Review: Mirai Nikki (Vol. 4)

Nach dem Ende der dritten Volume mussten Fans der Anime-Serie Mirai Nikki stark sein, denn die Veröffentlichung der vierten Ausgabe zog sich in den Januar 2019. In der vierten Volume gibt es neben starken Charakterentwicklungen abermals einen gemeinen Cliffhanger.

Dass sich Mirai Nikki nicht nur um die beiden Hauptfiguren Amano Yukiteru und Gasai Yuno dreht, sondern auch andere Charaktere beleuchtet, fällt schon in den ersten Momenten der vierten Volume auf. Anfänglich dreht sich hier alles um Mikami Ai und ihren Ehemann Ikusaba Marco, Besitzer von Zukunftstagebüchern und Teilnehmer am Spiel auf Leben und Tod. Mit einem Flashback in ihre Vergangenheit wird verdeutlicht, welche Ereignisse sie zu diesem Punkt geführt haben. Mittels der Rückblende gelingt es der Serie, in die Gegenwart zu springen und an den Cliffhanger der dritten Volume anzuknüpfen. Im Sakurami Tower hat sich die Auseinandersetzung zwischen den vier Figuren intensiviert; Explosionen, Drohungen und Attentate folgen peu á peu aufeinander. Hauptsächlich wird der Konflikt zwischen allen Zukunftstagebuchträger zwar verbal ausgetragen, doch die hoffnungslose Situation zeigt auch das wahre Gesicht von der einen oder anderen Person. Zum Beispiel schnappt sich Yukiterus Vater einen Fallschirm, um dem einstürzenden Turm zu entkommen und lässt seinen einzigen Sohn nahezu hilflos zurück. Wer alles aus dem Sakurami Tower entkommen kann, soll an dieser Stelle aber nicht verraten werden. Der nächste große Schicksalsschlag trifft Yukiteru zudem genug, denn während der Flucht ist seine geliebte Mutter aus dem Leben geschieden.

Ungeahnte Feindschaften

Anhand dieser erwachsenen Erzählweise wird das düstere Setting der Anime-Serie noch einmal mehr als deutlich. Kein einziger der vielschichtigen Akteure im Spiel auf Leben und Tod kann sich sicher sein, wer Freund und wer Feind ist. Diese Struktur sorgt in der vierten Volume nach wie vor für eine undurchschaubare und unvorhersehbare Story, die mit zahlreichen Wendungen und Überraschungen punktet. Auch Yukiterus frisch angestachelte Motivation, zum neuen Deus ex machina zu werden, bereitet die Anime-Serie Stück für Stück aufs Finale vor. Obwohl sich die vorherigen Folgen meist mit der zwischenmenschlichen Beziehung von Yukiteru und Yuno beschäftigt haben, entwickeln sich die beiden Hauptfiguren dieses Mal sogar unabhängig voneinander weiter. Sowohl ihre persönlichen Hintergründe als auch ihre Familienverhältnisse werden zu einem überaus wichtigen Puzzleteil der Geschichte. Jeder Zuschauer versteht plötzlich sehr viel mehr Yunos Beweggründe und auch der Schmerz, den Yukiteru in der 17. und 18. Folge erfährt, ist absolut nachvollziehbar. Damit das perfide Spiel überhaupt sein Ende finden kann, werden in der vierten Ausgabe der Anime-Serie – nachdem die Identitäten der Teilnehmer in irgendeiner Weise gelüftet werden – auch neue Bündnisse geschmiedet. Noch dazu sitzt ihnen auch der Kriminalpolizist Nishijima Masumi im Nacken.

Gut gereiftes Erscheinungsbild

Mirai Nikki führt die qualitativ hochwertige Erzählweise der vorherigen Volumes konsequent weiter und so bleibt die Story weiterhin spannend. Die für die Charaktere aufregenden Situationen führen stets zu neuen Erkenntnissen, frischen Enthüllungen und sorgen für offene Augen und Münder. Die Anime-Serie aus dem Hause Asread versteht es, den Zuschauer bei Laune zu halten. Auch haben die Köpfe hinter der Produktion unter technischen Aspekten sehr viel richtig gemacht: Genau wie die Handlung erwachsen geschildert wird, ist auch der Stil der Serie gereift. Gab es in der zweiten und ansatzweise auch in der dritten Volume noch die eine oder andere heitere Szene, die entsprechend hell und bunt dargestellt wurde, spielen derlei Szenen dieses Mal keine große Rolle. Der Zuschauer merkt regelrecht, dass das Finale nicht mehr weit ist, was auch stets an der eingespielten Datumsanzeige alle paar Szenen liegt. Auf der akustischen Seite ertönt wieder stimmungsvolle Musik, die sämtliche Angelegenheiten passend unterlegt. In puncto Synchronisation gibt es sowohl beim japanischen Originalton als auch bei den deutschen Stimmen nichts zu meckern. Leider wurde bei der vierten Volume auf den digitalen Bonus verzichtet und laut Herstellerangaben gibt es dieses Mal nicht einmal mehr physisches Bonusmaterial. Schade, aber vielleicht sieht es beim nächsten Mal besser aus.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Mirai Nikki hat mit der vierten Volume alle möglichen Bedenken ausradiert: Die Geschichte hat mit ihrer erwachsenen Erzählweise erneut eine höhere Stufe oder sogar ihren bisherigen Höhepunkt erreicht, was auch an der gelungenen Charakterentwicklung liegt. Besonders die beiden Hauptfiguren Amano Yukiteru und Gasai Yuno werden in der vierten Ausgabe zu nachvollziehbaren und verständlichen Figuren, die die Anime-Serie bereichern. Ebenfalls gibt es in der vierten Volume ein erhöhtes Maß an überraschenden Wendungen, die die Handlung spannend halten. Da es bisher weder inhaltlich noch technisch irgendetwas auszusetzen gibt, kann jeder, der die Serie bisher verfolgt hat, sich mit hoher Wahrscheinlichkeit zuversichtlich auf ein überaus aufregendes Finale freuen. Mirai Nikki ist und bleibt ein absoluter Genuss für einen  jeden Anime-Zuschauer!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Mirai Nikki (Vol. 4)!

 

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