Review: Shin-chan: Die neuen Folgen (Vol. 2)

Lange mussten deutschsprachige Fans des ideenreichen Bengels aus Japan auf neue Episoden warten. Mit der ersten Volume von Shin-chan: Die neuen Folgen erlöste Publisher Polyband Anime Fans der Serie. Im zweiten Episodenpaket warten auf sie gleich 21 neue Abenteuer.

In der Anime-Serie Crayon Shin-chan dreht sich nach wie vor alles um den titelgebenden und fünfjährigen Nohara Shinnosuke, der zusammen mit seinen Eltern Misae und Hiroshi, seiner kleinen Schwester Himawari und Familienhund Shiro im Herzen von Japan lebt und dutzende Abenteuer erlebt. Jede Episode steht dabei für sich, nur gelegentlich gibt es inhaltliche oder thematische Überschneidungen. In den ersten drei Folgen der zweiten Volume stehen zum Beispiel Handys und Smartphones im Mittelpunkt. So hat Hiroshi sein Mobiltelefon bei seiner abendlichen Kneipentour verloren, sodass er mit seinem Sohn Shin-chan auf die Suche geht. Welche Fotos mit dem Handy entstanden sind und warum Misae diese besser nicht zu Gesicht bekommen sollte, dürfte wohl jedem Kenner der Serie bewusst sein. Bei der zweiten Episode des Dreigespanns macht sich Hiroshi hingegen mit der Spracherkennung vertraut und muss sein Smartphone sperren, damit Shin-chan keinen Unsinn damit treibt. Da Hiroshi bei der Wahl seiner Passwörter allerdings nicht der kreativste Kopf ist und sein Sohn dieses aus keinem anderen Grund in zwei Sekunden knackt, landet zu Misaes Leidwesen abermals das eine oder andere Bild von hübschen Passantinnen auf dem mobilen Gerät. Die Trilogie endet schließlich mit einem Scherzanruf von Himawari, die ihren Bruder gerne mal nacheifert.

Shin-chan, der kleine Chaot

Anhand dieser Beschreibung ist zu erkennen, dass Shin-chan seine Familie und auch die Menschen in seinem Umfeld regelmäßig zur Verzweiflung treibt. An anderer Stelle soll der kleine Shin-chan stellvertretend ein bestimmtes Manuskript aushändigen, vertauscht dabei jedoch – wenn auch unabsichtlich – die Umschläge, sodass statt des Manuskripts seine wohl nicht sonderlich gelungenen Gedichte weitergereicht werden. In einer weiteren Episode friert nicht nur Shin-chan, sondern auch seiner Mutter und seiner Schwester. Während das Familienoberhaupt bei einem Schneesturm draußen nach dem Rechten sieht, machen es sich die drei anderen im Haus unter der Decke gemütlich. Passend zur winterlichen Thematik machen die Noharas außerdem einen Ausflug in ein Hotel auf dem Land, um in einer heißen Quelle zu baden und sich zu entspannen. Dabei werden sie in einen ulkigen Kriminalfall um einen Schneemann eines berühmten Künstlers verwickelt – und Shin-chan soll natürlich für dessen Verschwinden verantwortlich sein. Nicht weniger mit Humor gespickt sind die Folgen, die sich um das Einfangen eines Wellensittichs, einen Einkaufsbummel mit Kazama Tōru oder eine Autogrammstunde drehen. Mit Shin-chans kindlicher und zugleich unverfrorener Art ist jede einzelne Episode interessant gestaltet und endet teilweise ganz schön im Chaos.

Bekanntes Gesamtbild

Wie schon bei der ersten Volume ist Humor auch im zweiten Episodenpaket ein wesentlicher Bestandteil der Erzählweise. Im Kern wird stets eine abgeschlossene Geschichte pro Episode geschildert, die zwar selten tiefgründig, aufgrund des Humors aber alles andere als langweilig ist. Die Witze reichen von absurd bis flach, nicht selten weisen sie auf weibliche Körperteile oder verrufene Charaktereigenschaften von Männern hin. Trotz der sexuellen Anspielungen bleibt die Anime-Serie stets harmlos. Nicht nur beim Humor bleibt alles beim Alten, sondern auch bei der technischen Gestaltung der einzelnen Episoden. Jede Folge liegt im 16:9-Format vor und trotz der alleinigen Veröffentlichung auf DVD lässt die Bildqualität nicht zu wünschen übrig. Unter akustischen Gesichtspunkten erklingt die Tonspur mit deutscher Synchronisation in Dolby Digital 5.1, auf Japanisch liegt sie lediglich in Dolby Digital 2.0 vor. Dennoch können beide Tonspuren mit passender Musik und guten Synchronsprechern punkten. Obwohl das japanische Original ein wenig authentischer wirkt, müssen sich die deutschen Sprecher nicht vor ihren Pendants verstecken. Sie verleihen allen Figuren reichlich Leben. Schade ist nur, dass Intro und Outro bei allen Folgen fehlen und die Episoden nicht nummeriert sind. Bonusmaterial ist auch nicht vorhanden, doch das kratzt nur wenig an der Qualität.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Nachdem im deutschsprachigen Raum alle Crayon-Shin-chan-Fans jahrelang bis zur Veröffentlichung der ersten Volume von Shin-chan: Die neuen Folgen auf neue Episoden warten mussten, ging es danach ganz schnell. Gerade einmal einen Monat nach dem Release des ersten Episodenpakets können weitere 21 Folgen in der zweiten Volume mit abwechslungsreichen Geschichten punkten. Im Grunde handelt es sich dabei zwar nur um sieben Episoden, die aufgesplittet worden sind und so das Gesamtpaket unter psychologischen Gesichtspunkten ein wenig aufblähen, doch können sie mit reichlich Humor und zuckersüßen Handlungsbögen punkten. Wer nach der ersten Volume immer noch nicht genug von Shin-chan hat, darf auch gerne bei der zweiten Ausgabe zuschlagen – und wer bisher noch gar keine Erfahrung mit der Anime-Serie gesammelt hat, kann problemlos mit dem zweiten Episodenpaket einsteigen, da keinerlei Vorwissen benötigt wird und es ohnehin kaum einen durchgehenden Handlungsstrang gibt, der einen davon abhalten könnte.

Vielen Dank an Polyband Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Shin-chan: Die neuen Folgen (Vol. 2)!

 

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