Review: Black Butler: Book of Circus (Vol. 1)

Nachdem die zweite Staffel von Black Butler mit den römischen Ziffern im Titel deutlich zu erkennen ist, haben sich die Köpfe hinter dem Projekt gedacht, der dritten Season einen eigenen Titel zu spendieren. In diesem Sinne: Manege frei für Black Butler: Book of Circus!

Japanische Fans von Kuroshitsuji, so der Originaltitel der Anime-Serie Black Butler, wurden 2010 auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Während sie auf die zweite Staffel gerade einmal ein Jahr warten mussten, wurde Book of Circus erst vier Jahre später im Fernsehen ausgestrahlt. Im deutschsprachigen Raum verkürzte sich die Wartezeit ein wenig, denn bereits 2015 durften Fans hierzulande in den Genuss der dritten Staffel kommen. Der Staffelauftakt beginnt ungewöhnlich ruhig. In der riesigen Villa von Ciel Phantomhive werden Gäste erwartet – der titelgebende schwarze Butler Sebastian Michaelis verteilt entsprechend die Aufgaben an seine Kollegen. Da diese jedoch allesamt tollpatschig bis unfähig sind, bleibt die ganze Arbeit wieder einmal an Sebastian hängen. Den Zuschauer sollte es in der dritten Staffel zwar nicht mehr wundern, zu welchen Glanzleistungen Ciels Butler fähig ist, doch alleine schon in der ersten Folge der fünf enthaltenen Episoden in dieser Volume läuft Sebastian zu Hochtour auf.  Unter anderem rettet er den durch ein Missgeschick verschütteten Champagner einer Gläserpyramide während des Falls samt Gläsern. Ciel lebt in der Zwischenzeit mürrisch vor sich hin und beschwert sich mal wieder über seinen Tagesablauf. Dieser soll überraschend mit seinem Tod enden. Was dahinter steckt, sollten Black-Butler-Fans jedoch lieber selbst herausfinden.

Arbeiten im Zirkus

Hauptsächlich dreht sich der neue Erzählstrang allerdings um einen ominösen Wanderzirkus. Ciel erhält von Königin Victoria per Brief den Auftrag, den Zirkus als ihr Wachhund unter die Lupe zu nehmen. So zieht es Ciel mit seinem Butler Sebastian nach London, wo der „Noahs Arche“ genannte Zirkus seinen nächsten Halt einlegt. Grund der Untersuchung ist der unbekannte Verbleib von zahlreichen Kindern, die immer dann von der Bildfläche verschwanden, wenn der Zirkus im jeweiligen Ort für Aufsehen sorgte. Durch eine Verkettung von unglücklichen Zufällen werden Ciel und Sebastian vom Zirkus angeheuert. Obwohl diese Arbeit für Ciel zuwider ist – und nur mit Sebastians Hilfe ein, zwei Kunststücke aufführt – reißt sich der Bengel überraschend zusammen. In der Manege machen sie unter anderem Bekanntschaft mit der Dompteurin Beast, dem Schlangenbeschwörer Snake und dem Messerwerfer Dagger. Die Namen der Charaktere sind alles andere als kreativ, lassen sich dafür aber sehr schnell einprägen. Als auch noch Shinigami William T. Spears im Zirkus anheuert, wird ihnen klar, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. So stellen sie immer mehr Nachforschungen an – und werden damit immer mehr in den Arbeitsalltag integriert. Hinterrücks versuchen sie mehr über die Kinder herauszufinden, was jedoch mit jeder weiteren Episode für Misstrauen sorgt.

Großartiger Staffelauftakt

Für den Zuschauer bleibt es dank der sehr dichten Atmosphäre jederzeit spannend und unterhaltsam. Daran ist auch das technische Grundgerüst nicht ganz unschuldig, denn an einigen Stellen ist es Animationsstudio A-1 Pictures vortrefflich gelungen, die Kamera im dreidimensionalen Raum zu bewegen und für Dynamik zu sorgen. Auch der farbenfrohe Gothic-Look von Book of Circus trägt maßgeblich dazu bei, dass ein schaurig-wohliges Gefühl beim Zuschauer entsteht. Sämtliche Charaktere und Hintergründe sind schön gezeichnet und stechen im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p heraus. Unterlegt wird die Anime-Serie mit angenehmer Musik im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0, die das Geschehen jederzeit passend untermalt und niemals störend auffällt. Sowohl bei der deutschen Synchronisation als auch beim japanischen Originalton gibt es keine Sprecherwechsel, sodass beispielsweise Butler Sebastian nach wie vor von Bernhard Völger beziehungsweise Ono Daisuke gesprochen wird. Leider hat es kein digitales Bonusmaterial auf die Disc geschafft. Wie schon bei den vorherigen beiden Staffeln gibt es dafür jedoch ein Booklet mit Informationen zu den Charakteren mit Konzeptzeichnungen und Artworks. Das kleine Heftchen kann – im Gegensatz zum wirklich großartigen Staffelauftakt – aber kaum überzeugen. Hier darf nur auf Besserung in der zweiten und damit leider schon letzten Volume dieser Staffel gehofft werden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Kuroshitsuji respektive Black Butler gehört nach wie vor zu den beliebtesten Anime-Serien. Sie bietet sympathische Charaktere, eine interessante Hintergrundgeschichte und ein sehr düsteres Szenario. Daran hat sich in der auf den Untertitel „Book of Circus“ getauften dritten Staffel überhaupt nichts geändert, auch wenn es durch den titelgebenden Zirkus dann doch ein wenig bunter ist. Obwohl die erste Episode noch recht unscheinbar anfängt, erhält der Zuschauer schnell Informationen über die Ausgangslage und wird spätestens ab der zweiten Folge so richtig ins Geschehen gesaugt. Ciel Phantomhive und Sebastian Michaelis bei ihren Nachforschungen zu beobachten, ist ein äußerst spaßiges Unterfangen und füllt ganze fünf Episoden. Danach motiviert der Cliffhanger, sich auch die nächsten Folgen der zweiten Ausgabe anzuschauen. Aufgrund dessen, dass die dritte Staffel inhaltlich durchaus gelungen ist, sollte es wohl auch nicht daran scheitern.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Black Butler: Book of Circus (Vol. 1)!

 

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