Review: Detektiv Conan (Box 2, Episoden 35-68)

Nachdem Kazé Anime im März 2017 die erste Serienbox von der Anime-Serie Detektiv Conan veröffentlicht hatte, mussten Fans auf eine weitere Fortsetzung ihrer Lieblingsserie nicht lange warten. Schon im Juni 2017 folgte das zweite und ebenso sehenswürdige Episodenpaket.

Für den Privatdetektiv Mōri Kogorō hätte es definitiv nicht besser kommen können: Jahrelang war der ehemalige Polizist, dessen Spürsinn von seinen Kollegen meist belächelt wurde, nur bedingt erfolgreich. Als seine Tochter Mōri Ran den kleinen Jungen Edogawa Conan mit zu ihnen nach Hause brachte, änderte sich die Situation von Kogorō schlagartig. Zwar kommt es ihnen und den Menschen, die ihnen nahestehen, hin und wieder merkwürdig vor, dass Kogorō plötzlich einen Fall nach dem anderen bearbeiten und lösen kann, doch ahnt niemand, dass im Körper des Grundschülers eigentlich der siebzehnjährige Kudō Shin’ichi steckt, der noch dazu Rans Freund ist. Er wurde von mysteriösen Männern in schwarzen Anzügen geschrumpft, obwohl diese denken, ihn getötet zu haben. Um sich und Ran zu schützen, muss er seine wahre Identität geheim halten und im Verborgenen versuchen, mehr über die Männer in Schwarz herauszufinden. Damit das Unterfangen gelingt, beschließt Shin’ichi in der Rolle von Conan Kogorō unter die Arme zu greifen und ihm dabei zu helfen, mehr über die dubiosen Machenschaften zu erfahren, in die Kogorōs mal mehr und mal weniger bereitwilligen Klienten hineingezogen werden – schließlich ist es auf diesem Wege durchaus möglich, auf eine Spur zu stoßen. Während diese im Serienauftakt kaum greifbar war, gibt es diesmal ein paar Hinweise.

Verzahnte Fälle

Hauptsächlich handelt es sich bei den vorliegenden Folgen wieder um in sich abgeschlossene Episoden, die abwechslungsreiche Fälle aufwerfen, die nur selten miteinander verknüpft sind. Dennoch tauchen in späteren Folgen Charaktere auf, die bereits einmal in Erscheinung getreten sind. Beispielsweise stößt Kogorō in der 68. Episode auf seinen alten Freund Ōmura Jun, der schon in der ersten Serienbox in den Kreis der Verdächtigen gerückt ist – dieses Mal ist es ein merkwürdiges Klopfen, das Jun Nacht für Nacht wach hält. An dieser Episode ist auch der eher konstruierte Aufbau eines Falls beziehungsweise einer Episode von Detektiv Conan zu erkennen. Gerade in dem Moment, in dem sich Kogorō, Ran und Conan mit Jun unterhalten, geschieht auf der Straße ein Mord. Dieser Aufbau sollte vom Zuschauer angenommen werden, da die einzelnen Geschichten inklusive des teils waghalsigen Aufklärens der Verbrechen den Charme der Anime-Serie ausmachen. Zudem können die Geschehnisse in den Episoden so bis zur letzten Minute tatsächlich sehr gut ineinandergreifen, sodass es auch durchweg sehr spannend bleibt. Wer jedes Detail aufklaubt, wird sich schnell dabei ertappen, zusammen mit den beiden Detektiven den Fall lösen zu wollen. Da sich ein Fall – bis auf ein paar Ausnahmen – auf eine Folge beschränkt, eignet sich Detektiv Conan auch für zwischendurch. Toll!

Unter Verdacht

Obwohl die meisten Episoden für sich alleine stehen und nur selten ein (geringes) Vorwissen erwartet wird, gibt es in der zweiten Serienbox dennoch ein paar Episoden, die die nur selten spürbare Rahmenhandlung fortführen. Unter anderem tauchen auf einmal Conans vermeintliche Eltern auf, die er prompt als Mitglieder der mysteriösen Organisation enttarnen will, die für seinen geschrumpften Körper verantwortlich ist. Des Weiteren tritt Hattori Heiji in Erscheinung, der als „Detektiv des Westens“ bezeichnet wird und Shin’ichis Konkurrent ist. Er kann nicht glauben, dass Kogorō so viele Fälle gelöst hat und vermutet prompt, dass Conan hinter allem steckt. Ob es ihm gelingt, Conans wahre Identität herauszufinden, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Dennoch sollten Detektiv-Conan-Fans nicht zu viel erwarten, denn die eigentliche Handlung bleibt eher im Hintergrund und lässt den anderen Fällen sehr viel mehr Raum, sich zu entfalten. An der optischen und akustischen Gestaltung hat sich seit dem Serienauftakt nichts getan. Das Bild erstrahlt mit schönen Farben im 4:3-Format und untermalt das Geschehen mit dem typischen Soundtrack in Dolby Digital 2.0. Die deutschen Synchronsprecher verleihen ihren Charakteren, trotz ein paar Ausrutschern bei der Aussprache japanischer Begriffe, sehr viel Leben, sodass das Ansehen zu einem wahren Genuss wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 35 bis 68 der Serie): Detektiv Conan gehört zu den Anime-Serien, die zwar auf eine durchaus intelligente Rahmenhandlung setzen, sie aber nur sehr, sehr selten ausspielen. So sind auch die meisten Episoden der zweiten Serienbox in sich geschlossen und bieten nur wenig Anhaltspunkte, die in die eigentliche Geschichte mit einfließen kann. Trotzdem schaffen es die vorliegenden Folgen schon sehr viel besser, diese mit netten Details zu ergänzen, als die vorherigen 34 Episoden der ersten Serienbox. An der restlichen Gestaltung hat sich hingegen nichts verändert und das ist auch nicht schlimm. Abgesehen von den technischen Aspekten, die einzig und allein auf den Entstehungszeitraum zurückzuführen sind, kann die Serie wieder einmal mit ihrem Humor, vielen illustren Figuren und den von vorne bis hinten konstruierten Fällen punkten. Nach wie vor macht es wirklich riesigen Spaß, auch als passiver Zuschauer die Fälle zusammen mit Conan und Co zu lösen. Wer das Konzept mag, wird auch hier mit den Folgen 35 bis 68 sehr gut unterhaltet werden.  

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Detektiv Conan (Box 1, Episoden 35-68)!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s