Review: Grimgar, Ashes and Illusions (Vol. 3)

Kazé Anime veröffentlichte die drei Volumes der Anime-Serie Grimgar, Ashes and Illusions im Zweimonatstakt. Wer nach dem zweiten Episodenpaket ahnte, dass die Geschichte wohl mit einem offenen Ende abgeschlossen wird, wird im Serienfinale damit leider Recht behalten.

Grimgar, Ashes and Illusions baut handlungstechnisch auf dem Grundgerüst der vorherigen Episoden auf. Die Heldengruppe, bestehend aus dem Dieb Haruhiro, dem Krieger Moguzō, dem schwarzer Ritter Ranta, der Magierin Shihoru und der Jägerin Yume, hat sich mit dem Tod ihres Heilers und Anführers Manato abgefunden und blickt hoffnungsvoll in die Zukunft. Damit die Gruppe auch fortan in den Kampf ziehen kann, erhalten sie seit den Folgen der zweiten Volume der Serie tatkräftige Unterstützung von Priesterin Mary. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit ihr, die vor allem auf ihre Vergangenheit abzielen, hat sich das Team jedoch aufeinander eingespielt und den Kampf gegen die bösartigen Goblins, die für Manatos Tod verantwortlich waren, gewonnen. Wie zu Beginn der neunten und damit ersten Episode dieser Volume durchsickert, hat das die restlichen Goblins jedoch nur aufgestochen, weshalb sie die Ruinen, in denen die Goblins hausen, erst einmal meiden müssen. Um sich die Zeit zu vertreiben, haben sich die Freunde erst einmal einen Tag freigenommen, um Brot zu backen, den Sonnenuntergang zu genießen und in der Kneipe die Lage zu besprechen. Ihr neues Ziel ist die Mine, in der die gefährlichen Kobolde leben. Während die meisten Gruppenmitglieder euphorisch auf das Abenteuer blicken, wird Mary mit ihrer tristen Vergangenheit konfrontiert.

Problematische Beziehungen

Schon in den letzten Episoden hat der Zuschauer erfahren, dass sich Mary starke Vorwürfe in Bezug auf ihren letzten Besuch in der Mine macht. Im Kampf gegen die Kobolde ging damals ihr Magievorrat zur Neige, was zum Tod ihrer Gefährten führte. So ist es nur logisch, dass sie sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen muss, sodass auch der Kampf für ihre neue Gruppe zu einer sehr wichtigen Bewährungsprobe wird. Je tiefer Haruhiro und Co in die Mine vorstoßen, desto stärkere Gegner erwarten sie. Beim Kampf gegen die Kobolde wird nicht nur pures Draufschlagen gefordert, auch die Spezialfähigkeiten der Charaktere kommen zum Zug – und werden dabei von Haruhiro für den Zuschauer erklärt. Dieser fühlt sich fast wie in ein Rollenspiel versetzt, was die Illusion der Fantasy-Welt auf der einen Seite ein wenig nimmt, auf der anderen Seite aber auch unterstützt, da so sehr viel mehr Verständnis für den Kampf und die Bewegungsabläufe aufkommt. Der Fokus des Geschehens liegt aber nach wie vor auf der Zwischenmenschlichkeit: Während die meisten Helden der Gruppe in irgendeiner Weise miteinander harmonieren, springt Ranta aus der Reihe. Er pfeift weitgehend auf Freundschaft, lässt seinen durchtriebenen Gedanken freien Lauf und entwickelt sich daher immer mehr zum Einzelgänger, der es in Kauf nimmt, die anderen Gruppenmitglieder in Gefahr zu bringen.

Unbeantwortete Fragen

So spannend es auch ist, die Freunde bei ihrer Reise in die untersten Ebenen der Mine zu begleiten und die aufregenden Kämpfe zu bestaunen, so schade ist das offene Ende. Im Finale, das eigentlich nur den Abschluss des Erzählstrangs bildet, bleiben so einige Fragen unbeantwortet, die schon in der ersten Episode aufgeworfen wurden. Hier wäre von Animationsstudio A-1 Pictures mehr zu erwarten gewesen. Ähnlich sieht es bei der gerade einmal elfminütigen Original Video Animation aus, die als digitaler Bonus beiliegt. Hier geht es schlicht und humorvoll um die Oberweite von Shihoru und Yume. Optisch gehören die Folgen der dritten Volume abseits dieser Mankos jedoch zum Schönsten, was das Animationsstudio im Allgemeinen liefert. Die Farben sind blass, die Effekte mehr als stimmungsvoll und der Einsatz von diffusem Licht gut gewählt, um die bedrohliche Situation innerhalb der Mine auszudrücken. Hinzu kommt ein passender Soundtrack, der im Einklang mit den angenehm inszenierten Kämpfen und den für die eher ruhigen Dialoge reservierten Momente ertönt. Die Synchronisation auf Deutsch ist gut gelungen, die Original Video Animation gibt es jedoch nur im ebenso guten japanischen Originalton. Laut Herstellerangaben winkt als physischer Bonus ein Booklet. Unterm Strich ist so auch die dritte Volume gelungen, eine weitere Staffel von Grimgar, Ashes and Illusions wäre nach dem offenen Ende aber mehr als wünschenswert!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Grimgar, Ashes and Illusions ist eine sehr schöne Anime-Umsetzung der dreiteiligen Manga-Reihe. Leider endet die Anime-Serie im Finale mit einem offenen Ende, das viele wichtige Fragen einfach unbeantwortet lässt. Es ist schade, dass die Erzählung so enden muss und nicht zusätzliche Story-Stränge erdacht worden sind, um die Geschichte voranzutreiben beziehungsweise um sie zu einem wirklich zufriedenstellenden Ende zu führen. Hier bleibt tatsächlich nur zu hoffen, dass sich A-1 Pictures noch zu einer zweiten Staffel hinreißen lässt, die dann unter anderem auf den mindestens bis Ende 2018 veröffentlichten Light Novels basieren könnte. In allen anderen Belangen kann Grimgar, Ashes and Illusions aber definitiv punkten, sodass Fans von Fantasy-Anime-Serien mit einem Faible für außerordentlich hübsche Ausarbeitungen unbedingt einen Blick riskieren sollten, sofern sie mit der Entscheidung bezüglich des offenen Endes konform gehen können.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Grimgar, Ashes and Illusions (Vol. 3)!

 

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