Review: Dragon Ball Z Kai (Box 7, Episode 99-114)

Während die ersten sechs Serienboxen der Anime-Serie Dragon Ball Z Kai eine weitgehend geschlossene Story bieten, öffnet sich mit der siebten Serienbox und somit der zweiten Staffel ein weiterer Handlungsstrang, der mit neuen Freunden, als auch neuen Feinden gepflastert ist.

Sieben Jahre sind seit den Geschehnissen in den Episoden der sechsten Serienbox vergangen. Seru wurde von Son Gohan und seinen Verbündeten besiegt und der Frieden ist auf der Erde zurückgekehrt. Somit wirken die ersten Folgen in der zweiten Staffel logischerweise noch ein wenig harmlos. Während Son Gohan in der Vergangenheit hauptsächlich Einzel- und vor allem Privatunterricht genießen konnte, hat sich Chichi nun dazu entschlossen, ihren Sohn auf eine öffentliche Oberschule im mehr als eintausend Kilometer entfernten Satan City zu schicken. Dort angekommen merkt Son Gohan allerdings recht schnell, dass die Kriminalitätsrate in der nach Misutā Satan benannten Stadt sehr hoch ist. Als er sich mehrfach gegen verschiedene Kriminelle in den Weg stellt, merkt er jedoch, dass er als „goldener Krieger“ zu sehr ins Interesse der Öffentlichkeit gerückt ist. Also beschließt er, sich ein Pseudonym zuzulegen und lässt sich von Buruma ein Kostüm zusammenschneidern. Fortan bezeichnet er sich als den großen Saiyaman, um für die Gerechtigkeit in Satan City zu bekämpfen. Weil Son Gohan hin und wieder zu spät zur Schule kommt, ziemlich oft den Klassenraum verlassen will und sich anderweitig verdächtig verhält, wird er von seiner Mitschülerin Bīderu, Misutā Satans Tochter und ebenfalls Kämpferin für das Gute, mehrmals verdächtigt, der große Saiyaman zu sein.

Rückkehr zum Tenka’ichi Budōkai

Es ist durchaus möglich, die ersten Folgen der zweiten Staffel als Verschnaufpause anzusehen, denn nach dem Kampf gegen Cyborg Seru gibt es auf der Erde offensichtlich keine mächtigen Gegner mehr, die dem vom Erzähler als solches bezeichneten Dragon-Team gefährlich werden könnten. Tatsächlich dümpelt die Serienhandlung von Dragon Ball Z Kai hier ein wenig vor sich hin. Das ändert sich jedoch schlagartig, als Bīderu Son Gohans wahre Stärke erkannt hat und ihn zum nächsten großen Turnier einlädt. Während des erwähnten Zeitsprungs fand das 24. Tenka’ichi Budōkai statt, das jedoch laut des Turnier-Moderators auf einem dermaßen niedrigen Niveau stattfand, sodass er sich wahnsinnig darüber freut, dass Charaktere wie Pikkoro alias Beruzebubu oder Kuririn wieder mit von der Partie sind. Selbst der in der sechsten Serienbox verstorbene Son Gokū darf Dank der Hilfe von Uranai Baba für einen ganzen Tag aus dem Jenseits ins Diesseits zurückkehren, um am Turnier teilnehmen zu können. Während die Stärken von diversen Nebenfiguren beim Turnier durchaus überschaubar sind, gibt es wie bei den Wettkämpfen aus der ersten Dragon-Ball-Serie wieder einige Überraschungen. Sowohl die nostalgischen Gefühle, als auch die neuen Konkurrenten, sorgen dafür, dass das Turnier wieder so spannend ist, wie wir es aus der Ursprungsserie noch in Erinnerung haben.

Einblicke in die japanische Kultur

Ein weiterer interessanter Aspekt der siebten Serienbox ist, dass in sieben Jahren viel passieren kann. So lernt Son Gokū den vor seinem Tod gezeugten Son Goten kennen und Bejīta hat seine Vaterliebe zu seinem Sohn Torankusu erkannt. Die verschiedenen Persönlichkeitsentwicklungen, die die einzelnen Charaktere in dieser Zeit durchgemacht haben, sind interessant und unterhaltsam. Außerdem liefert die Anime-Serie in einem Dialog zwischen Son Gohan und Bīderu einen Hinweis darauf, warum viele Charaktere des Dragon-Ball-Universums keinen Nachnamen tragen. Damit verdreht Erfinder und Manga-Zeichner von Dragon Ball, Toriyama Akira, die japanische Geschichte: In Japan war es erst ab der Mitte des 19. Jahrhunderts beziehungsweise nach Abschaffung der Stände möglich, dass auch Menschen, die nicht zum ehemaligen Samurai-Stand gezählt wurden, einen Nachnamen tragen durften. So spiegelt sich in vielen Punkten die japanische Kultur in Dragon Ball Z Kai wieder. Es hat sich jedoch auch etwas in puncto Gestaltung getan, denn die Zeichnungen wirken durch kräftigere Farben noch sehr viel frischer und die musikalische Untermalung wurde komplett überarbeitet. Während die vorherigen Tracks noch deutlich mit dem Franchise assoziiert werden konnten, erzeugen die neuen Stücke eine ganz andere Stimmung, an die man sich aber schnell gewöhnt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem die Episoden der sechsten Serienbox die Handlung von Dragon Ball Z Kai, deren Ereignisse im Prinzip komplett aneinander gereiht waren, vorerst abgeschlossen hat, kann sich die zweite Staffel ab der siebten Serienbox auf einen völlig neuen Handlungsstrang konzentrieren. Problematisch ist in diesem Zusammenhang nur, dass der Beginn der neuen Geschichte etwas zu langsam in Fahrt kommt. Mir persönlich hat dieser seichte Einstieg – auch aufgrund des eingesetzten Humors – zwar sehr gefallen, doch kann ich mir denken, dass viele Fans der Vorlage ihre Charaktere lieber wieder schnell in Aktion sehen möchten. Dazu kommt es früher oder später natürlich auch und dank zahlreicher Kampfkonstellationen bleiben die Kämpfe auch durch die neu eingeführten Figuren jederzeit spannend – oder zumindest ein wenig unterhaltsam, da die Helden der Serie schließlich Kampfkräfte ungeahnten Ausmaßes erlangt haben und Normalsterbliche schnell aus dem Ring werfen. Daher ist der Einstieg in die zweite Staffel für mich durchaus gelungen, sodass ich mich schon sehr auf die nächste Serienbox freue, in deren Episoden sich die Helden erneut mit einem neuen und sehr mächtigen Feind auseinandersetzen müssen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Ball Z Kai (Box 7, Episoden 99-114)!

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