Review: Strike the Blood (Vol. 4)

Mit der vierten und damit letzten Volume ist Strike the Blood am Ende angelangt. Dabei traut sich die Serie nicht über ihren eigenen Schatten zu springen und erzählt abermals eine vage zusammenhängende Story, anstatt tatsächlich auf ein abschließendes Finale vorzubereiten.

In der 19. Episode der Anime-Serie benötigt Protagonist Akatsuki Kojō dringend Blut, um die Lage auf der fiktiven Insel Itogami unter Kontrolle zu bringen. Diese löst sich nach und nach in Nebel auf, was einen völlig neuen Grad der Zerstörung darstellt und unbedingt von Kojō und seinen Freunden verhindert werden muss. Hexe Tokoyogi Aya, gegen die die Gruppe seit dem Ende der dritten Volume angeht, ist es jedoch gleichgültig, was mit der Insel geschieht. Da ihrer Meinung nach Hexen als minderwertige Wesen vorverurteilt werden, beschließt sie, die Welt nach ihren Gedanken und Ideen zu formen. Wie dieser Konflikt beigelegt werden kann, wird an dieser Stelle nicht verraten. Ohnehin baut die meist nur sehr vage zusammenhänge Story nach der Auseinandersetzung mit der Hexe auf einem neuen Handlungsstrang auf. So taucht der Alchemist Amatsuka Kō auf und versucht Kojō auf offener Straße zu töten. Dass das natürlich nicht so einfach funktioniert, dürfte jedem Serienkenner bewusst sein. Immerhin erfahren die Freunde so etwas über die ominöse Nina Adelard, die in der Hierarchie über dem durchtriebenen Kō steht. Kō versucht mit seiner Magie ein uraltes Wesen wiederzubeleben, was schließlich zur letzten Konfrontation mit dem Bösen in der Anime-Serie führt. Leider bedeutet diese Erzählweise, dass es kaum zu einem angemessenen Abschluss kommt.

Angemessene Action, etwas Erotik und wenig Humor

Wie schon in den vorherigen drei Ausgaben gehört auch ein guter Schuss Erotik zu Strike the Blood. Diesmal bieten sich gleich mehrere der weiblichen Figuren Kojō an, sich an ihrem Blut zu bedienen – und entkleiden sich insofern, dass Kurven und Rundungen deutlich sichtbar für Kojō und auch den neugierigen Zuschauer hervorstechen. In einer anderen Szene landet wiederum Kojōs Freundin Aiba Asagi im Gebüsch auf ihn, die beiden werden danach prompt ertappt. Fans und Liebhaber solcher heiklen Angelegenheiten wird dies sicher sehr gefallen, nach wie vor ist es aber fraglich, ob die Anime-Serie solche Eskapaden tatsächlich gebraucht hätte. Immerhin sind derlei Szenen gut in die Handlung eingewoben und trotz der teils plumpen Inszenierung fallen sie kaum störend auf. Sämtliche Charaktere behalten im Angesicht der sonst sehr ernsten Handlung stets die Nerven, sodass die Spannung niemals darunter leidet. Im Vergleich mit den vergangenen Episoden fallen der Humor und sogar der Anteil erotischer Elemente dieses Mal sogar noch nebensächlicher aus. Wer also in den letzten Folgen glaubte, zu sehr mit lustigen Szenen leben zu müssen, wird sich im Finale womöglich etwas wohler fühlen. Allerdings bleiben Kämpfe auf ein Minimum reduziert; zwar stehen sich die Gegner weiterhin teils lange gegenüber, der eigentliche Schlagabtausch beschränkt sich allerdings auf ein paar wenige Angriff- und Verteidigungsmechanismen. Das geht besser!

Abschließende Volume in bekannter Tradition

Unter technischen Gesichtspunkten befinden sich die Episoden der vierten Volume von Strike the Blood auf demselben Niveau wie die Folgen der drei vorherigen Ausgaben. So sind alle positiven und negativen Merkmale weiterhin vorhanden: Im bildschirmfüllenden 16:9-Format können sämtliche Szenen mit sterilen Hintergründen und klar gezeichneten Charakteren punkten. Das Gesamtbild bei der Auflösung von 1080p überzeugt des Weiteren mit diversen Lichteffekten, enttäuscht aber weiterhin mit eher schwachen Animationen. Eine Entwicklung der Effektspielerei von der ersten bis zur letzten Episode fand somit seitens der Köpfe hinter dem Projekt nicht statt, sie blieb dem Konzept dafür treu. Wenigstens kann der Soundtrack in allen Szenen mit angenehm dazu passenden Klängen punkten. Heitere Musik unterlegt die fröhlichen Momente und düstere Musik unterstreicht vor allem die Auseinandersetzungen mit den Feinden. Durch die deutschen und japanischen Synchronsprecher wird die Kulisse auch in der vierten Volume durchweg gut unterlegt, zu erwähnen sei jedoch, dass der japanische Originalton leicht die Nase vorn hat. Digitales Bonusmaterial liegt in Form eines Clear Openings und eines Clear Endings vor, in der physischer Ausgabe spendiert Publisher Kazé Anime zusätzlich ein 24-seitiges Booklet und zwei Postkarten. Das beiliegende Material lag für den Test zwar nicht vor, es ist aber davon auszugehen, dass es der typisch guten Qualität des Publishers entspricht. Fans werden sich über die zusätzlichen Infohäppchens sehr freuen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Unterm Strich ist Strike the Blood ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite kann die Anime-Serie mit ihrem Humor, ihren vielen ulkigen Szenen, den heiteren Charakteren und tatsächlich auch so manchem ernsten Handlungsstrang durchaus punkten. Auf der anderen Seite hängen genau diese Elemente nur in wenigen Episoden so eng zusammen, dass sie ein schlüssiges Gesamtbild für die ganze Serie bilden können. Auch für die vierte und somit letzte Volume gilt dieser Grundsatz; so gibt es kaum Überraschungen und im Grunde nur noch mehr vom Gleichen. Der letzte Handlungsstrang hat wie verschiedene Storylines zuvor nichts mit der Ausgangslage zu tun, sodass eigentlich nur Fans der Manga-Vorlage voll und ganz auf ihre Kosten kommen. Für diese bleibt zu hoffen, dass früher oder später auch die Original Video Animations im deutschsprachigen Raum veröffentlicht werden. Eine vollwertige weitere Staffel existiert bisher leider noch nicht.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Strike the Blood (Vol. 4)!

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