Review: Yōkai Watch (Band 6)

In den letzten Bänden von Yōkai Watch hat sich ein deutliches Bild abgezeichnet. Die Handlung der Manga-Reihe verfiel in einen Trott, sodass eigentlich nur noch Freundschaften zwischen Nathan und den Yōkai geknüpft worden sind. An diesem System hält auch der sechste Band mit eiserner Hand fest, sodass Überraschungen im Story-Aufbau ausbleiben. Schlimm ist das aber nicht, denn wer die Charaktere wie den drolligen Jibanyan mag, wird erneut sehr viel Freude beim Lesen des Mangas haben. Es gibt auf der einen Seite erneut Kapitel, in denen Nathan einen neuen Yōkai kennenlernt und auf der anderen Seite abermals Abschnitte, in denen Jibanyan ulkige Abenteuer erlebt. Zum Schließen der Freundschaften zählen unter anderem die Yōkai Don Densato und Strahlemann. Während Don Densato mit Regenwetter eher schlechte Laune verbreiten will, holt Strahlemann selbst in den tristen Abendstunden die Sonne heraus. Beide Kapitel folgen im Übrigen aufeinander, sodass der Manga geschickt mit den Gegensätzen arbeiten kann. Jibanyan trifft unter anderem auf Wabbelwutz, der ins geschlossene sentō, sprich ins Lenzhausener Badehaus, einbrechen will und daraufhin im Schornstein stecken bleibt. Diese Geschichten erheitern jedwedes Gemüt und durch den ungezwungenen Aufbau des Mangas können die Geschichten einzeln stehen und auch so gelesen werden.

Kulturelle Eigenheiten

Auch im sechsten Band von Yōkai Watch wird der Humor wieder sehr gut in Szene gesetzt und schießt nicht nur an einer Stelle sprichwörtlich den Vogel ab. Dazu zählen unter anderem Running Gags und zum anderen so irrwitzige Ideen, dass an kaum einer Stelle ein Auge trocken bleibt. Beispielsweise möchte Jibanyan mehr als nur einmal an verschiedenen Orten wie dem Meer oder in Nathans überfluteten Zuhause schwimmen gehen, doch fällt ihm stets im allerletzten Moment ein, dass er nicht schwimmen kann. Herausragend ist auch das Kapitel, das sich um Melonyan dreht. Da dessen melonenartiger Kopf ständig nachwächst, ist es für ihn kein Problem, Nathan, Whisper und Co hin und wieder ein Stück von diesem zum Verzehr anzubieten. In diesem Zusammenhang werden auch wieder kulturelle Eigenheiten des Herkunftslandes Japan vorgestellt. Unter sei an dieser Stelle suika-wari genannt, ein Spiel, bei dem sich jemand mit einem Knüppel bewaffnet, sich die Augen verbinden und durch Anweisungen anderer Personen sich zu einer Wassermelone navigieren lässt, die er oder sie mit dem Knüppel zerstören muss. Dies lässt sich am ehesten mit dem deutschen Topfschlagen beziehungsweise Hahnenköppen vergleichen. Somit ist der sechste Band von Yōkai Watch zwar informativ und unterhaltsam, führt die Geschichte um Nathan aber erneut kaum weiter.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Ein wenig schade finde ich es, dass die Manga-Reihe sich hauptsächlich auf einzelne Kapitel stützt, die untereinander durch die Auftritte der Yōkai zwar verbunden sind, aber einfach keine zusammenhängende Geschichte erzählen wollen. So führt das Schließen einer Freundschaft zur nächsten oder höchstens zu einem Abenteuer, das sich um Jibanyan dreht. Da wäre alleine aufgrund der Videospielvorlage wesentlich mehr möglich! Trotzdem habe ich auch den sechsten Band von Yōkai Watch wieder sehr gerne gelesen, da zahlreiche Witze dafür sorgen, dass ich selbst tristes Herbstwetter oder Ähnliches vergesse. Wer die Vorlage mag, mit typisch japanischem Humor unterhalten werden will und hier und da sogar ein paar japanisch-kulturelle Eigenheiten erleben möchte, sollte beim sechsten Band der Reihe unbedingt wieder zuschlagen!

Vielen Dank an Kazé Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Yōkai Watch (Band 6)!

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