Review: Parasyte: The Maxim (Vol. 4)

In den letzten beiden Volumes der Anime-Serie Parasyte: The Maxim wurde der Protagonist im Rahmen seiner Persönlichkeit ausgebaut. Das vierte und letzte Episodenpaket führt genau diese Entwicklung fort und die Serienhandlung zu einem absolut zufriedenstellenden Ende.

Am Ende der 18. Episode von Parasyte: The Maxim wurde Protagonist Izumi Shin’ichi von der Polizei in einen Raum zu einer Art Verhör geführt, da er mittlerweile unter Verdacht steht, von einem der gefährlichen Parasiten kontrolliert zu werden. Die 19. und damit erste Folge der vierten Volume knüpft nahtlos an dieses Ereignis an. Während des stillen Verhörs, in dem Shin’ichi eigentlich nur vom mysteriösen Uragami untersucht wird, laufen ihm aus der Angst, entdeckt zu werden, die Schweißperlen das Gesicht herunter. Uragami, ein Psychopath und Serienmörder mit übersinnlichen Fähigkeiten, soll Shin’ichi mit seiner Spezialität, einen Menschen von einem Monster zu unterscheiden, entlarven. Wie Shin’ichi in dieser Situation reagiert und auf welche Weise er sich aus dieser aussichtslosen Lage manövrieren kann, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Shin’ichi versucht danach in sein altes Leben zurückzukehren, glänzt im Sportunterricht mit erstaunlichen Höchstleistungen, will sogar die Aufnahmeprüfung an der Universität ablegen und nähert sich seiner Freundin Murano Satomi an. Daraus wird aber erst einmal nichts, denn die polizeilichen Ermittler kommen auf Shin’ichi zurück, der ihnen helfen soll, Parasiten im Rathaus zu entlarven. Uragami wird auch zum Ort des Geschehens gebracht, an dem die Situation zu allem Übel auch noch außer Kontrolle gerät.

Nervenkitzel bis zur letzten Minute

In der vierten Volume werden Kollateralschäden wissentlich in Kauf genommen, denn obwohl wahrhaftige Parasiten die politischen Instanzen der Stadt Higashi-Fukuyama unterwandert haben, schießt der Einsatztrupp auf alle Personen, die versuchen, aus dem Rathaus zu fliehen, sich nicht auf Befehl in der Eingangshalle einfinden oder sich auch nur ansatzweise merkwürdig verhalten. Während die niederen Parasiten von den Schrotkugeln der Einsatzkräfte nahezu widerstandslos vernichtet werden können, müssen sich die Spezialeinheiten auch mit dem durchtriebenen Parasiten Gotō messen, der sich nicht so leicht besiegen lässt. Des Weiteren stellt sich Bürgermeister Hirokawa Takeshi auf einmal gegen die Truppen und Uragami gelingt es, sich seinen nachlässigen Aufpassern zu entledigen. Anhand dieser Entwicklungen ist gut zu erkennen, dass sich die Ereignisse im Finale regelrecht überschlagen und Shin’ichi mitsamt seines Symbionten Migī nur zwei kleine Rädchen im Story-Getriebe sind. Dieser erzählerische Kniff wird insofern unterstützt, indem in der 20. und 21. Folge das Geschehen überwiegend aus der Sicht der Polizei erzählt wird. Auch in den letzten Episoden hält sich Parasyte: The Maxim durchaus frisch. Bis zur letzten Minute bleibt es in der Anime-Serie mit unvorhersehbaren Wendungen und aufregenden Überraschungen durchweg spannend.

Pflichtprogramm für Anime-Fans

Letzteres liegt aber nicht nur an der ausgefeilten Handlung, sondern auch an der intelligenten Gestaltung der facettenreichen Charaktere inklusive Figuren, die erst in der letzten Volume eingeführt werden. Obwohl sich Shin’ichi durch Migī weitgehend zu einem apathischen und rationalen Menschen entwickelt hat, erkennt er in den Momenten, in denen Migī Ruhepausen einlegt, dass er immer noch menschliche Emotionen und Gefühle wie Angst, Liebe oder Wut spüren und zeigen kann. Hinzu kommt eine gute Prise Psychologie, um den Feind Gotō zu durchschauen und den Kampf zu einem Ende zu bringen. Parasyte: The Maxim ist bis zum Schluss erwachsen erzählt und erreicht an vielen Stellen eine enorme inhaltliche Tiefe. Da passt es wunderbar, dass sich die optische und akustische Gestaltung auf einem ähnlichen Niveau befindet. Trübe Farben und der Einsatz von beklemmender Musik machen den Anime von Regisseur Shimizu Ken’ichi zu einem audiovisuellen Genuss. Schade ist jedoch, dass das Bonusmaterial äußerst überschaubar ist. Im digitalen Bonusbereich findet sich lediglich ein Clear Ending, physisches Material liegt laut Herstellerangaben nicht vor. Für die letzte und abschließende Volume hätte definitiv mehr beiliegen können. An der Qualität der Serie ändert das aber nichts; Parasyte: The Maxim gehört zum Pflichtprogramm eines jeden Anime-Fans!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Drei fabelhafte Ausgaben lang konnte die Anime-Serie Parasyte: The Maxim mit einer äußerst spannenden und ausgefeilten Handlung, sehr aufregenden und facettenreichen Charakteren, unvorhersehbaren Wendungen und der einen oder anderen Überraschung punkten. An diesem Gesamtbild ändert sich auch in den Episoden der vierten und abschließenden Volume nichts. Obwohl auch am Ende noch die eine oder andere neue Figur eingeführt wird, nimmt sich die Serie genug Zeit, diese in aller Seelenruhe zu beleuchten und die Geschichte zu einem sehr zufriedenstellenden Ende zu führen. Dieses wirft sogar die eine oder andere philosophische Frage auf und regt mehr als nur einmal zum Nachdenken an. Es gibt tatsächlich nur wenige Anime-Serien, die diese Qualität bis zum Ende halten können. Wer sich auf Parasyte: The Maxim einlässt, genießt bis zur allerletzten Minute eine fantastische Story, die sich wirklich niemand entgehen lassen sollte!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Parasyte: The Maxim (Vol. 4)!

 

 

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