Review: Sushi Striker: The Way of Sushido

Würden wir jemanden danach fragen, was sein Lieblingsgericht aus Japan ist, würde mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit „Sushi“ als Antwort fallen. So sehr wir die Mahlzeit bestehend aus Reis, Nori und einer weiteren Zutat mögen, gibt es auch viele Personen, die mit Sushi nichts anfangen können. Genauso sieht es leider auch mit Sushi Striker: The Way of Sushido aus.

In Sushi Striker schlüpfen wir in die Haut des männlichen oder der weiblichen Musashi, der oder die nach dem Sushi-Krieg als Waise in einem Dorf in der Republik aufwachen muss. In der gesamten Nation ist Sushi verboten, sodass viele Bewohner des Landes schon gänzlich vergessen haben, wie die kleinen Röllchen überhaupt schmecken. Ein paar wenige schielen hingegen neidisch auf die Sushi-Vorräte des benachbarten Imperiums, in dem Sushi nach wie vor erlaubt ist. Schon nach wenigen Minuten lernen wir den Vagabunden Franklin kennen, der sich über die Gesetze hinwegsetzt und uns zum ersten Mal im Leben Sushi kosten lässt. Kaum haben wir das erste Mal das Essen probiert, ist es auch schon um uns geschehen. Wir können nicht genug Sushi bekommen – und genau dann tauchen Imperialisten auf, die Franklin verschleppen und uns mit unserem frisch als Freund gewonnenen Sushi-Geist zurücklassen. Gemeinsam beschließen wir, auf die Suche nach Franklin zu gehen und uns den Imperialen in den Weg zu stellen. Dies geschieht jedoch nicht über hitzige Schwertkämpfe, sondern über Wettessen der ganz besonderen Art. Es dauert nicht lange, da schließen wir uns auch schon dem Sushi-Widerstand an, damit die köstliche Mahlzeit auch in der Republik legalisiert wird. Nach nur wenigen Dialogen wird uns klar, dass die Story nicht sehr tiefgründig und eigentlich völlig banal und absolut vernachlässigbar ist.

Vom Gourmet zum Tellerwerfer

Wer an die wahnsinnigen Dialoge in Puyo Puyo Tetris zurückdenkt, wird sicher auch mit der Prämisse in diesem Puzzle-Spiel äußerst zufrieden sein. Allerdings verspielt der Titel Potenzial, da Universum, Konzept und Charaktere in den ersten Minuten noch vielversprechend klingen und mit der Zeit zu austauschbaren Hüllen oder Ideen verkommen. Darüber darf natürlich auch locker hinweggesehen werden, denn das Gameplay kann durchaus für ein paar Stündchen unterhalten und, was vielleicht noch wichtiger ist, auch halbwegs motivieren. Auf dem unteren Bildschirm des 3DS* laufen vier Laufbänder mit Maki- und Nigiri-Sushi auf Tellern von links nach rechts und von rechts nach links. Während die unteren drei Reihen uns gehören, teilen wir das oberste Band mit dem Gegner, dessen drei Laufbänder wiederum sind auf dem oberen Bildschirm des Handhelds zu sehen. In diesem Zusammenhang sei schon einmal erwähnt, dass Sushi Striker auf einen Tiefeneffekt völlig verzichtet. In puncto Gameplay gilt es innerhalb von nur sieben Sekunden möglichst viele Teller mit der gleichen Farbe miteinander zu verbinden. Zwischen den Tellern darf jedoch kein anderer Teller stehen, weshalb es gelegentlich auch hilft, kurze Kombinationen auszuführen, damit die Laufbänder etwas leerer sind und die Teller so wesentlich leichter miteinander kombiniert werden können. Haben wir genug Teller miteinander verbunden, futtert Musashi das Essen darauf einfach schnell auf, um die leeren Teller anschließend als Wurfwaffe auf dem Tisch vorzubereiten.

Verstärkung durch Sushi-Geister

Ziel des Spiels ist es, möglichst viele leere Teller zu sammeln und sie dann auf den Gegner zu werfen. Je mehr Teller auf einmal geworfen werden, auch Combo-Angriffe helfen bei der Maximierung des Schadens, desto schneller reduzieren wir die Lebensenergie unseres Feindes.  Selbiges probiert der Gegner auch mit uns, weshalb stets Tempo geboten ist. Dessen Lebensenergie zuerst geleert wurde, verliert das Duell. Zu gierig sollten wir beim Kombinieren jedoch auch nicht sein, denn wenn die sieben Sekunden überschritten werden, bricht die Verbindung abrupt ab und Teller kommen so nicht auf den Tisch. Ein wenig Abwechslung wird mit den bereits erwähnten Sushi-Geistern geboten, die mit der Zeit ihre Energieleiste füllen und dann auf Befehl eine Spezialtechnik ausführen können. Beispielsweise erhalten alle zu sehenden Teller bei uns dieselbe Farbe, der Schaden beim Werfen wird für ein paar Sekunden erhöht oder Süßigkeiten sind auf einmal auf den Laufbändern zu sehen, die bei Berührung unsere Wunden heilen. Hinzu kommen spezielle Ausrüstungsgegenstände wie Zahnräder, die die Geschwindigkeit der Laufbänder unsere Spielweise betreffend beeinflussen oder einmalige Items, die unter bestimmten Voraussetzungen automatisch aktiviert werden. So werden wir zum Beispiel bei einer Niederlage zurück ins Duell geschickt oder befreien einen Sushi-Geist nach dem Duell. Von den hilfreichen Begleitern gibt im Übrigen einhundert Stück zu finden und zu sammeln, Pokémon lässt grüßen.

Dauerhaft simples Gameplay

Für gewonnene Kämpfe regnet es Erfahrungspunkte, die unsere Kraft und die Verteidigung der Sushi-Geister stärken. Erfahrungspunkte winken aber selbst dann in etwas geringerer Form, wenn wir einmal im Kampf verlieren sollten. Ebenfalls dürfen wir über die Oberweltkarte zu bereits besuchten Orten oder Kapiteln zurückkehren, um abgeschlossene Levels noch einmal auch ohne Story-Anleihen zu spielen, Herausforderungen abzuschließen und neue Bestleistungen aufzustellen. Grundsätzlich funktioniert das Puzzle-Gameplay hervorragend, es lässt uns jedoch nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten: Das Kombinieren ist nicht sonderlich anspruchsvoll und hängt weitgehend auch von Glück ab, denn manchmal kann der Gegner seine Spezialfähigkeiten wesentlich früher entfesseln als wir, wodurch die Laufbänder sich temporär schneller bewegen und gelegentlich kann das dazu führen, dass wir gute Ketten nicht mehr bilden dürfen. Es gibt haufenweise Puzzle-Spiele, die tiefgründiger sind, was aber nicht heißt, dass Sushi Striker gar keinen Spaß macht. Zwar ist die Story weitgehend langweilig, die zahlreichen Gags ermüdend, das Gameplay zu simpel, die englische Synchronisation nervtötend und die Optik mit Ausnahme der schicken Anime-Figuren selbst für 3DS-Verhältnisse maßlos veraltet sein, doch eignet sich der Titel gerade wegen seiner Einfachheit für die eine oder andere kurze Bus- und Bahnfahrt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der 3DS-Fassung): Sushi Striker: The Way of Sushido ist kein Spiel, das ernst genommen werden möchte. Das ist alleine schon am Titel, der mit seiner Anspielung auf den Bushidō ins Deutsche übersetzt so viel wie „der Weg des Sushi-Weges“ bedeuten würde, zu merken. Wer bei Nintendo auf diesen Einfall gekommen ist, ist sicher nicht gerade der kreativste Kopf des sonst eigentlich sehr innovativen Unternehmens. Es zählen jedoch vor allem die inneren Werte des Spiels, aber auch diese wissen nicht durchweg zu gefallen. Positiv anzumerken ist die Steuerung per Touchpen, die anstandslos funktioniert, und das leicht zu erlernende Gameplay, das oberflächlich viele Möglichkeiten verspricht. Dieser Abwechslungsreichtum hilft jedoch nicht, wenn das Gameplay auf Dauer viel zu simpel bleibt und sich nicht weiterentwickeln will. Dutzende andere Puzzle-Spiele wie Puyo Puyo Tetris bieten anspruchsvollere Unterhaltung und bieten ab Werk die Möglichkeiten, den Titel auch im Mehrspielermodus zu spielen – in Sushi Striker muss dieser tatsächlich im Story-Verlauf freigeschaltet werden. Zwischendurch ist Sushi Striker: The Way of Sushido aber dennoch ein nettes Spielchen, das die eine oder andere kurze Bus- oder Bahnfahrt leicht überbrücken kann.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Sushi Striker: The Way of Sushido!

*Die Bildschirmaufnahmen dieses Tests stammen aus Gründen der besseren Darstellbarkeit von der Switch-Fassung, sie geben das Spielgefühl bis auf den gemeinsamen Bildschirm aber sehr gut wieder.

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