Review: Detektiv Conan (Box 3, Episoden 69-102)

Im September 2017 veröffentlichte Publisher Kazé Anime die dritte Serienbox von der Anime-Serie Detektiv Conan. Diese enthält die Episoden 69 bis 102 und bietet erneut viele interessante Fälle, die jedoch allesamt sehr wenig mit der eigentlichen Handlung zu tun haben.

Fans von Detektiv Conan ist dieser Umstand jedoch nicht neu, denn bereits in den vorherigen 68 Episoden gab es nur sehr wenige Folgen, die sich tatsächlich mit der Fortführung der eigentlichen Storyline beschäftigten. Nach wie vor lebt der im Serienauftakt zum Kind geschrumpfte siebzehnjährige Schülerdetektiv Kudō Shin’ichi im Haushalt seiner Freundin Mōri Ran und deren Vater Mōri Kogorō, einem zunehmend immer berühmteren Privatdetektiv, den er schon nach wenigen Folgen liebevoll als sein „Onkelchen“ bezeichnet. Die beiden wissen natürlich nicht, dass sich hinter dem drolligen Kerlchen Shin’ichi befindet, obwohl Ran hin und wieder Anzeichen entdeckt, dass Edogawa Conan eigentlich ihr Freund ist, den sie schon seit dutzenden Folgen schmerzlich vermisst. Unter anderem bemerkt sie das daran, dass Brillenträger Conan ohne sein Lesegerät Shin’ichi frappierend ähnlich sieht. Außerdem kann es doch nicht sein, dass ihr Vater sich für jeden neuen Fall früher sichtlich bemühen musste und ihm jetzt die Fälle nur so in den Schoß fallen. Seit einiger Zeit wird Kogorō gar als genau der Detektiv bezeichnet, der seine Fälle im Schlaf löst. Das liegt jedoch nur daran, dass Conan ihn mit Hilfe seines Narkose-Chronometers kurzzeitig betäubt und dann mit seinem Stimmentransponser Kogorōs Stimme imitiert, um die einzelnen Kriminalfälle für ihn aufzulösen.

Konstruierte Kriminalfälle

Über die Story lässt sich sicherlich streiten, doch nicht von der Hand zu weisen ist, dass jeder einzelne Fall in puncto Handlung spannend gestaltet und zudem jeder Mord, jeder Raub, jede Entführung und alle anderen Verbrechen clever von den Tätern inszeniert werden. Nur selten kommen Zuschauer früher als Conan darauf, wie die Tat abgelaufen sein mag. Dies beweist ein weiteres Mal, wie viele Ideen der Autor der Manga-Vorlage Aoyama Gōshō beziehungsweise die Mitarbeiter des Animationsstudios in die Serie haben einfließen lassen. Auffällig ist dabei nur, dass sehr viele Verbrechen mittels Angelschnur und Klebeband begangen werden – und diese konstruierten Fälle sind das einzige, was einzelnen Episoden der Anime-Serie hin und wieder ein wenig die Spannung raubt. Unterm Strich ist dies jedoch nicht schlimm, da es auch genügend Folgen gibt, in denen andere Gegenstände verwendet werden, um Morde und Co in die Tat umzusetzen. So wird in einer Episode beispielsweise Chloroform schockgefroren, damit das Opfer nach einer bestimmten Zeit durch die entstandenen Dämpfe betäubt wird und der Täter leichtes Spiel hat, das Opfer im richtigen Moment zu töten. In einer anderen Folge fangen Conan und seine Freunde, die Detective Boys, über ein Funkgerät ein Gespräch ab, das mit dem Selbstmord einer Nebenfigur enden kann. Spannend und abwechslungsreich!

Abschluss der ersten Staffel

Die wichtigsten Episoden dieser Serienbox dürften nach der deutschen Episodenzählung der Anime-Serie jedoch die Folgen 78 und 79 sein, denn in diesen wird ein weiterer und wichtiger Charakter eingeführt. Hierbei handelt es sich um den Meisterdieb 1412, der besser bekannt ist als Kaitō Kid. Detektiv-Conan-Fans kennen diese wiederkehrende Nebenfigur eventuell aus der Anime-Serie Magic Kaitō: Kid the Phantom Thief und werden wissen, dass Conans neuer Widersacher in puncto Tricks ebenbürtig ist. Worauf es der Dieb abgesehen hat und ob es ihm gelingt, das Kleinod trotz des massiven Einsatzes von Sicherheitskräften und der Polizei zu stehlen, wird an dieser Stelle aus Spoiler-Gründen selbstverständlich nicht verraten. Auf jeden Fall funktioniert der Einsatz als direkter Konkurrent in Detektiv Conan wesentlich besser, als Conan selbst in Magic Kaitō nur als Gimmick in manchen Folgen einzubauen. Abseits dessen setzen die Episoden der dritten Serienbox von Detektiv Conan auf ein ähnliches technisches Grundgerüst wie die vorherigen 68 Episoden. Der Charme der Jahre 1997 und 1998 ist in den vorliegenden Folgen, die in einem beiliegenden Episodenguide in Form eines Booklets allesamt grob nachgelesen werden können, deutlich vorhanden. Da mit Episode 102 die erste Serienstaffel abgeschlossen wird, steigt die Vorfreude auf die vierte Serienbox so gleich doppelt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 69 bis 102 der Serie): Mit der dritten Serienbox von Detektiv Conan wird die erste Staffel der langlebigen Anime-Serie abgeschlossen. Leider versäumt es die Serie abermals, mehr über die Männer in Schwarz zu verraten. Stattdessen verwickelt sich Edogawa Conan zusammen mit Kogorō oder den Detective Boys immer mehr in neue Fälle, die serientypisch meist in einer, seltener in zwei oder gar drei Episoden, gelöst werden. Obwohl die Serie die eigentliche Story nicht vorantreiben will beziehungsweise kann, hat sie jedoch nicht an Biss verloren. Auch wenn viele Kriminalfälle in Detektiv Conan künstlich wirken oder teils arg konstruiert sind, geht die Spannung niemals verloren und kaum ist eine Folge abgeschlossen, will auch schon der nächste Fall zusammen mit Conan und Co in Angriff genommen werden. In der zweiten Serienstaffel darf aber gerne etwas mehr auf die eigentliche Handlung eingegangen werden, denn so toll die einzelnen Episoden mit ihren Fällen auch inszeniert sein mögen, irgendwann muss Conan schließlich auf eine heiße Spur stoßen, um die mysteriöse Organisation zu enttarnen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Detektiv Conan (Box 3, Episoden 69-102)!

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