Review: Food Wars: The Second Plate (Vol. 1)

In den Jahren 2016 und 2017 veröffentlichte Kazé Anime die erste Staffel der Anime-Serie Food Wars. Nur einige Monate nach der Fernsehpremiere in Japan schiebt der Publisher kurzerhand die zweite Season nach, um den Heißhunger der Fans erneut zu stillen.

Am eigentlichen Konzept der Serie hat sich auch in der zweiten Staffel, die auf den ulkigen Namen Food Wars: The Second Plate getauft wurde, nichts verändert. Genauer gesagt setzt die Handlung an den Ereignissen der vierten Volume der ersten Staffel an und führt damit die so genannte Herbstauslese fort, bei der die schlechtesten Köche ausgesiebt werden. Nach wie vor geht es hier um das Zubereiten von köstlichen Mahlzeiten durch die besten Schüler der Tōtsuki-Kochschule. Zwei dieser Schüler sind Protagonist Sōma Yukihira und seine Rivalin Nakiri Alice. In der ersten Episode sollen die beiden schlicht und einfach das vor allem in Japan bekannte und beliebte Gericht Bentō zubereiten. Was zunächst nach einem wirklich herkömmlichen Gericht klingt, entpuppt sich beim Kochduell als ganz schön anspruchsvolle Herausforderung. So kommt es stark auf die Zutaten beziehungsweise Bestandteile an, die für das Bentō ausgewählt werden. Für den Zuschauer mag das Gericht, das in der zweiten Folge der Serie gekocht wird, nicht wirklich anspruchsvoller klingen: Tadokoro Megumi und Kurokiba Ryō stehen sich in einem weiteren Duell gegenüber und müssen Ramen zubereiten. Wem die Gerichte gelingen, soll an dieser Stelle aber nicht verraten werden – ohnehin urteilen die Richter und nicht der Zuschauer über die besten Gerichte. Die stringente Story kann mit ein paar Wendungen und Überraschungen punkten und bleibt somit durchweg spannend.

Klischeebelasteter Humor

Ein wichtiger Bestandteil von Food Wars: The Second Plate ist der typische Humor der Serie. Das heißt, dass die Charaktere, die das zubereitete Essen schließlich kosten, vom Geschmack betört werden und das teilweise mit Entkleidungen unterlegen. Ganz so erotisch wie in den vier Volumes der ersten Staffel wird es in der zweiten Season allerdings nicht. Dafür gibt es noch weitere witzige Ausdrucksformen, Arato Hisako zaubert beispielsweise einen eigens kreierten Schildkröten-Burger aus dem Ärmel. Beim Probieren des Gerichts stellt sich einer der Richter vor, auf einmal eine riesige Schildkröte auf zwei Beinen in der Stadt zu sehen – eine Ähnlichkeit zu Kaijū-Filmen ist nicht von der Hand zu weisen. An einer Stelle baut der Humor der Anime-Serie sogar auf typischen Klischees auf. So wird die Intelligenz einer Figur darauf reduziert, dass sie eine Brille trägt und damit natürlich ganz besonders klug sein muss. Das Behandeln von Klischees kann aber nicht an jeder Stelle so lustig aufgenommen werden, denn in einer anderen Szene wird auf der Bühne tatsächlich Döner zubereitet – bei der beigefügten Erklärung, dass es sich dabei um ein türkisches Gericht handelt, wird ein türkisch aussehender Mann in traditioneller Tracht beim Abschneiden des Fleischs am Spieß gezeigt. Die Logik dahinter, das türkische Gericht zu unterstreichen, wird zwar jedem Zuschauer bewusst sein, fragwürdig ist diese überdeutliche Abbildung der Ethnie dennoch.

Bildqualität zum Anbeißen

In weiteren Punkten übertreibt die Serie bei der Umschreibung der einzelnen Zutaten maßlos, was die Unterhaltung und die Lust auf ein frisch zubereitetes Gericht aber nur noch einmal anheizt. Besonders fies für hungrige Zuschauer ist auch die wirklich schöne Darstellung des Essens im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p. Satte Farben, der Einsatz von Spezialeffekten, die Dampf suggerieren sollen, helfen dabei, den Blick nicht mehr vom Bildschirm zu lassen. Dadurch, dass die Kochduelle fast so ausufernd wie die Kämpfe im Dragon-Ball-Universum inszeniert werden, ist auch eine spannungsaufbauende Musik mit von der Partie. Peu á peu wird jeder Schritt bei der Zubereitung der Gerichte mit passenden Klängen unterlegt, sodass bedrohliche als auch heitere Musik die Präsentation im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 untermalen. Während die japanische Synchronisation wohl die erste Wahl für Fans der Serie ist, können jedoch auch die deutschen Sprecher überzeugen. Ihre Stimmen sind angenehm und drücken die Emotionen der Charaktere wirklich sehr gut aus, einzig und allein die Aussprache japanischer Begriffe reißt hin und wieder aus der sonst makellosen Atmosphäre. Wer auf Bonusmaterial hofft, wird im digitalen Bereich mit einem Clear Opening und einem Clear Ending fündig. Das laue Material entschädigen hingegen drei physische Booklets. Da diese nicht zum Test vorlagen, ist die Qualität der Heftchen unklar. Es ist jedoch von der typisch hochwertigen Verarbeitungsweise des Publishers auszugehen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Food Wars: The Second Plate funktioniert unterm Strich noch besser als die erste Staffel der Anime-Serie. Die stringenten und in einer angenehmen Geschwindigkeit erzählten Handlungsstränge wirken wesentlich kompakter und auch die Charaktere überzeugen einerseits mit ihrer liebevollen und andererseits mit ihrer aggressiven und konkurrierenden Art. So sind alle Kochwettbewerbe trotz ihrer Differenzen spannend inszeniert und die zubereiteten Gerichte selbst in der kunterbunten Anime-Form wirklich hübsch anzusehen. Hinzu kommt ein richtig toller Humor, der total abgedreht ist und sich nur selten etwas zu viel traut. Wer schon mit der ersten Staffel von Food Wars seinen Spaß hatte, wird das Gericht auf dem „zweiten Teller” regelrecht verschlingen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Food Wars: The Second Plate (Vol. 1)!

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