Review: Inspector Akane Tsunemori (Band 5)

Dass es in der Manga-Reihe Inspector Akane Tsunemori auf das Finale zugeht, ist seit dem dritten Band absehbar. Nachdem der vierte Band den Haupthandlungsstrang um eine weitere Geschichte bereichert hat, fallen im fünften und somit vorletzten Band peu á peu die Masken verschiedener Figuren. Am Ende des vierten Bandes erreichten die Charaktere trotz des in der Stadt herrschenden Chaos den Nona-Turm, in dem das berühmt-berüchtigte Sibyl-System aufbewahrt wird, das über die mentale Verfassung der japanischen Bevölkerung richtet. Der offensichtliche Bösewicht der Handlung, Makishima Shōgo, hat sich in der Spitze des Turms einquartiert. Sein Ziel ist die Abschaltung des Systems, um den Menschen ihre Freiheit wiederzugeben. Obwohl die Einsatztruppe um die titelgebende Inspektorin Tsunemori Akane die Verfolgung ihres Gegenspielers mit allen nötigen Maßnahmen in Kauf nimmt, besteht die Direktorin des Amts für öffentliche Sicherheit darauf, dass die Gefangennahme von Makishima friedlich verläuft. Dieses Unterfangen wird von Makishima jedoch verkompliziert, da er versucht, einen der Vollstrecker auf seine Seite zu ziehen und für seine Zwecke zu missbrauchen. Inwiefern es Tsunemori gelingt, den Übeltäter zu verhaften, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Für den Leser bleibt es dank unvorhersehbarer Wendungen jedoch spannend.

Tücken des 22. Jahrhunderts

Schon mehrfach hat die Manga-Serie von Miyoshi Hikaru unter Beweis gestellt, dass Details sehr wichtig sind, um eine stimmige Welt aufs Papier zu zaubern. Dies gilt nicht nur an dem facettenreichen Charakterdesign von Amano Akira und an der futuristischen Architektur, die sowohl in Innenräumen als auch in Außenarealen trotz Science-Fiction-Anleihen durchaus glaubhaft und nachvollziehbar wirkt, sondern auch für die zahlreichen Details in den Dialogen zwischen verschiedenen Charakteren. Damit sind weniger dezent platzierte verbale Schlagabtausche oder Gespräche über das weitere Vorgehen im aktuellen Fall gemeint, sondern eher zahlreiche Informationen, die wie Randnotizen in die Dialoge eingebaut worden sind. Beispielsweise wird in Zusammenhang mit dem Sibyl-System konkret auf den dritten Teil des satirischen Romans Gullivers Reisen von Jonathan Swift Stellung bezogen. Auch dass gedruckte Bücher im 22. Jahrhundert eine Seltenheit sind, wird bewusst mit dieser Angabe verbunden, um zum einen das Universum von Inspector Akane Tsunemori zu vertiefen, und zum anderen, um die Handlung auf eine neue Meta-Ebene zu hieven. Der Aufbau dieser Manga-Reihe versprüht an allen Ecken und Enden eine regelrechte Faszination auf den Leser, die so ungebrochen ins Finale mit dem nächsten und leider auch schon letzten Band einziehen wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Mit dem fünften Band von Inspector Akane Tsunemori gelang es Miyoshi Hikaru die tiefgründige Geschichte der gelobten Anime-Serie Psycho-Pass auch in Manga-Form gekonnt fortzuführen. Wer die Anime-Serie kennt, wird deshalb auch in dieser Ausgabe der Reihe keine neue Erkenntnisse erfahren –  wer aber nicht mit der Handlung von Psycho-Pass vertraut ist, freut sich umso mehr über die vielen Enthüllungen und einzelnen Details, die auch im fünften Band wieder für offene Augen beim Lesen sorgen. Zusammen mit der Jagd aus der vorletzten Ausgabe ist der fünfte Band ein herausragendes Beispiel dafür, wie ein Manga erzählt werden sollte!

Vielen Dank an Kazé Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Inspector Akane Tsunemori (Band 5)!

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