Review: Fast Racing Neo

fast-racing-neo-1Bereits im Jahr 2015 hat das deutsche Entwicklerstudio Shin’en Multimedia eine Lücke auf Nintendo-Plattformen entdeckt. Da Nintendo anscheinend kein Interesse mehr daran hat, die F-Zero-Reihe fortzuführen, will der Entwickler mit Fast Racing Neo die offene Lücke füllen.

fast-racing-neo-2Wenn Entwicklerlegende Miyamoto Shigeru auf die F-Zero-Serie angesprochen wird, macht der Japaner mit seinen unschlüssigen Aussagen mal mehr und mal weniger Hoffnung auf einen Nachfolger. Da Nintendo jedoch seit über ein Jahrzehnt keinen neuen Teil der F-Zero-Serie veröffentlicht hat, dürfte für viele Fans klar sein, dass wir mit einem Nachfolger auch nicht mehr so schnell rechnen dürfen. Entsprechend darf man es Shin’en Multimedia keinesfalls übel nehmen, diese Lücke zu füllen und Nintendos große Marke quasi ein wenig weiter zu verdrängen. Wie in den großen Vorbildern F-Zero und Wipeout, letztere Rennspielreihe erschien fast ausschließlich auf PlayStation-Plattformen, nehmen wir in Fast Racing Neo an futuristischen Rennen teil, die von fiktiven Fahrzeugunternehmen veranstaltet werden. Dabei sausen wir mit hoher Geschwindigkeit über abwechslungsreiche Rennstrecken, auf denen wir es mit zahlreichen Hindernissen zu tun bekommen. Auf einer Piste müssen wir fallendem Geröll ausweichen und auf einer anderen Strecke bekommen wir es mit schwankenden Plattformen zu tun. An anderer Stelle wollen Flammenwerfer unser Vehikel zerstören und auf einer Piste raubt uns gar ein unaufhaltsam auf den Asphalt prasselnder Regenschauer die Sicht. Noch dazu sollten wir daran denken, dass unsere Rivalen ebenfalls über die Strecke sausen.

Autorennen für Profis

fast-racing-neo-3Nur mit einem hohen Tempo ist es möglich, unsere Konkurrenten zu überholen und vielleicht sogar kurzfristig ein wenig abzudrängen. Um die Geschwindigkeit beizubehalten, müssen wir unsere Fahrzeugfarbe alternierend zwischen Blau und Orange ändern, um gleichfarbige Beschleunigungsfelder nutzen zu können. Tun wir dies nicht, werden wir bei solchen Feldern gebremst und besonders bei Rampen heißt es nicht selten, dass unser Fahrzeug von der Fahrbahn fliegt und zurückgesetzt wird. Dadurch verlieren wir wiederum Zeit und jeder gemachte Fehler wird vom Spiel gnadenlos bestraft. Wer erfolgreich sein will, muss die Strecken mühsam auswendig lernen. Hinzukommt, dass der Abwechslungsreichtum der Rennstrecken nicht auf die Vehikel übertragen wird. Diese unterscheiden sich tatsächlich nur in Geschwindigkeit und Beschleunigung. So schwankt der Schwierigkeitsgrad durch derlei Entscheidungen enorm und Anfänger werden wohl oder übel daran verzweifeln. Leisten wir uns selbst auf den ersten Rennstrecken auch nur einen Fehler, ist es fast unmöglich, unter die ersten Plätze zu gelangen. Online kam zwar kurz nach Release und wenige Monate später nur selten eine volle Spieleranzahl pro Sitzung zusammen, doch bietet Fast Racing Neo bei entsprechender Bildschirmgröße einen funktionierenden Vier-Spieler-Splitscreen-Modus – heutzutage eine Seltenheit!

Komplizierte Installation

fast-racing-neo-4Obwohl das Spiel zunächst nur als Download-Version veröffentlicht wurde, folgte 2016 nicht nur ein Zusatzinhalt, sondern durch die Unterstützung von Nintendo überraschenderweise auch eine Retail-Fassung. Käufer der Retail-Ausgabe erhalten das Neo Future Pack gratis obendrauf, Käufer der eShop-Version werden mit fünf Euro zur Kasse gebeten. Das Download-Paket bietet zwei neue Cups mit jeweils vier frischen Rennstrecken, wodurch die Streckenanzahl von 16 auf 24 Pisten ansteigt. Während der Iridium Cup eher ereignislose Strecken bietet und somit nur ein netter Bonus ist, können uns im Carbon Cup vor allem die Strecken The Haze und Zenoshi Habitat begeistern. Hier wollen uns Windräder von der Straße drängen und Plasmasäulen unser Vehikel zerstören. Neue Boliden gibt es allerdings nicht, stattdessen erhalten wir dröge Fahrzeugprofile. Kritisch beäugeln wir die Installation des Zusatzinhalts, da wir das Spiel erst aktualisieren, dann die Zusatz-Daten aus dem eShop herunterladen, das Spiel beenden und nochmals starten müssen, nur um über den neuen Menüpunkt Shop in den eShop und wieder zurück zu wechseln, damit der DLC freigeschaltet wird. Umständlich, nicht zeitgemäß und verwirrend für jeden Kunden. Ist diese Hürde jedoch überstanden, kann der Zusatzinhalt genau wie das Hauptspiel mit adrenalingeladenen Rennen punkten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Wii-U-Fassung): Ich muss zugeben, dass ich in den letzten Monaten kein allzu großer Fan von Fast Racing Neo geworden bin. Daran hat, wie ich jüngst feststellen durfte, auch die Veröffentlichung des Zusatzinhalts nichts geändert. Obwohl die Rennen sehr schnell sind und meine Reflexe und Auswendiglernenkenntnisse fordern, kann ich dem Spielsystem nicht sehr viel abgewinnen. Durch das ständige und alternierende Wechseln der Fahrzeugfarbe kann sich Fast Racing Neo zwar eine Portion Eigenständigkeit abschneiden und vor allem Profis sehr fordern, doch zusammen mit den wenig abwechslungsreichen Fahrzeugen steigt in meinen Augen der Schwierigkeitsgrad ins Unermessliche. Ich habe nichts gegen schwierige Spiele, aber wenn man sich in einem Rennspiel auch nur einen Fehler erlaubt und dann so gut wie keine Chance mehr hat, unter die ersten Plätze zu gelangen, ist das sehr demotivierend. Wem aber genau solche Design-Entscheidungen gefallen, wird mit Fast Racing Neo inklusive vieler hübscher und vielseitiger Rennstrecken, einem gelungenen Soundtrack und einer konstanten Bildwiederholungsrate von sechzig Bildern pro Sekunde sehr viel Spaß mit dem Spiel haben!

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