charaktere und das Universum vorgestellt; die Einführung in die Story gelingt dem Anime sehr gut.

Black Butler beziehungsweise Kuroshitsuji, wie der japanische Originaltitel der Anime-Serie heißt, erzählt sowohl die Geschichte des titelgebenden Dieners Sebastian Michaelis, als auch den Werdegang des zwölfjährigen Ciel Phantomhive. Letzterer hat ein verheerendes Feuer, bei dem sein Zuhause abgebrannt ist und seine Eltern getötet worden sind, scheinbar unversehrt überlebt. Allerdings stand dem alleinigen Erben und Besitzer einer großen Firma, die Spielzeuge in Europa herstellt, plötzlich Diener Sebastian zur Seite. Die genauen Hintergründe, warum Sebastian auf einmal im Dienste von Ciel steht, bleiben in den ersten dreizehn Episoden, die in der ersten Volume enthalten sind, weitgehend im Hintergrund. Fakt ist jedoch, dass Sebastian kein gewöhnlicher Diener, sondern ein gewiefter Teufel ist, mit dem Ciel einen Pakt geschlossen hat. Trotzdem muss Sebastian seinem neuen Herrn gehorchen – und das macht er mit großer Freude. Angesiedelt ist der Serienauftakt im Jahr 1888. Ciel steht im Auftrag von Königin Victoria, die ihn dazu ermutigt, die englische Unterwelt in Schach zu halten. Da Ciel so den Titel „Wachhund der Königin“ erhalten hat, ist er für die kriminellen Subjekte Londons ein Dorn im Auge. Das hält ihn und Sebastian allerdings nicht zurück, für Recht und Ordnung zu sorgen. Einer ihrer ersten Ziele ist sogar die Entlarvung von Jack the Ripper.

London Bridge is falling down

In vielerlei Hinsicht orientiert sich die Anime-Serie an historischen Fakten. Beispielsweise ist in ein paar Einstellungen deutlich zu erkennen, dass sich die Tower Bridge noch im Bau befindet. Außerdem werden verschiedene Opfer des Rippers namentlich erwähnt und auch die Tatsache, dass bei mindestens zwei Opfern die Gebärmutter entnommen wurde, ist in Black Butler in die Handlung eingewebt. Da sich die Story zu sehr auf diese spezielle Form der Verstümmelung konzentriert, ist deutlich zu erkennen, dass sich die Anime-Serie auch ein paar künstlerische Freiheiten lässt. So wird der an der Untersuchung der Ripper-Morde beteiligte Inspektor Frederick George Abberline, der im Herbst 1888 bereits 45 Jahre alt ist, deutlich jünger porträtiert. Des Weiteren wird in einer Episode ein so genannter Wintermarkt auf der zugefrorenen Themse abgehalten, der sich stark an den realen Frostjahrmärkten orientiert – ein solches Ereignis fand 1888 allerdings nicht statt, was nicht nur am milderen Klima, sondern vor allem am Neubau der London Bridge 1832 lag, wodurch das Wasser nicht mehr so effektiv gestaut werden konnte und damit der letzte Frostjahrmarkt auf das Jahr 1814 datiert werden kann. Inhaltlich können sämtliche Episoden trotz oder gerade wegen dieser künstlerischen Freiheiten mit ein paar Wendungen und Überraschungen durchgehend unterhalten.

Teuflisch gut inszeniert

Unter optischen Gesichtspunkten weiß die Anime-Serie ebenfalls zu überzeugen. Sämtliche Charaktere und Umgebungen wirken trotz des eher etwas düsteren – und nur in seltenen Fällen übertrieben bunten – Zeichenstils kontrastreich. Während sich das Produktionsteam neben der Manga-Vorlage auch an historischer Kleidung orientiert hat, fallen viele Details in puncto Innenarchitektur wie die Glöckchen an der Wand, um Diener zu alarmieren, auf. Interessierte an der Epoche des viktorianischen Englands werden mit Black Butler dank der sauberen Darstellung im bildschirmfüllenden 16:9-Format und in der Auflösung von 1080p der Blu-ray-Fassung ihre wahre Freude haben. Hinzu kommt eine passende Musikuntermalung im Tonformat DTS-HD 2.0, die jederzeit mit düsteren Klängen das Geschehen wunderbar unterlegt. Obwohl uns sowohl der japanische Originalton, als auch die deutsche Synchronisation gefällt, hat unserer Meinung nach die deutsche Sprachfassung leicht die Nase vorn. Auf digitales Bonusmaterial sollte man sich jedoch nicht einstellen. Stattdessen liegen der ersten Volume nicht nur eines, sondern gleich zwei Booklets bei. Diese beinhalten neben Episodenguides zu allen dreizehn Folgen dieser Ausgabe auch zahlreiche Informationen zu den Charakteren und interessante Interviews mit dem Produktionsteam, was jeden Fan zufriedenstellen sollte.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Wenn man so wie ich die Manga-Vorlage nicht gelesen hat, wird man es sicherlich ein wenig schwer haben, in das Universum von der ersten Minute an einzutauchen. Nach zwei bis drei Episoden – und der Erwähnung von Jack the Ripper – habe ich mich jedoch schnell mit Black Butler anfreunden können. Die Anime-Serie orientiert sich in vielen Punkten an historischen Tatsachen und nimmt sich genau die richtige Portion Freiheiten, um ihre eigene Geschichte in den geschichtlichen Kontext zu pressen. Schade finde ich nur, dass ausgerechnet die Quintessenz dieser Erzählung auf der Strecke bleibt. Mir ist zwar durchaus bewusst, dass Ciel und Sebastian einen Pakt geschlossen haben, doch sind mir die Inhalte ihres Vertrages ebenso wie das Ziel der Handlung unklar. Dennoch macht mich jede einzelne Information, die beiläufig eingeworfen wird, wissbegierig. Entsprechend freue ich mich schon sehr auf die nächste Ausgabe und kann an dieser Stelle die erste Volume Fans von historischen Abenteuern mit Comedy-Elementen empfehlen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Black Butler (Vol. 1)!

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