Review: Shin-chan: Die neuen Folgen (Vol. 3)

Mittlerweile veröffentlicht der deutsche Publisher Polyband Anime Shin-chan: Die neuen Folgen traditionell im Monatstakt. Mit der im Juni 2019 auf den Markt geworfenen dritten Volume geht das Chaos rund um den fünfjährigen Protagonisten in 18 verrückten Abenteuern weiter.

Wer die bereits seit 1992 ununterbrochen im japanischen Fernsehprogramm ausgestrahlte Anime-Serie Crayon Shin-chan nicht kennt, der weiß womöglich nicht, auf welche chaotische Situationen er sich mit dem titelgebenden Nohara Shinnosuke einlässt. Dieser lebt mit seinen Eltern Misae und Hiroshi, seiner kleinen Schwester Himawari und dem Familienhund Shiro in einem kleinen Einfamilienhaus in Kasukabe. Dort erlebt Shin-chan mitsamt Familie, seinen Freunden, Bekannten und natürlich auch unschuldigen Beteiligten ein Abenteuer nach dem anderen. In der ersten enthaltenen Episode dieser Volume leidet Hiroshi beispielsweise an einem Verdauungsproblem, ist noch dazu durch ein Gipsbein in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt und mit seinem Sohn alleine zuhause. Während es ununterbrochen an der Tür klingelt, lässt sich Shinnosuke jedoch von allen möglichen Dingen ablenken, anstatt einfach nur an die Tür zu gehen und das bestellte Paket seiner Mutter in Empfang zu nehmen. In der Regel stehen diese Erlebnisse für sich allein, gelegentlich sind sie jedoch auch miteinander verknüpft. So muss Hiroshi in der dritten enthaltenen Folge bezüglich seines Knochenbruchs zu einer Untersuchung beim Arzt antanzen. Das liegt daran, dass in der Originalfassung drei Abenteuer eine Episode ergeben. Polyband Anime hat diese abermals voneinander getrennt.

Kuriose Abenteuer

Anhand des Gipses ist auch zu erkennen, dass es in ganz seltenen Fällen auch im Original episodenübergreifende Handlungsstränge gibt. Nur einen Tag bevor Hiroshi seinen Gipsfuß abgenommen wird, leidet er plötzlich an einem Juckreiz – und im Fernsehen wird natürlich nur gezeigt, wie Leute sich kratzen. In der Nacht schnappt er sich dann auch noch Shinnosukes Action-Figur, demontiert die Arme, schraubt sie an einen Draht und versucht damit schließlich das Leiden am Fuß unterm Gips zu mildern. Dass die Arme der Figur im Gips stecken bleiben, ist selbstverständlich vorprogrammiert. An anderer Stelle machen sich Shinnosuke und seine Freunde für andere Menschen in ihrer Umwelt stark. Beispielsweise versuchen sie einen Dieb zu stellen oder zwei Brüder, die sich unabhängig voneinander verlaufen haben und auch noch Zwillinge sind, zur Polizeiwache in Kasukabe zu bringen. Hinzu kommt, dass es sich bei den beiden orientierungslosen Brüdern auch noch um ihre neuen Freunde im Kindergarten handelt. In anderen Folgen wird es noch kurioser: Shin-chans Freund Satō Masao verliert unterwegs eine 500-Yen-Münze, sodass sich die beiden keine Leckereien kaufen können. Mit Hilfe einer Drohne, die zur Überwachung von Shin-chan eingesetzt wird, kann das Geldstück lokalisiert werden. Wo die Münze genau landet und wie sie dahin gelangt ist, soll an dieser Stelle aber nicht verraten werden. Der typische Shin-chan-Humor lässt grüßen!

Verrückte Situationen und Absurditäten

Beim durchgeknallten Humor handelt es sich nach wie vor um das Aushängeschild der Serie. Auf der einen Seite werden die einzelnen Geschichten dermaßen ins Absurde gezogen, dass kein Stein mehr auf dem anderen bleibt. Zu sehen ist das beispielsweise in einer Folge, in der eine Vertreterin Misae etwas verkaufen möchte, von Shin-chan jedoch so überlistet wird, dass sie auf einmal Misae Diätkekse abkaufen muss. Auf der anderen Seite wird Shinnosuke stets von hübschen Frauen abgelenkt, stellt ihnen daraufhin nach oder will sie sogar ehelichen. All das bleibt natürlich stets harmlos und untermauert die einzelnen Geschichten auf lustige Art und Weise. Unter technischen Gesichtspunkten hat sich seit den ersten beiden Volumes zum Glück nichts geändert. Nach wie vor erstrahlen alle schrillen Charaktere in ihrem markanten Zeichenstil im bildschirmfüllenden 16:9-Format. Obwohl in Deutschland die Serie lediglich auf DVD veröffentlicht wird, ist die Bildqualität des in die Jahre gekommenen Formats erstaunlich gut. Unterlegt wird das Spektakel mit fröhlicher Musik, die vor allem dem Gute-Laune-Humor in die Hände spielt. Auf dem Datenträger ist sowohl die authentische Originalfassung aus Japan in Dolby Digital 2.0 als auch die immer noch sehr gute deutsche Synchronisation in Dolby Digital 5.1 enthalten. Lediglich an Intro, Outro und Bonusmaterial wurde wieder einmal gespart, was den sonst sehr guten Gesamteindruck auch hier traditionell etwas schmälert.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Jahrelang wurden deutschsprachige Fans von Crayon Shin-chan mit Wiederholungen im Fernsehen abgespeist. Polyband Anime hat mit der dritten Volume von Shin-chan: Die neuen Folgen den fünfjährigen Unruhestifter zurück auf die Mattscheibe geholt. Auch das dritte Episodenpaket überzeugt mit seinen 18 Abenteuern, die sich um Shinnosuke, seine kuriose Familie und seine Freunde dreht. Eine Geschichte ist absurder als die andere, überrascht mit unvorhersehbaren Situationen und sorgt mit dem durchgeknallten Humor dafür, dass kein Auge trocken bleibt. Wer die irren Abenteuer von Nohara Shinnosuke nach den ersten beiden Volumes noch nicht über hat, schlägt auch bei der dritten Ausgabe wieder zu – und alle anderen sind auch herzlich dazu eingeladen, mit der dritten Volume in die Serie einzusteigen, da keinerlei Vorwissen gefordert wird.

Vielen Dank an Polyband Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Shin-chan: Die neuen Folgen (Vol. 3)!

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