Review: Mirai Nikki (Vol. 5)

Nachdem sich die Veröffentlichung der vierten Volume von Mirai Nikki bis in den Januar 2019 zog, mussten Fans der 26-teiligen Anime-Serie nicht zu lange auf die Fortsetzung respektive auf das Finale warten, das mit dem fünften und letzten Episodenpaket schließlich eintritt.

In Mirai Nikki hat sich das Spiel auf Leben und Tod zugespitzt. Die den Charakteren bekannte Welt ist dem Untergang geweiht, denn überall sind schwarze Löcher aufgetaucht, die die Erde peu á peu vernichten. Für die Hauptfigur Amano Yukiteru bleibt nur eine einzige Möglichkeit, dem anstehenden Ende Einhalt zu gebieten: Er muss zu Gott werden und damit die restlichen Teilnehmer des perfiden Spiels ausschalten. Nachdem ihre kuriose Beziehung auf der Kippe stand, konnten Yukiteru und Gasai Yuno ihre Probleme lösen und arbeiten angesichts der ausweglosen Situation wieder zusammen. Zu Beginn der 22. und damit ersten Folge der fünften Volume werden die beiden auch schon mit neuen Hindernissen konfrontiert. So erfährt der Zuschauer einige neue Informationen, unter anderem stellt sich nach wenigen Minuten heraus, dass Akise Aru nicht nach seinem eigenen Willen gehandelt hat und außerdem nur eine Marionette von Deus ex machina war. Hinzu kommt, dass sich Aru auch noch Yukiteru und Yuno entgegenstellt. Dies führt dazu, dass Yuno völlig durchdreht und den Konflikt mit Aru sucht, während Yukiteru auf die Suche nach seinen Freunden geht und sie der Reihe nach umbringt. Es ist wirklich heftig, auf welche Idee Esono Sakae, der Autor der Manga-Vorlage, kurz vor dem Finale gekommen ist. So überschlagen sich die Ereignisse nicht nur, sie werfen auch ein paar neue Fragen auf.

Gefährliche Liebschaft

Auf der einen Seite ist das ein intelligenter Schachzug, denn so wird der Zuschauer weiterhin bei Laune gehalten – auf der anderen Seite kann eine solche Entscheidung jedoch gefährlich sein, da die Serie Gefahr läuft, mit einem unbefriedigenden Ende abgeschlossen zu werden. Bei Mirai Nikki ist das leider teilweise der Fall, denn die Geschichte wird zwar stringent bis zum Finale erzählt, lässt aber Fragen offen und verfängt sich in theoretischen Ansätzen. Da die meisten Charaktere in der Serie bereits das Zeitliche gesegnet haben, konzentriert sich die Erzählweise dabei vor allem auf Yuno und Yukiteru. Während Yukiteru mit dem von ihm verursachten Verlust seiner Freunde konfrontiert wird, ist Yuno vor allem damit beschäftigt, ihren Freund zu bezirzen. Diese zwischenmenschliche Beziehung ist allerdings äußerst problematisch, da Yukiteru Zweifel an ihrer Liebe hat. Außerdem wird er ein letztes Mal von Aru vor ihr gewarnt, sodass er ebenfalls befürchtet, dass Yuno ihn umbringen wird. Die Tage bis zum Weltuntergang verstreichen und trotz der Zweifel teilen die beiden ihre ersten intimen Momente miteinander. So entwickeln sich die Persönlichkeiten beider Figuren logisch weiter und bereiten sie sowohl zusammen als auch unabhängig auf das große Finale des Spiels auf Leben und Tod vor. Das Finale spielt regelrecht mit den hohen Erwartungen des Zuschauers, übertrifft diese jedoch einerseits und enttäuscht sie andererseits mit unbeantworteten Fragen.

Überraschungen im Finale

Inhaltlich bleibt Mirai Nikki stets ernst und wird dementsprechend erwachsen erzählt. Trotz der teils sehr jungen Charaktere richtet sich die Serie somit vor allem an ein erwachsenes Publikum. Zeit und Raum für Humor ist innerhalb der Serienhandlung logischerweise kaum gegeben. Im Endeffekt wird dieser nahezu vollständig in die deutlich heiteren Szenen nach dem Abspann der jeweiligen Episoden ausgelagert. Hier werden dann zum Beispiel die sexuellen Vorlieben von Yuno und Yukiteru thematisiert oder an einer Seelsorge-Hotline die Probleme von Yunos Mutter durch den Kakao gezogen. Zum Verständnis für die restliche Serie sind die einzelnen Szenen aber nicht notwendig, sodass sie guten Gewissens außer Acht gelassen werden können. Unter technischen Gesichtspunkten entspricht die Serie der Qualität der vorherigen Episoden. Das Design und die Animationen der Charaktere gehen in Ordnung und passen zum düsteren Setting, das mit wirklich schaurig-schönen Licht- und Schatteneffekten im 16:9-Format auf sich aufmerksam macht. Unterlegt wird das Spektakel mit passenden Klängen im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0. Digitales Bonusmaterial gibt es in der fünften Volume abermals nicht und laut Herstellerangaben liegt auch kein physischer Bonus dem Episodenpaket bei. Das ist sehr schade, denn so hätte der fulminante Abschluss der Anime-Serie mit einem noch viel besseren Gefühl im Gedächtnis bleiben können.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Mirai Nikki gehört zu den wichtigsten und interessantesten Anime-Serien der 2010er-Jahre. Die Story ist durchweg erwachsen, wenn zum Ende hin auch ein wenig gekürzt und gar sprunghaft erzählt, das Setting düster und das Szenario äußerst einfallsreich. Selbst im Finale scheut sich Regisseur Hosoda Naoto nicht davor, die Handlung mit Überraschungen zu überwerfen und ihr so einen neuen Anstrich zu geben. Tiefgründige Persönlichkeiten, die sich mit ernsten Problemen auseinandersetzen und immer vor ihren Gegenspielern auf der Hut sein müssen, gibt es in ähnlicher Weise in nur wenigen Anime-Serien. Wer die ersten vier Volumes konsumiert hat, kommt auch um den Abschluss der Serie nicht herum, der bis zur letzten Minute an den Bildschirm fesselt – trotz des teilweise offenen Endes, das erst mit der anschließenden Original Video Animation Mirai Nikki: Redial ein wenig zufriedenstellender ausfällt. Mirai Nikki gehört dennoch definitiv in die Sammlung eines jeden Anime-Fans!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Mirai Nikki (Vol. 5)!

 

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