Review: Tom Clancy’s The Division 2

2013 überraschte Ubisoft auf der Electronic Entertainment Expo mit Tom Clancy’s The Division. Der Third-Person-Rollenspiel-Shooter war beliebt genug, um einen zweiten Ableger des Franchises zu verwirklichen. Seit Mitte März 2019 ist Tom Clancy’s The Division 2 erhältlich.

An der Prämisse von The Division 2 hat sich grundlegend nichts verändert. Das heißt, dass es sieben Monate nach den Geschehnissen vom ersten Serienteil immer noch keine endgültige Lösung für die Welt nach dem Ausbruch der Epidemie gibt. Anstatt die entwickelte Situation in New York City fortzuspinnen, verlagert sich die Erzählung in der zweiten Episode in die ehemalige Hauptstadt Washington D.C., in der kleinere Siedlungen entstanden sind, um ansatzweise die Ordnung aufrechtzuerhalten. Außerhalb der notdürftig zusammengeschlossenen Gemeinden reagiert aber nach wie vor das Chaos, denn kleine und größere Gruppierungen kämpfen um das Vorrecht auf der Straße. Inszenatorisch ist die düstere Atmosphäre durchaus zu spüren, geht allerdings gerade im Detail unter. Allen voran die Charaktere bleiben weitgehend blass. Dies betrifft nicht nur den Avatar des Spielers, der durchweg stumm ist, sondern auch die zahlreichen Haupt- und Nebenfiguren. Ein Stereotyp jagt den nächsten, besser ausgearbeitete Persönlichkeiten sind in The Division 2 eine Seltenheit. Ubisofts Entwicklerstudios haben den Fokus klar auf das Szenario gelegt, das an vielen Stellen überzeugt und hier und da mit Einzelheiten die Hintergründe zu Story und Universum erklärt. Wer den ersten Teil nicht gespielt hat, bekommt tatsächlich nur so ein Gefühl dafür, was überhaupt geschehen ist.

Ineinandergreifendes Kampfarsenal

Obwohl die Story mitsamt ihren Charakteren enttäuscht, kann immerhin das Gameplay an der einen oder anderen Stelle punkten. Zu viel sollte aber nicht von The Division 2 erwartet werden, denn das Spiel ist ein Third-Person-Shooter, bei dem die Action im Mittelpunkt steht. So wird in den einzelnen Spielabschnitten permanent von einer Deckung zur nächsten gehastet und den Finger immer am Abzug gehalten. Neben einfachen Handfeuerwaffen gibt es auch noch Maschinenpistolen, Schrotflinten und Granaten. Jeder Waffentyp hebt sich dabei mit einer anderen Handhabung positiv hervor. Zudem sei gesagt, dass jede Waffe über unterschiedliche Werte verfügt, beispielsweise wie viel Schaden sie bei den Gegnern anrichten können. Für erledigte Feinde hagelt es rollenspieltypisch Erfahrungspunkte, mit denen der Spieler langsam im Level steigt. Auf höheren Levels können neue Spezialfähigkeiten wie der Einsatz einer Drohne oder das temporäre Errichten eines Automatikgeschützes erlernt werden, was durchaus Abwechslung in die hitzigen Feuergefechte bringt. Ebenso lassen sich passive Boni wie ein Erfahrungspunkte-Boost oder höhere Tragkapazitäten freischalten, um immer bestens gewappnet für den Kampf zu sein. Bessere Rüstungsteile, die die Verteidigung erhöhen, runden das Paket wunderbar ab, die Mechaniken gehen wirklich sehr gut ineinander über.

Motivierender Mehrspielermodus

Damit die Stufe des eigenen Helden an den nächsten Hauptauftrag angepasst ist, sollten auch die Nebenaufträge in der offenen Spielwelt abgeschlossen werden. Zusammen mit dem stetigen Ausbau der einzelnen Stationen wird die Immersion aufrechterhalten. Wenn ein Auftrag aber dennoch mal zu schwierig sein sollte, kann auch Online-Verstärkung von anderen Mitspielern beantragt werden. Während das Solospiel relativ eintönig ist, kann gerade die Multiplayer-Komponente zu einer wunderbaren Erfahrung werden, zumal hier mit einer Level-Skalierung gearbeitet wird und sich die Aufträge auch bei übermächtigen Mitspielern so zu einer kleinen Herausforderung entwickeln. Die künstliche Intelligenz der Gegner geht weitgehend in Ordnung, ein paar Schießbudenfiguren sind jedoch abermals dabei. In puncto Bedienung ist The Division 2 leicht zu erlernen, nur die Spielmenüs sind mit ihrem verschachtelten Aufbau unnötig kompliziert. Grafisch kann das Spiel halbwegs ein Genuss sein, sofern die Hardware mitspielt. Auf älteren Mittelklasse-Rechnern läuft der Titel zwar flüssig, doch leidet die Präsentation und Atmosphäre teilweise stark darunter. Während die Soundeffekte dieses Manko locker wettmachen, ist der Soundtrack hingegen absoluter Durchschnitt. The Division 2 bleibt unterm Strich dennoch ein interessanter Third-Person-Rollenspiel-Shooter, der immer mal wieder zwischendurch begeistert, aber nur an wenigen Stellen sein volles Potenzial nutzt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Tom Clancy’s The Division 2 möchte vor allem mit seinem Szenario auf sich aufmerksam machen. Dies gelingt dem sieben Monate nach dem ersten Serienteil angesiedelten Spiel zumindest mit der Spielwelt gut, die Charaktere bleiben jedoch allesamt blasse Persönlichkeiten und interessante Story-Hintergründe meist versteckt. Hier wäre deutlich mehr möglich gewesen, ebenso bei den repetitiven Spielaufgaben, bei denen es überwiegend nur ums Ballern und Erobern einzelner Gebiete geht. Immerhin funktioniert das Gameplay in seinen abwechslungsreichen Mechaniken sehr gut und vor allem wer Online-Unterstützung anfragt, wird seine wahre Freude bei den Aufträgen haben. The Division 2 ist absolut kein schlechtes Spiel, da es mit kleinen Feinheiten im Gameplay zu überzeugen weiß. Allerdings sollte sich Ubisoft bei einem möglichen dritten Teil überlegen, künftig noch mehr Liebe in die Geschichte und die Erzählweise einfließen zu lassen. Dies sind die beiden größten Kritikpunkte des Spiels, die sicherlich vermeidbar gewesen wären.

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Tom Clancy’s The Division 2!

 

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