Review: Madden NFL 20

You are the face of the Franchise, you are the QB1. Getreu diesem Motto hat sich Electronic Arts in Madden NFL dieses Jahr etwas ganz Besonderes überlegt und bietet einen neuen Spielmodus, der die Erzählweise in Sportspielen revolutionieren soll.

Während wir in den letzten zwei Jahren die Story rund um Devin Wade und seine Erlebnisse als Spieler in der NFL erleben durften, können wir uns in Madden NFL 20 nun selbst einen Spieler erstellen und unsere eigene Geschichte in der NFL erleben. Schon fast rollenspieltypisch kreieren wir zu Beginn des QB1-Modus unseren eigenen Charakter, passen sein Aussehen und seine Stimme an und entscheiden uns für einen Spielstil, den wir als Quarterback bevorzugen. Eine dynamische Handlung sorgt schließlich dafür, dass wir unseren Charakter nach unseren Vorlieben entwickeln und Entscheidungen stets eine Auswirkung auf den Verlauf der Geschichte haben. So wählen wir am Anfang das College, an dem wir spielen wollen. Schon die ersten Trainergespräche und Spiele haben einen Einfluss darauf, welche Teams uns potenziell im NFL Draft auswählen werden. Unsere Leistungen auf dem Feld und während des Combines sorgen maßgeblich dafür, bei welchem Team wir landen und an welcher Stelle wir im Draft ausgewählt werden. Je besser wir uns präsentieren, umso früher werden wir als Belohnung gedraftet. Dabei kann uns eine ganze Reihe an Teams auswählen. Lediglich die Mannschaften mit herausragenden Quarterbacks in der NFL können uns nicht selektieren, wobei es sich dabei nur um eine Handvoll Teams handelt.

Leistung und Belohnung

Der neue storybasierte Karrieremodus QB1 unterscheidet sich gerade in der Spielfreiheit von den Vorgängertiteln. Nachdem wir bei einem Team untergekommen sind, müssen wir durch Training und auf dem Feld jeden Spieltag beweisen, dass wir es wert sind in dem Team zu spielen. Dabei können wir durch Dialoge, die anhand von Kurzmitteilungen stattfinden, unsere Fähigkeiten gezielt stärken, indem wir bestimmte Eigenschaften unseres Charakters in Textform offenlegen. Das kann uns zu einem besseren Leader machen und das eigene Team motivieren, oder zu auch zu einem arroganten Superstar, der durch eine gute Eigenleistung glänzt. Neu sind auch die diversen Herausforderungen die uns Erfahrungspunkte bringen, mit denen wir unsere Fähigkeiten gezielt verbessern dürfen. Läuft es aber einmal auf dem Spielfeld nicht so rund, was bei schlechten Teams schnell passieren kann, ist die Konsequenz gerne mal, dass wir das Team verlassen müssen. In solch einem Fall kommen wir zwar in einem neuen Team unter, haben aber stets einen schweren Stand. Der Kern der Geschichte dreht sich nur um unseren Charakter und folglich können wir nicht auf das eigene Team zurückgreifen, wie wir es aus dem normalem Karrieremodus gewohnt sind, sondern spielen nur unseren Charakter und somit auch nur die eigene Offensive in Spielen.

Mehr Fähigkeiten

Eine wichtige Neuerung, sowohl im Karrieremodus QB1 als auch im gesamten Spiel, sind besondere Skills, die einige wenige Spieler von anderen Sportlern der NFL abheben. Diese Skills werden X-Factors genannt und bieten besondere Fähigkeiten, die bei einigen Spielern einmalig sind. So hat Aaron Rodgers zum Beispiel die Fähigkeit Gambler, die es ihm ermöglicht, in der Redzone, einer bestimmten Zone kurz vor der Endzone, keine Interceptions zu werfen. Das Spiel richtet sich also ein wenig an diese besonderen Fähigkeiten, die sehr divers ausfallen und für ein frisches Spielgefühl sorgen, da sich gewisse Spieler nun auch der Realität entsprechend spielen lassen. Im Karrieremodus können wir nach und nach solche Fähigkeiten freischalten und unserem Charakter diese zuteilen, um diesen weiter zu individualisieren und einen Spieler zu schaffen, wie wir uns ihn immer vorgestellt haben. Während der Karriere schicken uns diverse Spieler mit solchen Fähigkeiten auch Kurzmitteilungen, auf denen sie uns hinweisen, wie gefährlich ihre X-Factors sind. Diese Hinweise sollten wir auch berücksichtigen. Wenn der beste Cornerback der Liga schreibt, dass er uns heute drei Bälle abfangen wird, dann sollten wir es tunlichst vermeiden, in seine Richtung zu werfen. So wird das Spiel auf der einen Seite interessant gestaltet, auf der anderen Seite wirken viele Szenarien oftmals gescriptet.

Altbekanntes Spielprinzip

Spielerisch geht Madden NFL 20, wie schon die letzten Jahre, sehr geschmeidig von der Hand und an der Steuerung hat sich eigentlich nichts geändert. Die größten und gelungenen Neuerungen sind eindeutig die im Karrieremodus und die X-Factor-Fähigkeiten diverser Spieler, die nun wirklich auf dem Spielfeld den Unterschied machen können. Neben der storybasierten Karriere können wir, wie gehabt, auch mit einem Team als Teammanager eine Karriere starten, in der wir eine ganze Truppe verwalten und auch die Defensive spielen können. Dies ist vielleicht einer der größten Schwachpunkte im QB1-Modus, da wir als Quarterback noch so gut sein können, wenn unsere Defensive, die wir nicht spielen können, immer um die dreißig Punkte oder mehr zulässt. Neben den beiden unterschiedlichen Karrieremodi gibt es natürlich auch wieder das Ultimate Team, wie man es von Electronic Arts gewohnt ist. Hier können wir unser eigenes Star-Team aufbauen und uns online in einer Liga gegen andere Spieler messen, um unser Team und unseren Rang immer weiter zu verbessern. Madden NFL 20 erfindet das Rad somit nicht sonderlich neu, beruft sich aber auf die spielerischen Stärken und bringt mit dem QB1-Modus einen interessanten Aspekt, der durch die X-Factor-Eigenschaften besonders intensiv hervorgehoben wird.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Madden NFL 20 entwickelt sich von Jahr zu Jahr stetig weiter und macht in kontinuierlichen Schritten alles richtig. Spielerisch sehe ich kaum noch Luft nach oben, was positiv für eine Sportsimulation ist. Die einzigen Verbesserungspunkte sind folglich nur die Präsentation einer interessanten Story für Einzelspieler und interessante Mehrspielerherausforderungen. Die Mehrspielerbranche wird seit Jahren erfolgreich durch Ultimate Team genau wie bei Fifa bedient und ist sehr zufrieden mit diesem Konzept. Ich persönlich lege mehr Wert auf eine gute Story und auf authentischen American Football. Schon Madden NFL 18 und Madden NFL 19 haben eine großartige Karriere hingelegt, in der ich mich als Zuschauer und Spieler verlieren konnte. Madden NFL 20 geht nun einen anderen Weg und zeigt quasi meine eigene Story und einen eigenen Charakter. Dieser soll mein Ideal verkörpern und lässt sich von Beginn an so anpassen, wie ich ihn mir vorstelle. Folglich bekommt man im QB1-Modus eine gewisse Freiheit, was dem Spiel mehr Reiz verschafft. Allerdings wiederholen sich innerhalb der Geschichte in der zweiten Saison die Geschehnisse und später besteht die Geschichte nur noch aus Training und Spielen, ähnlich dem normalen Karrieremodus, den es auch weiterhin gibt. Dabei ist der QB1-Modus eher eine Kurzfassung der Karriere, da wir uns mit Trainerfragen und Management nicht auseinandersetzen müssen. Jedoch hat es mich stets fasziniert, welches Team mich zum Beispiel draften wird und wohin es mich verschlägt, wenn ein Team mich aufgrund schlechterer Leistung im QB1-Modus feuert. So darf es in den nächsten Jahren gerne weitergehen!

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