Review: Food Wars (Vol. 4)

Food Wars hat eine richtige Leidensgeschichte hinter sich. Während der Anime uns mit einer tollen Einleitung begeistern konnte, folgten alsbald störende Wiederholungen im Handlungsverlauf. Hatten wir bei der dritten Volume noch Hoffnung, ist das Staffelfinale enttäuschend.

Das Leben an der Tōtsuki-Kochschule geht nach der Golden Week, die in der dritten Ausgabe der viergeteilten Veröffentlichung reichlich thematisiert worden ist, wieder seinen gewohnten Gang. Allerdings haben sich die kreativen Köpfe hinter dem Projekt sich darauf geeinigt, einen mehr oder weniger großen Zeitsprung zu unternehmen. Das heißt, dass die Sommermonate nur kurz angerissen und somit die langen Sommerferien in diesen übersprungen werden. Hauptsächlich soll sich die Storyline der vierten und letzten Volume nämlich nicht um Hauptfigur Yukihira Sōma drehen, sondern um die so genannte Herbstauslese. Hier werden abermals die talentiertesten Köche der Oberschule gesucht. Ihr Auftrag lautet, ein besonders Curry aus dem Hut zu zaubern. Sōmas größter Konkurrent ist dieses Mal Hayama Akira, der lange Zeit in Indien gelebt hat und daher besonders geschult im Umgang mit Curry-Gerichten ist. In aller Breite wird der Kochwettbewerb über sechs Episoden gestreckt, sodass für andere Handlungsstränge grundsätzlich kein Platz bleibt. Das ist besonders deshalb schade, handelt es sich bei diesen sechs Folgen doch um das Staffel-Finale! Natürlich hätten wir nicht erwarten können, dass die gesamte Oberschulzeit hier behandelt würde, doch so zucken wir am Ende nur mit den Schultern, da wir einfach nur mehr vom selben gesehen haben: Sehr, sehr schade!

In Joghurt getränkte Tintenfischarme

Auf der technischen Seite hat sich an Food Wars zum Wohlwollen aller Fans nichts verändert. Nach wie vor wird das Bildformat in der Auflösung von 1080p ausgegeben und ist bildschirmfüllend. Uns gefallen sowohl die Hintergründe, als auch die Charaktere. Hin und wieder, also immer dann, wenn es um das Verzehr von Speisen geht, spielt die Anime-Serie auch noch mit den bekannten erotischen Reizen, doch sind diese nicht mehr so omnipräsent wie noch zu Beginn der 26 Folgen langen Story. Soll heißen, dass hin und wieder mal leicht bekleidete und junge Damen von in Joghurt getränkten Tintenfischarmen umschlungen werden – und nebenbei so tun, als sei der Genuss so schön wie der beste Orgasmus in ihrem Leben. Akustisch bietet die Anime-Serie abermals einen passenden Soundtrack, der im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 ausgegeben wird. Besonders gut hat uns beim Soundtrack gefallen, dass die letzte Szene tatsächlich mit der Titelmelodie der ersten Serienhälfte abgeschlossen wird und zumindest so eine innere Geschlossenheit herrscht. Im klaren Klang erstrahlen auch die japanischen und deutschen Synchronsprecher, die nach wie vor ihre zugewiesenen Rollen gut verkörpern. Um einen Dialekt zu imitieren, wird in der deutschen Fassung ulkigerweise aufs Bayrische zurückgegriffen, was für den einen oder anderen lustigen Moment sorgt.

Purer Fanservice

Humor ist also nach wie vor ein sehr wichtiger Bestandteil der Serie, um den tristen Kochalltag mit immerhin verschiedenen Gerichten ein wenig aufzulockern. Nach wie vor kein Bestandteil ist hingegen digitales Bonusmaterial, auf das man wie bei der zweiten und dritten Volume verzichtet hat. Dafür liegt auch der letzten Volume wieder ein Booklet bei, zu dessen Qualität wir uns aber nicht äußeren können, da es uns zum Testen nicht vorlag. Wir gehen hierbei aber von der gewohnt guten Qualität des Publishers Kazé Anime aus. Schlussendlich stellt sich die Frage, ob sich die Anschaffung aller Volumes lohnt und an wen sich die Anime-Serie richtet. Diese Fragen lassen sich wohl damit beantworten, dass sich Food Wars in erster Linie an Kenner und Fans der Manga-Vorlage richtet, die ihre Helden unbedingt einmal in Farbe und animiert auf dem Fernsehbildschirm sehen wollen. Andernfalls kann die Handlung bereits mit der zweiten Volume sehr dröge werden, sodass man sich nur so von einer Folge zur anderen quälen muss. Ist man jedoch Fan, hat man sicherlich Ende 2016 auch zur limitierten Erstauflage der ersten Volume von Food Wars gegriffen. Damit würde man auch über den damals beiliegenden Schuber verfügen und kann so schließlich die letzte Volume dieser Staffel in diesen hineinschieben, ins Regal stellen und vom Sofa aus als Fan genüsslich betrachten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Noch einmal werde ich mir die 26 Episoden von Food Wars sicherlich nicht anschauen! Ich habe der Anime-Serie aus dem Hause Japan Creative Staff insgesamt vier Chancen gegeben und zwei davon hat sie mit Leichtigkeit verspielt. Dazu sollte ich erwähnen, dass ich den Manga nicht gelesen habe und daher nur vermuten kann, dass man sich wohl sehr an dessen Handlung orientiert. Was in Manga-Form jedoch wunderbar funktionieren kann, muss nicht auch als Anime umsetzbar sein. Food Wars wiederholt sich ständig, bietet oft nur dieselben Elemente in angepasster Form und verspielt die Möglichkeit, die zwischenmenschlichen Beziehungen, die in der Tōtsuki-Kochschule aufgrund der Wohnheime sicherlich sehr wichtig sein sollten, nicht gänzlich zu entfalten. Fans sollten sich von meiner harschen Kritik aber nicht abschrecken lassen. Diese werden mit der vierten Volume wieder genauso viel Spaß haben, wie in den drei Ausgaben zuvor und dieser sei ihnen auch gegönnt. Wer aber bisher noch nicht mit der Anime-Serie warm geworden ist, braucht bei der finalen Volume ebenfalls nicht zuschlagen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Food Wars (Vol. 4)!

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