Review: Black Butler (Vol. 2)

In der ersten Volume von Black Butler wurden die wichtigsten Charaktere vorgestellt und die Geschichte ins Rollen gebracht. So ganz konnte sie sich zwar noch nicht entfalten, doch kann die zweite Ausgabe der Anime-Serie in diesem Punkt ganz neue Höhepunkte erreichen.

Während die erste Volume in puncto Handlung trotz einer spannenden Hintergrundgeschichte und einiger grandioser Einfälle wie die Entlarvung von Jack the Ripper noch nicht so ganz die Vorstellung einer stringenten Story entwickeln konnte, ändert sich dies im zweiten Episodenpaket deutlich. Die Geschichte knüpft im Grunde nahtlos an die Geschehnisse der vorherigen Volume an: Der bengalische Prinz Soma Asman Kadar ist mit seinem Diener Agni im Herzen von London nach wie vor auf der Suche nach seiner früheren Zofe Meena, die angeblich gegen ihren Willen von Lord Harold West nach Großbritannien verschleppt worden ist. In einer Nacht verlässt Agni jedoch das Herrenhaus von Hauptfigur Ciel Phantomhive, woraufhin Ciel, sein Butler Sebastian Michaelis und Prinz Soma die Verfolgung aufnehmen – und zusammen schließlich in Lord Wests Haus landen. Was hier allerdings geschieht, wollen wir gar nicht zu sehr thematisieren. Die ersten Episoden von Black Butler werden eindeutig dazu genutzt, um die Persönlichkeiten verschiedener Figuren auf der einen Seite herausstechen zu lassen, sodass sie sich ihren Taten und Vorstellungen bewusst werden, und entsprechend auf der anderen Seite dargestellt, damit sich ihr Charakter entwickeln kann. Die Storyline gipfelt schließlich in einem Kochwettbewerb im Crystal Palace, in dem es ein Wiedersehen mit Meena gibt.

Historische Schauplätze

Wurden in der ersten Serienhälfte vor allem historische Persönlichkeiten behandelt, sind es in der zweiten Volume vornehmlich historische beziehungsweise bis heute existierende Orte und Bauwerke, die für Aufmerksamkeit sorgen. Beispielsweise beschert uns der im Jahr 1936 durch einen Brand zerstörte Crystal Palace aufgrund seiner gläsernen Architektur große Augen. Jederzeit durchströmt helles Tageslicht das düstere Geschehen der Story, wodurch Handlung und Handlungsort konträr zueinander stehen. Während die ersten Episoden dieser Ausgabe zeitlich noch Anfang 1889 spielen, widmet sich die Handlung ab Mai 1889 einem gänzlich anderen Handlungsort zu. So rückt die zehnte Weltausstellung in Paris in den Mittelpunkt, die Ciel und Sebastian besuchen. Ein Teil der Handlung findet sogar auf dem Eifelturm statt, der 1889 nach seiner Fertigstellung bis ins Jahr 1930 das höchste Gebäude auf der Erde war, womit die spannende Auseinandersetzung zwischen Ciel, Sebastian, Königin Victoria und ihrem Diener Ash Landers an Gewicht erhält. Weder der Crystal Palace noch der Eifelturm können den Charakteren hierbei die Show stehlen. Vor allem Ash und Angela Blanc, die wir schon in der ersten Volume kennengelernt haben, erhalten in den vorliegenden Episoden ganz besondere Züge, die wir so nicht erwartet hätten. Bis zum furiosen Finale bleibt es spannend.

Physiologie der Charaktere

In der zweiten Serienhälfte wird die Story von Black Butler deutlich ernster erzählt. Deshalb wird der Humor, der in der ersten Volume vor allem durch Ciels Bedienstete getragen wurde, auf ein gesundes Minimum heruntergeschraubt. Unserer Meinung nach funktioniert die Anime-Serie so deutlich besser, da die Atmosphäre so wesentlich dichter wirkt. Dennoch bleibt in den vorliegenden Folgen genügend Raum zum Entfalten auch dieser Charaktere, die ihre ganz eigenen Hintergründe spendiert bekommen. In allen anderen Belangen, vor allem im Bereich der optischen und akustischen Gestaltung, kann Black Butler die gelegten Grundlagen durchgehend weiterführen. Kontrastreiche Charaktere, bei denen in der zweiten Staffelhälfte großer Wert auf ihre Physiologie gelegt wird, und bedrückende Architekturen unterstreichen das Bild im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p. Zudem wird das Geschehen jederzeit mit düsteren Klängen passend unterlegt und auch die beiden Synchronfassungen sind wieder durchweg gelungen. Digitales Bonusmaterial liegt, sofern man es solches bewerten will, in Form einer Original Video Animation bei. Hierbei handelt es sich um eine lose Geschichte, die irgendwo zwischen abgeschlossenen Handlungssträngen spielen kann. In physischer Form liegen erneut zwei Booklets mit vielen Hintergrundinformationen zur Serie bei.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Um in das Universum von Black Butler einzusteigen, benötigt es in meinen Augen ein paar Episoden. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, sich im Geschehen zurechtzufinden, kann sich die Handlung aber voll und ganz entfalten. Der Wachhund der Königin erhält interessante Fälle, die irgendwie allesamt miteinander verknüpft sind und dennoch reichlich Raum für Spekulationen und Geheimnisse lassen. Da ist es auch kein Wunder, dass das Ende der Serie beziehungsweise der Staffel absichtlich offen gelassen wird – weitere Staffeln sind in Japan schließlich schon vor Jahren veröffentlich worden. Der Vertrag zwischen Ciel und Sebastian wird hierbei zwar weitgehend zu Ende erzählt, doch finde ich es schade, dass der genaue Inhalt des Vertrages und auch Ciels Vorhaben sehr sparsam inszeniert wird. Dennoch habe ich sehr viel Freude beim Anschauen der zweiten Volume gehabt und wer schon die erste Serienhälfte von Black Butler sein Eigen nennt, sollte bei der zweiten Ausgabe dank vieler Überraschungen unbedingt wieder zugreifen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Black Butler (Vol. 2)!

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