Review: Aldnoah.Zero (Vol. 7)

In der letzten Volume hat sich die sowohl spannende als auch intelligente Handlung der Anime-Serie Aldnoah.Zero konsekutiv weiterentwickelt – und an dieser Tatsache ändert sich in der siebten Ausgabe nichts, die sich vor allem um Sureins undurchsichtiges Vorgehen dreht.

Erneut sind in dieser Volume von Aldnoah.Zero drei Episoden, genauer gesagt die Folgen 19, 20 und 21 enthalten. Inhaltlich knüpfen die jeweils circa 24-minütigen Episoden an das Ende der 18. Folge an, in der Prinzessin Vāsu Envāsu Remurina die lebenserhaltenden Maschinen ihrer Schwester, deren Rolle sie mittlerweile dank Trugbildtechnologie mimt, fast vollständig abgeschaltet hat. Über eine visuelle Übertragung lässt sie den Rittern des Orbits und „ihrem“ Volk mitteilen, dass sie in Kürze Toroiyādo Surein heiraten wird und überträgt ihre Macht an ihren zukünftigen Ehemann, um gemeinsam ein neues Königreich auf der Erde zu errichten und später Hand in Hand über Vāsu zu herrschen. Gerade als der zum Graf ernannte Surein die Hoffnung aufgegeben hat, dass seine geliebte Prinzessin Aseiramu Vāsu Aryūshia aus dem Koma erwacht, erlangt diese das Bewusstsein wieder. Dies verschlechtert wiederum die Beziehung zu Remurina, die peu á peu an der Abwesenheit von Surein zerbricht. Obwohl in den letzten beiden Episodenpaketen Surein als Unsympath dargestellt wurde, ändert sich die Einstellung des Zuschauers zu seinen Taten in der siebten Volume etwas. Das lässt in jedem Falle Hoffnung aufkeimen, dass der Krieg zwischen Vāsu und der Erde noch beendet werden kann. Zwar sind alle Story-Abschnitte mit zahlreichen Wendungen und auch der einen oder anderen Überraschung gespickt, die wieder in einer neuen aussichtslosen Lage enden.

Dreiecksbeziehung mit Hindernissen

Graf Mazuūruka, der schon in der sechsten Volume von Aldnoah.Zero ein wichtiger Charakter war, spielt auch in den vorliegenden Episoden eine mittelgroße Rolle. Er geht auf Abstand zu den anderen Rittern des Orbits, um die Lage mit Weitsicht zu untersuchen, erkennt jedoch zugleich, dass die denkbar größte Machtfülle in Sureins Händen liegt. Hauptsächlich dreht sich die Story in der siebten Ausgabe um das Geschehen auf den Stützpunkten von Vāsu, die Erzählung um Kaizuka Inaho und Co wird in den Hintergrund verlagert und kaum beleuchtet. Dies ist allerdings die logische Konsequenz der vorherigen Entwicklung, denn nachdem der furiose Cliffhanger in der 18. Episode eine dermaßen große Erwartungshaltung aufgebaut hat, war es unbedingt nötig, die Handlung bewusst in dieser Form fortzuführen. Enttäuschungen gibt es dabei keine, denn die Geschichte um Surein und die beiden Prinzessinnen ist wirklich toll und mit vielen gelungenen Ideen gestaltet, sodass jeder Dialog und jede Entscheidung der drei Figuren zur Dramatik regelrecht beiträgt. Die wenigen Szenen, die auf der Erde spielen und vor allem das Kriegsgeschehen wiedergeben, können sich damit leider nicht so ganz rühmen. So wird in einer Szene der Einsatz des Schiffs Dyūkarion in Frage gestellt, da es nur aufgrund der Technologie des Feindes funktioniert. Ansonsten bleibt es bei diesem kurzen Handlungsstrang schlicht und einfach bei den Kämpfen gegen die feindlichen Kataphrakte.

Vermenschlichte Maschinen als Kriegswerkzeug

Obwohl die zwischenmenschlichen Dialoge bei Inaho und seinen Verbündeten auf der Strecke bleiben, ist auch hier die Darstellung der Kämpfe wichtig für die Atmosphäre. Es ist immer noch Krieg und auch dieser wird mit verschiedenen Stilmitteln eingefangen. Einerseits unterhalten sich die Charaktere bei den Kämpfen über ihre Taktik, die Feinde zu besiegen, die mit verschiedenen Fähigkeiten ausgestattet sind. Andererseits helfen die – vor allem in ihren Bewegungsmustern – vermenschlichten Kataphrakte bei der Vorstellung, dass jeder besiegte Kataphrakt ein Menschenleben fordert. Die computergenerierten Effekte könnten zwar nach wie vor etwas runder wirken, zeigen jedoch zumindest aus einer gewissen Entfernung ein dynamisches Bild vom Krieg. Am restlichen Gesamtbild im bildschirmfüllenden 16:9-Format ist wiederum nichts auszusetzen. Alle Charaktere sind schön animiert und passen wirklich gut zu den stets atmosphärischen Hintergründen in der Full-HD-Auflösung, die zudem mit sehr schönen Lichteffekten punkten. An einer Stelle ist die Dyūkarion zum Beispiel im Meer zu sehen, während im Hintergrund die Sonne untergeht und das Licht zudem noch auf der Wasseroberfläche reflektiert. Der Soundtrack ist nach wie vor gut, erreicht aber nicht immer die Qualität der vorherigen Volume, in der die Musikstücke prägnanter eingesetzt wurden. Alle Käufer freuen sich zudem über ein kleines Booklet mit zusätzlichen Informationen zur Serie.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): In der sechsten Volume konnte die Anime-Serie Aldnoah.Zero nicht gerade mit wirklich vielen Wendungen oder Überraschungen punkten. Dies macht die siebte Ausgabe schon wesentlich besser, zumal sich die Geschichte hauptsächlich auf drei Figuren stützt, die miteinander und gegeneinander agieren. So ist die Anspannung der verschiedenen Charaktere noch besser zu spüren als zuvor, was vor allem die Spannung beim Zuschauer in ungeahnte Höhen treibt. Dabei kommt der Handlungsstrang auf der Erde jedoch etwas zu kurz, hier wird „nur“ der dennoch wichtige Krieg thematisiert. Durch die vermenschlichten Kataphrakte wird die Bedrohung des Krieges, in dem Menschen ihr Leben lassen, nur noch einmal stärker beleuchtet. Schade ist nur, dass die Musik nicht mehr ganz so stark in den Vordergrund rückt, um die Wichtigkeit einzelner Szenen im wahrsten Sinne des Wortes zu betonen. Unterm Strich führt die siebte Volume die Geschichte gekonnt fort und liefert eine mehr als nur solide Grundlage, auf die das große Finale in der nächsten Volume aufbauen darf.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Aldnoah.Zero (Vol. 7)!

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