Review: One Piece: Box 19 (Episoden 575-601)

Mit der neunzehnten Serienbox können sich die Strohhüte wieder auf den Weg machen und in der neuen Welt einen ebenso frischen Handlungsstrang erleben. Hinzu kommt ein kurzes Intermezzo, das ulkigerweise auch als Vorspiel für den elften Kinofilm des Franchises dient.

Kaum haben die Strohhut-Piraten rund um Monkey D. Ruffy die Fischmenscheninsel verlassen, landen sie nach dem Auftauchen aus der Tiefsee auf der anderen Seite der Redline. Die Freude über die Ankunft in der neuen Welt währt aber nicht lange, denn gerade als die Piraten endlich wieder Meeresluft schnuppern können, müssen sie feststellen, dass sie ausgerechnet auf dem als Maubeugemour-Meer bezeichneten Abschnitt der Grandline gelandet sind. Hier wird die tobende See mit Gewitterstürmen begleitet und auch geisterhafte Erscheinungen sind an der Tagesordnung. Dies führt nach einer Weile gar soweit, dass zum Leidwesen von Ruffy und Co auf einmal Sanjis Essen in der Kantine verschwindet. Schuld daran ist ein blinder Passagier im Miniaturformat, der sich notgedrungen aufs Schiff geschlichen hat. Gemeint ist damit Lily Enstomach, eine kleine Riesin. Da ihr Vater, der Riese Panz Fry, nach Impel Down gebracht werden soll, hat sie sich in einer kleinen Flasche auf dem Meer versteckt, um das Gefängnisschiff abzufangen. Kurz darauf erscheint am Horizont auch schon die Marine – und aus dem Meer taucht auf einmal mit seinem Unterseeboot Shūzo auf. Dieser gehört der so genannten Neo-Marine an und bringt Piraten lieber um, anstatt sie mühselig nach Impel Down zu schleppen. Hier entbrennt ein Kampf, der sinnbildlich für die Zukunft von One Piece steht.

Figurenkuriosum

Ruffy, Lorenor Zorro, Nami, Lysop, Sanji, Chopper, Nico Robin, Frankie und Brook müssen in der neuen Welt erfahren, dass ihre Gegner von einem ganz anderen Kaliber sind. Hier wird wahrhaftig mit anderen Bandagen gekämpft und das zeigt sich alleine schon im Kampf gegen einen kleinen Nebencharakter wie Shūzo. Die Episoden 575 bis 578 stehen aber eigentlich für sich allein, denn sie sind lediglich ein Intermezzo – und außerdem der Prolog für den elften Kinofilm One Piece Z. Wer die Serie mitsamt seiner Kino-Auftritte in chronologischer Reihenfolge erleben will, kann den elften Film also nach Folge 578 in sein Abspielgerät einlegen. In den darauffolgenden Episoden beginnt der eigentliche Handlungsstrang der neunzehnten Serienbox. Die Strohhüte folgen einem mysteriösen Hilferuf auf die Insel Punk Hazard. Dort angekommen entdecken sie eine Insel, die zur Hälfte lichterloh brennt und zur Hälfte ins ewige Eis getränkt ist. Hinzu kommen merkwürdige Bewohner wie Zentauren, Drachen und auch der in Beine, Torso und Kopf dreigeteilte Samurai Kin’emon scheint auf der Suche nach seinem Sohn Momonosuke unfreiwillig auf der Insel gestrandet zu sein. Mit Kindern müssen sich Ruffy und Konsorten auch herumärgern, denn diese werden von einem ominösen Meister in einem Forschungslabor gefangen gehalten. Logisch, dass sie die Rettungsaktion einleiten.

Weniger Kämpfe, mehr Geheimnisse

Üblicherweise kann der weitere Fortschritt nur mit ausufernden Kämpfen erkauft werden. Da der Handlungsstrang auf Punk Hazard in der neunzehnten Serienbox nicht gänzlich abgeschlossen ist, sollte es für jeden nachvollziehbar sein, dass das Gewicht mehr auf geschlossene Verträge, Intrigen und das Aufdecken von Geheimnissen liegt und Gewalt zumindest noch nicht ganz so übertrieben dargestellt wird. Thematisch beschäftigen sich die Folgen aber nicht nur mit Kindesentführung und Freiheitsberaubung, sondern üben auch Kritik am Einsatz von Giftgas und Massenvernichtungswaffen – und setzen das Ganze in den Kontext der Anime-Serie. Visuell glänzt diese mit dem bekannten Zeichenstil, hebt sich am Beispiel des neuen Gegenspielers, dessen Kittel inklusive eines markanten Soundeffekts durchweg in der Luft wedelt. Unbedingt darauf hinzuweisen ist, dass die 590. Episode in der Serienbox fehlt. Hierbei handelt es sich um ein Crossover mit Dragon Ball Z und Toriko, das für die eigentliche Story aber nicht relevant ist. Publisher Kazé Anime weist auf diesen Umstand auf der Verpackung allerdings erneut (!) nicht hin. Zudem fehlt bei der 596. Folge das Intro. Nicht vergessen wurde allerdings das obligatorische und nette Booklet mit Episodenguide, Charakterinformationen, Beschreibungen der Handlungsorte und Erläuterungen der drei Haki-Formen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 575 bis 601 der Serie): In der neunzehnten Serienbox sind die Strohhüte endlich in der neuen Welt angelangt. Was im ersten Moment nach nur einem kleinen Schritt für sie klingt, entpuppt sich schnell als großer Sprung. Die neuen Gegner von Monkey D. Ruffy und seinen Mitstreitern sind gefährlicher, durchtriebener und im Vergleich zum Feindesensemble auf der anderen Seite der Redline zu allem Übel auch noch wesentlich stärker. Obwohl die Kämpfe in den vorliegenden Episoden noch nicht ganz so übertrieben wie üblich ausfallen, zeigen die Auseinandersetzungen sehr gut, wohin die Reise noch gehen kann. Nachdem in den letzten Serienboxen vor allem Probleme wie Rassismus, Diskriminierung oder Drogenmissbrauch verarbeitet wurden, stehen jetzt Verbrechen wie Kindesentführung oder scharfe Kritik am Einsatz von Giftgas und Massenvernichtungswaffen im Mittelpunkt der Erzählung. Damit bleibt die Anime-Serie ihrer erwachsenen Erzählweise treu und es bleibt spannend, wie derlei Themen in Zukunft behandelt werden.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece: Box 19 (Episoden 575-601)!

 

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