Review: Bleach (Box 2, Episoden 21-41)

In den ersten zwanzig Episoden der Anime-Serie Bleach wurden die Grundlagen für die Story gelegt. Überraschenderweise werden diese in den Folgen 21 bis 41 kaum mehr benötigt und machen so Platz für einen gänzlich neuen und ebenso unterhaltsamen Handlungsstrang.

Wer sich an den Serienauftakt erinnert, wird den Kampf gegen die Hollows noch sehr, sehr gut im Gedächtnis haben. Kurosaki Ichigo, ein gewöhnlicher Oberschüler, der über spirituelle Fähigkeiten verfügt und mit den Seelen verstorbener Menschen kommunizieren kann, traf auf die Shinigami Rukia Kukichi. Im Eifer des Gefechts musste sie ihre Kräfte gänzlich auf Ichigo übertragen, damit dieser einen der monsterähnlichen Hollows besiegen konnte. Als Shinigami stammt Rukia jedoch aus der so genannten Soul Society, einem geheimnisvollen Ort fernab der Menschenwelt – und in dieser abgeschotteten Gesellschaft gibt es bestimmte Gesetze, die penibel eingehalten werden müssen. So ist es Shinigami etwa verboten, ihre Kräfte an einen Menschen zu übertragen. Dies führte schließlich dazu, dass Rukia von ihrem Bruder Kuchiki Byakuya und dessen Vizekommandanten Abarai Renji in Karakura, einem der wichtigen Handlungsorte von Bleach, aufgespürt und schließlich aufgefordert wurde, zurückzukehren. An diese Geschichte knüpft die zweite Serienbox nahtlos an. Nach ausuferndem Training bricht Ichigo zusammen mit seinen Freunden und Verbündeten Inoue Orihime, Ishida Uryū und Sado Yasutora in die Soul Society ein, um die hilflose Rukia zu retten. Diese soll aufgrund ihrer Straftaten nämlich binnen weniger Wochen zum Tode verurteilt und hingerichtet werden.

Einbruch in die Soul Society

Nachdem in der ersten Serienbox beziehungsweise dem als erstes Kapitel bezeichneten Handlungsstrang der Haupthandlungsort der Serie die an das westliche Tōkyō angelehnte japanische Stadt Karakura war, verlagert sich das Geschehen in den vorliegenden Episoden in die – in vorherigen Folgen bereits mehrfach erwähnte – Soul Society. Diese Welt, die vor allem feudalen Strukturen unterworfen und alter japanischer und chinesischer Architektur, gepaart mit Elementen des 20. Jahrhunderts, nachempfunden ist, stellt im Grunde den Himmel dar, in dem die durch die Shinigami geläuterten Seelen gelangen und ihren Frieden finden. Ein gänzlich friedvoller Ort ist jedoch auch die Soul Society nicht, denn die Anime-Serie macht keinen Hehl daraus, den neuen Handlungsort kritisch darzustellen. So ist es den Seelen aufgrund der riesigen Gesellschaft nur sehr selten möglich, verstorbene Angehörige zu finden. Ebenso gibt es große soziale Unterschiede, sodass Adlige und arme Familien koexistieren. Zudem suggerieren einige Militärs ein fast schon totalitäres System. Es ist wirklich spannend und interessant, mit jeder weiteren Episode in das soziale System der Soul Society einzudringen. Auch der Einblick in die Vergangenheit von Rukia und Renji unterstützt die Ausarbeitung der Soul Society, die in der ersten Serienbox nur als loses Konzept im Hintergrund peu á peu aufgebaut wurde.

Einflüsse einer Weiterentwicklung

Es wäre an dieser Stelle jedoch vollkommen falsch, die zweite Serienbox beziehungsweise die 21 enthaltenen Episoden nur als eine logische Fortsetzung der vorherigen Folgen zu betrachten. Die Geschichte, die in der zweiten Serienbox aufgegriffen wird, ist viel eher eine konsequente Weiterentwicklung. So wird der Kampf gegen die Hollows gefühlt Jahre in die Vergangenheit verlagert und der Fokus vollkommen auf die Rettung von Rukia gelegt. Auf Kämpfe wird in der zweiten Serienbox beziehungsweise dem zweiten großen Kapitel der Anime-Serie aber natürlich nicht verzichtet. Bereits bevor die Freunde nach Seireitei, dem Zentrum der Soul Society, gelangen können, stellt sich ihnen ihr erster Feind in den Weg. In den darauffolgenden Episoden ist der erzähltechnische Einfluss von anderen Anime-Serien wie One Piece deutlich zu spüren. So werden die Freunde unter anderem voneinander getrennt und müssen deshalb an unterschiedlichen Orten kämpfen, bevor sie sich erst später wieder zusammenschließen. Genau wie Bleach bestimmten Einflüssen unterlegen ist, hat die Serie auch andere Anime inspiriert. Der Aufbau der Soul Society mit ihrer großen Mauer um das Zentrum herum erinnert beispielsweise an Attack on Titan. Unterm Strich lässt sich sagen, dass das zweite Episodenpaket von Bleach an die Qualität der ersten Box anknüpft und sich die Story ihrer neuen Umgebung sehr gut anpasst.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 21 bis 41 der Serie): Es kommt nur sehr, sehr selten vor, dass sich eine Anime-Serie von ihren Grundzügen verabschiedet und eine gänzlich neue Geschichte erzählt, die nichts mehr mit den einleitenden Elementen zu tun hat. Bleach ist solch eine Serie und verpasst dem als zweites Kapitel bezeichneten Handlungsstrang einen ganz neuen Anstrich. Die Story findet nun kaum mehr in einer japanischen Stadt zu Beginn des 21. Jahrhunderts statt, sondern an einem interessanten Ort, der feudalen Strukturen unterworfen ist und mit alter chinesischer und japanischer Architektur einen ganz eigenen Stil aufweist. Im Mittelpunkt der spannenden und unterhaltsamen Handlung steht die Rettung von Rukia, die passenderweise auch im Zentrum der Soul Society verwahrt wird. Bis die Charaktere dort angelangen, müssen sie einige Prüfungen und Kämpfe überstehen, die gewohnt mit viel Action und Humor unterlegt sind. Wer die ersten Episoden von Bleach bereits mochte, wird auch die 21 Folgen des zweiten Episodenpakets verschlingen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Bleach (Box 2, Episoden 21-41)!

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