Review: Yūnas Geisterhaus (Vol. 1)

Im August 2019 startete Kazé Anime mit der vierteiligen Veröffentlichung der Anime-Serie Yūnas Geisterhaus. Das Werk von Animationsstudio Xebec dreht sich nicht nur um die Erlösung einer Verstorbenen, sondern an allen Ecken und Enden auch um viel nackte Haut.

Im Mittelpunkt der Erzählung steht der fünfzehnjährige Fuyuzora Kogarashi, der von einem besonders günstigen Gasthaus in Yukemuri gehört hat. Grund für die besonders günstige Miete dürfte ein Geist sein, der dort sein Unwesen treibt. Kaum in der Pension Yuragi angekommen, macht er in Zimmer 204 Bekanntschaft mit dem freundlichen Gespenst Yunohana Yūna. Normalerweise würde Kogarashi als Lehrling eines Mediums den Geist sofort aus der Herberge vertreiben, doch da Yūna äußerst nett und zuvorkommend und in seinen Augen zudem auch noch sehr attraktiv ist, kann er sich Yūna einfach nicht entledigen. Stattdessen schließen die beiden Freundschaft und arbeiten künftig zusammen, um die wahre Erlösung für Yūna zu finden. Das müssen sie auch, denn schließlich hat nicht nur Kogarashi, sondern auch zahlreiche andere Geisterbeschwörer vom Geist in der Pension Yuragi gehört. Also müssen die beiden dafür sorgen, dass Yūna kein Haar gekrümmt wird. Kogarashi und Yūna sind aber nicht die einzigen beiden Bewohner in der Pension. So lernt Kogarashi unter anderem die oftmals leicht betrunkene Arahabaki Nonko, die agile Ameno Sagiri und die katzenartige Fushiguro Yaya kennen. Es handelt sich bei allen Damen aber nicht unbedingt um Menschen, sondern um Oni oder Kami, die die menschliche Gestalt annehmen oder diese kontrollieren.

Nackte Haut en masse

Yūnas Geisterhaus ist eine schrille und durchgeknallte Anime-Serie. Bemerkbar ist dies vor allem am äußerst schlüpfrigen Humor. Dieser hat schon vor der japanischen Erstausstrahlung mit der Manga-Vorlage für eine Kontroverse gesorgt, da so gut wie alle weiblichen Figuren hier und da sexualisiert werden. Brüste in verschiedenen Größen und viel nackte Haut stehen in jeder Folge an der Tagesordnung. Beispielsweise landet Kogarashi schon in der ersten Episode auf der halbnackten Yūna, als diese sich erschreckt und laut eigenen Aussagen zum Poltergeist wird. Als Konsequenz wird Kogarashi selbstverständlich von ihr aus dem Fenster geworfen, um ein gewisses Moralverständnis zu untermauern. In der zweiten Folge wachen die beiden zusammen, Yūna selbstverständlich mit entblößtem Oberkörper, schwebend in der Luft auf und werden beim „Kuscheln“ im wahrsten Sinne des Wortes wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. An anderen Stellen werden hingegen die Kurven der anderen Bewohnerinnen stark betont. Diese streicheln sich bewusst über den eigenen Oberschenkel oder drücken Kogarashi auf ihre Brüste. Ob Kogarashi das selbst will, soll an dieser Stelle aber nicht verraten werden. Wer mit solchen Situationen ein Problem hat, wird mit Yūnas Geisterhaus keinen Spaß haben, da sich der wahnwitzige Humor hauptsächlich darum dreht.

Angenehmer Einstand

Unter optischen Gesichtspunkten überzeugt Yūnas Geisterhaus in der Blu-ray-Fassung mit hochauflösenden Bildern. Im bildschirmfüllenden 16:9-Format können die Szenen, die den Humor rund um intime Dinge unterstreichen, besonders überzeugen. Alle anderen Szenen wirken jedoch ein wenig aufgesetzt, denn die Animationen sind lediglich zweckmäßig und können die Dynamik der einzelnen Situationen kaum ausdrücken. Auch die Spezialeffekte kommen nicht übers Mittelmaß hinaus, weshalb die Anime-Serie in visueller Hinsicht eher Kennern der Manga-Vorlage gefallen dürfte. Musikalisch reißt Yūnas Geisterhaus zwar keine Bäume aus, doch reicht der Soundtrack aus, um verschiedene Situationen gut einzufangen und voneinander abzugrenzen. Sowohl die deutsche als auch die japanische Synchronisation im Tonformat PCM 2.0 geht vollkommen in Ordnung, wobei der japanische Originalton leicht die Nase vorne hat. Digitale Boni gibt es lediglich in Form eines Clear Openings. Käufer der limitierten Erstauflage kommen neben einem 16-seitigen Booklet und einer Leseprobe auch in den Genuss eines Sammelschubers, in dem ab Ende November 2019 alle vier Volumes der Serie ihren Platz finden können. Unterm Strich handelt es sich bei der ersten Volume von Yūnas Geisterhaus um einen recht angenehmen und qualitativ angemessenen Einstieg.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Yūnas Geisterhaus macht vor allem mit dem schlüpfrigen Humor auf sich aufmerksam. Ein paar Brüste hier und ein bisschen nackte Haut da – so und nicht anders versucht die Anime-Serie den Zuschauer bei Laune zu halten. Schon nach wenigen Minuten fällt auf, dass die eigentliche Handlung rund um das Medium Fuyuzora Kogarashi und das Gespenst Yunohana Yūna nur zweitrangig ist. Selbst wenn die Handlung dann und wann den Eindruck erweckt, erwachsen mit der Thematik umzugehen, dauert es nicht lange und schon werden einer weiblichen Figur die Kleider vom Leib gerissen. Wer sich darauf nicht einlassen und die ständige Sexualisierung der weiblichen Charaktere nicht ertragen kann, wird wohl kaum länger als eine Folge von Yūnas Geisterhaus aushalten. Alle anderen dürfen sich hingegen über eine seichte und dennoch unterhaltsame Serie freuen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Yūnas Geisterhaus (Vol. 1)!

 

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