Review: Bleach (Box 1, Episode 1-20)

In Japan konnte die Manga-Reihe Bleach seit 2001 viele Erfolge feiern, was schließlich dazu führte, dass immer mehr Bände veröffentlicht und das Ende erst 2016 besiegelt wurde. Zwischen 2004 und 2012 wurde der Manga von Kubo Tite dann auch als Anime-Serie adaptiert.

Bis zur Veröffentlichung der Anime-Serie Bleach im deutschsprachigen Raum dauerte es jedoch bis ins Jahr 2009. Bis 2010 hat der einstige Fernsehsender Animax die Serie 53 Folgen lang synchronisieren lassen und anschließend ausgestrahlt; danach wurde es bis 2017 wieder still um die Reihe. Publisher Kazé Anime setzte dem Flehen der Fans ein Ende und veröffentlicht seither die Serie in mehreren Boxen. In der vorliegenden ersten Serienbox werden vor allem die Grundlagen der Serie erläutert. Die Handlung dreht sich um den fünfzehnjährigen Kurosaki Ichigo, der zusammen mit seinen beiden jüngeren Schwestern und seinem verwitweten Vater in der fiktiven japanischen Stadt Karakura lebt. Während seine beiden Schwestern Karin und Yuzu vor allem den schulischen Aktivitäten nachgehen und sich um den Haushalt kümmern, leitet Ichigos Vater Isshin eine Privatklinik. In dieser Klink kümmert er sich schon in den ersten zwanzig Episoden der Serie mehr als einmal um Patienten, die in irgendeiner Weise in Verbindung mit seinem Sohn Ichigo stehen. Da dieser die spirituelle Gabe hat, mit den Seelen verstorbener Menschen zu kommunizieren und übernatürliche Wesen zu sehen, führt ihn das des Öfteren in missliche Lagen und schleppt die Geister unter Umständen zuhause an. In der ersten Bleach-Folge lernt er so auch die Shinigami Kuchiki Rukia kennen.

Notwendiger Humor für den Ernst des Lebens

Hauptsächlich drehen sich die ersten zwanzig Episoden von Bleach, die in Fan-Kreisen auch als erstes Kapitel bezeichnet werden, um die Beziehung zwischen Rukia und Ichigo. Da Rukia im Kampf gegen einen so genannten Hollow schwer verletzt wird, überträgt sie ihre Shinigami-Fähigkeiten an Ichigo – obwohl es ihr als Shinigami verboten ist, ihre Kräfte mit einem menschlichen Wesen zu teilen. Da der frische Oberschüler seine spirituellen Fähigkeiten aber nicht so gut kontrollieren kann, nimmt er ihr prompt ihre ganze Kraft, was dazu führt, dass Rukia bedauerlicherweise in der Welt der Menschen festsitzt und erst einmal nicht in ihre Heimat, die Soul Society, zurückkehren kann. In ihrer menschlichen Hülle muss sie das mitunter harte Menschenleben kennenlernen – in einer Folge verzweifelt sie sogar daran, wie sie an die Flüssigkeit in einem Trinkpäckchen gelangt. An dieser und an vielen weiteren Stellen ist sehr gut zu erkennen, dass sich die Anime-Serie trotz der ernsten Handlung nicht immer ganz ernst nimmt. Bestimmte Situationen werden mit reichlich Humor unterlegt und erheitern die entsprechenden Szenen, aber niemals so sehr, dass Bleach zu einer Witzparade verkommt. Dadurch, dass sich viele Szenen in der Oberschule von Karakura abspielen, sind die Gags zudem notwendig, um ein zumindest gut eingespieltes Freundschaftsverhältnis zu suggerieren.

Solide technische Grundlage mit reichlich Action

Neben dem Humor sind die Action-Szenen der Serie das zweite wichtige Standbein. Der bereits angedeutete Kampf gegen die Hollows, die am ehesten mit monsterartigen und maskierten Wesen beschrieben werden können, steht dabei im Zentrum. Obwohl sich Ichigo zu Beginn noch nicht ganz sicher ist, ob er für Rukia gegen die Hollows kämpfen will, entscheidet er sich über kurz oder lang dazu, ihr zu helfen. Dementsprechend wird auch die Obrigkeit aus der Soul Society auf Ichigo aufmerksam und erkennt, welches schwere Gesetz Rukia gebrochen hat. Jedes weitere Detail würde in Spoilern ausarten. Es sei jedoch gesagt, dass auch die mittlerweile gemeinsamen Schulfreunde zum Teil über spirituelle Energie verfügen und sich ihnen peu á peu anschließen. Auf der technischen Ebene bieten die Episoden der ersten Serienbox ein gesundes Bild im 4:3-Format mit einer akustischen Untermalung in Dolby Digital 2.0. Der Soundtrack kann hin und wieder mit passenden Songs aus den Genres Pop, Rock und Hip-Hop die Kämpfe aufwerten. Auf den drei Datenträgern liegen die ursprünglich von Panini in Auftrag gegebenen Synchronisation und der japanische Originalton vor. Obwohl die deutsche Synchronisation mit sehr bekannten Sprechern aufwartet, ist es ein Graus, wie so mancher japanischer Begriff ausgesprochen wird, weshalb der Originalton zu bevorzugen ist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 1 bis 20 der Serie): Bleach gehört zu den Serien, die in Fan-Kreisen immer mal wieder Erwähnung finden. Bis die Serie hierzulande in schönen Serienboxen veröffentlicht wurde, hat es jedoch einige Zeit gedauert. Dabei ist diese lange Wartezeit gar nicht so verständlich, da die Anime-Serie durchaus ihre Qualitäten hat. Der Humor wird in vielen Szenen so übertrieben dargestellt, dass fast kein Auge trocken bleibt. Vor allem in der japanischen Originalfassung können die Gags dank besserer Betonungen noch sehr viel mehr punkten als in der ebenso guten deutschen Synchronisation, die aber aufgrund einiger falsch ausgesprochener japanischer Begriffe immer wieder aus dem Anschauen der Episoden rausreißt. Dennoch ist schon in den ersten Episoden zu merken, dass das Franchise noch ausbaufähig ist und viele Elemente wohl auch erst noch in den nächsten Folgen beziehungsweise Serienboxen erläutert werden. Wenn die Serie bis dahin jedoch mit ihrem Humor auf dem Niveau bleibt und die Kämpfe gegen die Hollows ähnlich spannend gestaltet werden, dann wird das aber ein Fakt sein, den jeder Zuschauer gut und gerne in Kauf nimmt!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Bleach (Box 1, Episoden 1-20)!

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