Review: The Crew 2

Mit The Crew 2 versucht Ubisoft auf das Konzept des ersten Teils aufzubauen und mit einem interessanten Gameplay-Kniff zu erweitern. Schade, dass der Titel von Abstürzen geplagt ist und Ubisoft die Probleme auch drei Monate nach dem Release nicht in den Griff bekommt.

In The Crew 2 schlüpfen wir in die Rolle eines aufstrebenden Rennfahrers beziehungsweise eines ehrgeizigen Piloten. Diesmal beschränkt sich das Spektakel nicht auf die Straßen und die Weiten der Miniaturversion der Vereinigten Staaten von Amerika, sondern auch noch auf Flüsse, Seen und die luftigen Höhen des Landes. Das heißt, dass wir nicht nur in Sportwagen oder Jeeps, sondern auch im Cockpit von Flugzeugen oder am Steuer von Schnellbooten Platz nehmen dürfen. Unsere Spielfigur, die wir aus einer überschaubaren Charakterriege auswählen dürfen, ist also ein Alleskönner, der ähnlich wie bei Forza Horizon bei einem über das Land verteilten Festival teilnehmen und es seiner Konkurrenz zeigen will. Straßen- und Speedbootrennen, Offroad-Meisterschaften und Kunstflüge gilt es im Rennspiel von Entwicklerstudio Ivory Tower zu bestehen. Für jedes beendete Event erhalten wir statt Erfahrungspunkten so genannte Follower, die unseren Bekanntheitsgrad erhöhen. Je populärer oder beliebter wir demnach sind, desto mehr Events stehen uns im gesamten Land zur Verfügung. Um diese Herausforderungen zu beginnen, können wir sie über eine von Anfang an freigeschaltete und zudem auch noch sehr praktische Schnellreisefunktion auf Knopfdruck auswählen – oder einfach Highways, Landstraßen, Flüsse und Flugrouten nutzen, um sie mit dem Navigationssystem langsam, aber stetig anzusteuern.

Aufstieg in der Beliebtheitsskala

Da das Fahren durch die weitläufige Spielwelt, in der auch Abbilder von realen Städten wie Chicago, Dallas, Los Angeles, Miami, New York City, San Francisco oder Seattle vertreten sind, vor allem gemeinsam mit Freunden Spaß macht, gibt es auch hier einen Anreiz, die Schnellreise zu umgehen. Jeder Drift, jeder Sprung und jedes Kunststück wird ebenfalls mit Followern belohnt. Damit wir unseren Fuhrpark erweitern können, ist es jedoch zwingend notwendig, an den Events teilzunehmen, um Geld zu sammeln, mit denen dann schließlich neue Flitzer erworben werden können. An bestimmten Stellen des Spiels sind im Übrigen auch kurze Probefahrten möglich, um vorher das Handling des jeweiligen Boliden zu testen. Dies ist eine hervorragende Idee, die auch gerne in anderen Rennspielen Anklang finden darf. So ist es möglich, bereits vor dem Kauf herauszufinden, wie sich das neue Vehikel anfühlt. Da sich die Fahrzeuge teilweise stark voneinander unterscheiden, beispielsweise schneller an Tempo gewinnen oder nur in größeren Kurven vernünftig driften können, ist eine solche Testfahrt in jedem Fall empfehlenswert. Wer in der Spielwelt im Übrigen die Augen aufhält, kann abseits der Wege Kisten finden, die neue Tuning-Teile für die Vehikel beinhalten. Im Anbetracht der wirklich gigantischen Spielwelt hätte es aber durchaus und weitaus mehr dieser Kisten geben können, um die teils immer noch ganz schön langweiligen Landstriche zu füllen.

Technisch wackeliges Grundgerüst

Während The Crew noch mit der riesigen Spielwelt für offene Münder sorgen konnte, ist die Verwendung der gleichen im zweiten Teil nicht verwunderlich. Um das Gameplay jedoch aufzubohren, haben sich die Entwickler eine besondere Idee einfallen lassen: Schon relativ früh im Spiel ist es möglich, auf Knopfdruck vom Sportwagen zum Flugzeug oder zum Boot zu wechseln. Das geht sogar soweit, dass wir in der Luft unserer Flugzeug in ein Boot verwandeln dürfen, um ins Wasser zu fallen. Das ergibt zwar kaum Sinn, macht aber dennoch Spaß, da uns so der Umweg in die Garage erspart bleibt. Wenig glaubhaft ist allerdings auch das Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer. Rammen wir ein anderes Fahrzeug, bleiben diese oft einfach nur am Rande stehen und rühren sich dann nicht mehr. Das Schadensmodell ist leicht kosmetischer Natur und hat zudem keinerlei Einfluss auf das Fahrverhalten. Im Gegensatz zur Gamescom-Demo von 2017 haben die Entwickler allerdings noch stark an der Grafik gebohrt. Zwar sieht die Optik dann und wann etwas veraltet aus, hat jedoch selbst auf älteren Rechnern den Vorteil, dass es keine spürbaren Ladezeiten gibt. Zum Testzeitpunkt am 24. September 2018 wird The Crew 2 drei Monate nach Release allerdings noch von zahlreichen Abstürzen begleitet. Wir können kaum zwanzig Minuten spielen, ohne dass der Titel passend bei einem Crash abstürzt oder uns beim Laden nach dem Titelbildschirm auf den Desktop ohne irgendeine Fehlermeldung zurückwirft und sich selbstständig beendet. Dass das auf unserem Testsystem kein Einzelfall ist, beweist leider ein Blick in das offizielle Forum.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): The Crew 2 kann mit seiner großen Spielwelt zwar nicht sehr viel reißen, doch die zahlreichen Events können dank Schnellreisefunktion auch ganz bequem angewählt werden – und die sind teilweise ganz schön interessant, da nicht immer nur der erste Platz erreicht werden muss. Manchmal gilt es auch Kunststücke in der Luft zu absolvieren oder unter Zeitdruck ein Ziel zu erreichen. Hinzu kommen dutzende unterschiedliche Vehikel, die am Boden, auf dem Wasser und in der Luft allesamt mit sehr unterschiedlichen Steuerungsvarianten für Furore sorgen. Das Grundgerüst von The Crew 2 verspricht tatsächlich sehr viel Spaß. Allerdings ist davon, zumindest in der PC-Fassung, nicht sehr viel zu sehen. Andauernd stürzt das Spiel beim Laden der Spielwelt oder sogar passend zu Crashs ab und wechselt ohne Fehlermeldung zurück auf den Desktop. Es kann nicht sein, dass ein Spiel auch viele Monate nach Release auf vielen unterschiedlichen PCs noch nahezu unspielbar bleibt. Daher sollte jeder vom Kauf, zumindest von der halbgaren PC-Fassung des Spiels, so lange absehen, bis Ubisoft und Ivory Tower dieses gravierende Problem in den Griff bekommen haben.

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Crew 2!

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