Review: Accel World (Vol. 3)

Mittlerweile hat die Anime-Serie Accel World von Animationsstudio Sunrise die Hälfte aller Episoden hinter sich gelassen. Nachdem in der ersten Volume die Grundlagen geschaffen worden, nutze die zweite Ausgabe diese Basis, um die Beziehungen zwischen den wichtigen Charakteren zu festigen und auszuarbeiten.

Serienkenner mussten sich in den ersten beiden Volumes von Accel World schon mit vielen Ereignissen auseinandersetzen, die einen mehr oder weniger starken Einfluss auf die Story hatten. Vor allem Fans von Kuroyukihime, die ihren realen Namen wie ihren Augapfel hütet, wurden auf eine harte Probe gestellt, musste diese doch bei einem Autounfall fast schon das Zeitliche segnen. Trotzdem sorgte gerade dieser Vorfall dafür, dass die Handlung in Schwung geriet. So konnten sich die Figuren in der zweiten Volume auf einer zwischenmenschlichen Ebene wesentlich besser kennenlernen und sich untereinander austauschen. Vor allem das Auftauchen von Kōzuki Yuniko, die sich zunächst als Arita Haruyukis Cousine ausgegeben hat und schließlich als Nachfolgerin des Roten Königs entlarvt wurde, war für die Handlung der Serie von essentieller Bedeutung, da so eine Konfrontation mit Kuroyukihime provoziert wurde und die Zuschauer wesentlich tiefer in den Zwist zwischen den Königen eintauchen konnten. Außerdem wurden so auch die Territorialkämpfe in der Tōkyōer Innenstadt in den Mittelpunkt der Handlung, zumindest abseits der illustren Situationen des Alltags, gerückt. Nachdem am Ende der zweiten Volume fürs Erste ein wenig Ruhe eingekehrt ist, müssen sich die Protagonisten in der dritten Ausgabe abermals mit neuen Problemen auseinandersetzen.

Neuer Feind, neues Problem

So fühlt sich Haruyukis und Mayuzumi Takumus gemeinsame Freundin Kurashima Chiyuri von der Gruppe ausgeschlossen, da sie die Brain-Burst-Applikation nicht nutzt. Zu Beginn der 13. Episode und somit in der ersten Folge dieser Volume kann Chiyuri immer noch nicht glauben, dass Brain Burst weniger Spaß machen soll als es scheint und relativiert damit den Ernst, mit dem die restlichen Charaktere beziehungsweise Burst Linker Tag für Tag in die Kämpfe steigen. In der Zwischenzeit leidet Haruyuki an Alpträumen. Zum einen werden die Klassen ihrer Mittelschule durch den Eintritt ins neue Schuljahr neu gemischt, wodurch Haruyuki Angst davor hat, in einer Klasse mit Araya zu landen. Zum anderen geht seine Freundin Kuroyukihime auf eine zehntägige Klassenfahrt nach Okinawa, weshalb Haruyuki und der Rest der Bande das Geheimnis um den neuen Schüler Nōmi Seiji alleine lüften müssen. Dieser scheint jedoch mit allen Wassern gewaschen zu sein und ist den Freunden jedes Mal einen Schritt voraus. Das führt schließlich dazu, dass er etwas gegen Haruyuki und Chiyuri in der Hand hat und sie damit erpresst. Da es sich bei Seiji ebenfalls um einen Burst Linker handelt, spitzt sich die Lage nicht nur in der realen, sondern auch in der virtuellen Welt zu. Hier beweist die Anime-Serie einmal mehr, dass sie sich auch mit sozialen Problemen auseinandersetzt.

Gestaltungsform des Trübsals

Obwohl Accel World damit auch in der dritten Volume ernste und kritische Themen anspricht, gibt es dennoch einige Szenen, in denen der Humor der Serie zur Geltung kommt. Vor allem in jenem Moment, in dem Kuroyukihime Haruyuki beichtet, nach Okinawa zu reisen und ihm anbietet, einen Wunsch zu erfüllen, kommen Haruyukis pubertäre Gedanken ans Tageslicht. Die Überhand können diese Szenen aufgrund der ernsten Thematik allerdings nicht mehr gewinnen, dafür ist die Lage viel zu bedrohlich. Dies spiegelt sich auch in der optischen Gestaltung der Serie wieder. Manche Momente werden in das Licht der untergehenden Sonne eingehüllt oder mit dunklen Farben ausgeschmückt. Auch die Mimik von Haruyuki, die in der Regel sehr kindlich ausfällt und sich damit ohnehin von den anderen Charakteren mehr oder weniger unterscheidet, ist von diesen Auswirkungen betroffen. Sie wirken im Detail etwas erwachsener. Die restliche Gestaltung der Anime-Serie orientiert sich stark an den beiden vorherigen Volumes. So ist das Stadtbild von Tōkyō zwar nach wie vor greifbar gestaltet, die virtuellen Welten wirken jedoch zum Teil surreal. Im digitalen Bereich dieser Volume liegen Clear Opening und Clear Ending, die ab der 14. Episode verwendet werden, als Bonusmaterial vor. Laut den Herstellerangaben der Website liegen drei Postkarten in physischer Form bei.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Es ist wirklich erstaunlich, wie sehr es das Animationsstudio Sunrise schafft, die verschiedenen Episoden von Accel World fast schon wie Kapitel auf die einzelnen Volumes aufzuteilen. Während in der ersten Volume fast nur die Grundlagen der Serie vorgestellt und eigentlich nur eine etwas längere Einleitung geboten wird, stehen bei der zweiten Ausgabe klar die zwischenmenschlichen Beziehungen im Mittelpunkt. Auf dieser Basis ist es den Charakteren möglich, sich neuen Problemen in der dritten Volume auszusetzen und (sowohl gemeinsam als auch alleine) nach Lösungen zu suchen. Die Spannung in den vorliegenden sechs Folgen dieses Pakets ist nach wie vor jederzeit zu spüren und durch den Konflikt zwischen Seiji, Haruyuki und Chiyuri wird die Story von Accel World auf eine neue Ebene gehievt. Wer schon mit den ersten beiden Volumes seine Freude hatte, wird bei der dritten Ausgabe erst recht nicht enttäuscht werden.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Accel World (Vol. 3)!

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