Review: School-Live! (Vol. 2)

Nachdem Kazé Anime im Juli 2018 das erste Episodenpaket der auf drei Teile ausgelegten Anime-Serie School-Live! veröffentlicht hat, folgte Mitte September 2018 die zweite Volume, die nahtlos an den angefangenen und offenen Handlungsstrang des Serienauftakts anknüpft.

Am Ende der vierten Episode haben die Freundinnen Takeya Yuki, Wakasa Yūri, Ebisuzawa Kurumi mit Japanisch-Lehrerin Sakura Megumi die Schule verlassen, um auf einen Ausflug in die Stadt zu gehen. Chronologisch setzt dieser Handlungsstrang kurz nach dem Ausbruch des Virus an, da weder Naoki Miki Teil der Gruppe ist noch der kleine Shiba Tarōmaru mit von der Partie ist. Dies ändert sich jedoch im Laufe der fünften Folge, denn ausgerechnet das Kaufhaus, in dem sich Miki verschanzt hat, machen auch die Freundinnen unsicher. Der Shopping-Trip ist allerdings nicht gerade ungefährlich: Überall in den Gängen und Räumen streifen die Untoten umher. Spaß muss dennoch sein und die neue beziehungsweise alte Sommermode ausprobiert werden. Wie das in Zombie-Serien so der Fall ist, werden die wandelnden Toten durch die Albernheiten auf kurz oder lang aufgeschreckt und machen Jagd auf die quirligen Oberschülerinnen. Alle sind natürlich in großer Aufruhr, nur die kleine und im Mittelpunkt der Handlung stehenden Yuki blendet das Übel aus und macht sich die Welt, wie sie ihr nun einmal am besten gefällt: Fröhlich, schrill und heiter! Auch als Miki in Gefahr gerät und von ihren künftigen Freundinnen gerettet werden muss, vergisst Yuki die zerstörte Welt um sich herum und schreitet sofort zur Tat, was alle Mädels unmittelbar in Gefahr bringt.

Fantasievolle Einbildungen

Auch nach der fünften und damit ersten Episode dieser Volume bleibt die Erzählweise in der Vergangenheit, um zu zeigen, wie sich Miki in der mittlerweile halb zerstörten Oberschule einlebt. So bekommt Yuki von ihrer Lehrerin in der sechsten Folge die glanzvolle Aufgabe, Miki doch einmal den titelgebenden Schulleben-Klub zu zeigen. Dies führt wiederum zu einer eher etwas unerwarteten Wendung, denn ein Charakter ist in der Zwischenzeit verstorben und lebt nur noch in der Gedankenwelt von Yuki weiter. Dieser erzählerische Kniff ist durchaus intelligent, da er sehr gut zeigt, dass in School-Live! Womöglich nie etwas so sein kann, wie es anfangs noch scheint. So bleibt die Serie von Animationsstudio Lerche, die auf dem Manga von Kaihō Norimitsu basiert, jederzeit sehr interessant und zudem sehr spannend. Außerdem müssen so keine traurigen Abschiede in Kauf genommen werden, da Yuki mit ihrer Fantasie den Tod überwindet beziehungsweise überlistet. Dass die Geschichte jederzeit interessant und spannend ist, liegt aber auch an den wirklich illustren Charakteren, die allesamt ihre eigene Hintergrundgeschichte haben. Zwar werden nicht alle Figuren so stark wie Miki beleuchtet, die nicht weiß, was mit ihrer Freundin Shidō Kei passiert ist und deshalb gerne mal in Erinnerungen schwelgt, doch reichen auch kleinere Informationen aus, die sich mit der Zeit wie ein kunterbuntes Mosaik wirklich hervorragend zusammensetzen.

Melancholische Heiterkeit

Obwohl Yukis Einbildungen auf den Zuschauer zunächst recht humorvoll wirken, behält die Anime-Serie den Anstand und behandelt Yukis Fantasiewelt mit der nötigen Distanz. Yukis Fantasie wird sogar von den anderen Charakteren kritisiert, sodass der Zuschauer jederzeit versteht, dass die Story eigentlich ganz schön melancholisch ist und nur oberflächlich mit dem Humor für strahlende Gesichter sorgen kann. Gezeigt wird das Geschehen stets in der Auflösung von 1080p im überwiegend bildschirmfüllenden 16:9-Format, wobei sich die Darstellung auf eine bunte Farbvielfalt stützt und nur selten düstere Farbgebungen vorherrschen, wenn zum Beispiel Untote in der Nähe sind. Die Licht- und Schatteneffekte gehören neben den detaillierten Charaktermodellen zum Schönsten, was die Serie zu bieten hat. Akustisch werden alle Szenen, jeweils passend zu den schönen und düsteren Momenten, mit heiterer oder gar bedrohlicher Musik im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 untermalt. In der sechsten, siebten und achten Episode gibt es im Übrigen neue Endings inklusive ausgetauschter Abspannmusik, die die Stimmung der einzelnen Episoden abschließend aber sehr gut ausdrücken. Zwei davon liegen auch als Clear Endings im digitalen Bonusbereich vor. Weiterhin wartet wie schon bei der ersten Volume ein 20-seitiges Booklet auf die Fans, die gerne darin schmökern wollen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): School-Live! ist eine Anime-Serie, die trotz ihrer melancholischen Hauptprotagonistin, die in einer postapokalyptischen Welt mit ihren Freundinnen lebt, sehr viel Freude bereitet. Dadurch, dass die Figuren trotz der aussichtslosen Lage immer noch Spaß haben wollen, bleibt es in keiner Episode langweilig. Das Konzept, die traurige Realität mit der Fantasiewelt von Takeya Yuki zu verbinden, ist eine erzähltechnische Meisterleistung, die es in dieser Form noch nicht gegeben hat. Einen roten Faden gibt es, wie in den meisten Zombie-Serien, zwar immer noch nicht, doch die gute Laune, die School-Live! versprüht, macht dieses durchaus bemerkbare Manko locker wieder wett. Leider wird die kommende dritte Volume auch die letzte der Serie sein, aber wenn die Qualität der ersten und zweiten Volume aufrechterhalten wird oder die nächsten Folgen gar wieder mit der einen oder anderen Wendung und Überraschung aufwarten können, darf sich nach dem (wiederholten) Anschauen der ersten und zweiten Ausgabe sicher darauf gefreut werden.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von School-Live! (Vol. 2)!

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