Review: Yūnas Geisterhaus (Vol. 2)

Nachdem im August 2019 Kazé Anime die erste Volume der humorvollen und gerne schlüpfrigen Anime-Serie Yūnas Geisterhaus veröffentlicht hat, folgte bereits im September 2019 das zweite Episodenpaket. Dieses tritt durch und durch in die Fußstapfen der ersten Ausgabe.

Yūnas Geisterhaus von Animationsstudio Xebec dreht sich auch in der zweiten Volume der vierteiligen Veröffentlichung voll und ganz um den fünfzehnjährigen Fuyuzora Kogarashi. Bei diesem handelt es sich um ein junges Medium, das in der Pension Yuragi absteigt. Grund ist die besonders günstige Miete. Ursprünglich wollte der verschuldete Geisterbeschwörer in der Herberge im malerischen Yukemuri den dort hausenden und zu allem Übel herumspukenden Geist Yunohana Yūna beschwichtigen. Yūna ist jedoch alles andere als ein Ärgernis, wie Kogarashi im Serienauftakt feststellen musste. Er beschließt, Yūna vorerst nicht zu erlösen –   und mit ihr zusammen zu leben. Hinzu kommen noch ein paar andere Damen, die ebenfalls in der Person Yuragi leben. Hierbei handelt es sich jedoch um freundliche Oni oder Kami, die die Gestalt von Menschen angenommen oder Kontrolle über sie erlangt haben. Allerdings ist es der illustren Truppe nicht möglich, in Ruhe und Frieden im Gasthaus zu leben und ihrem Tagwerk nachzugehen. Die Pension ist recht bekannt und so tauchen zum Leidwesen aller dann und wann andere Geisterbeschwörer auf, die Yūna wesentlich schneller erlösen wollen. Das dürfen Kogarashi und Co selbstverständlich nicht zulassen. Yūnas Geisterhaus bietet in der zweiten Volume aber noch wesentlich mehr, als das erste Episodenpaket noch suggeriert.

Chaos am laufenden Band

In der vierten und damit ersten Episode der zweiten Ausgabe bittet die Kunoichi Ameno Sagiri den Protagonisten um Hilfe. Gemeinsam sollen sie einen zwielichtigen Geist aufspüren, der in Yukemuri Unruhe stiftet. Dieser scheint an Pheromonen Gefallen gefunden zu haben, sodass er sich mit seinen Geisterkräften ulkigerweise durch die Kleidung von Frauen frisst. Fushiguro Yaya, beseelt von einem Katzengeist, ist wiederum beeindruckt von Kogarashis Kochkünsten und rückt ihm deshalb ständig auf die Pelle, um wieder und wieder gegrillten Fisch abzubekommen. Für die erste Hälfte der fünften Episode wird Miyazaki Chisaki, eine Klassenkameradin von Kogarashi, in den Mittelpunkt der Geschichte gerückt. Diese möchte mehr über Yūna erfahren und sich mit ihr anfreunden. Da sie Yūna aber nicht sehen kann, müssen sie improvisieren. In der zweiten Hälfte erfährt der Zuschauer dafür mehr über Arahabaki Nonko beziehungsweise ihre Arbeit als Manga-Zeichnerin. Kogarashi muss ihr mit recht unkonventionellen Mitteln bei einer Zeichenblockade helfen. Nakai Chitose, der Hauskobold der Pension, ist äußerlich ein dreizehnjähriges Mädchen und hat das Bedürfnis, die örtliche Mittelschule zu besuchen. Zum Schluss gibt es noch eine Geschichte, die besonders wichtig für die Rahmenhandlung ist. So versuchen Kogarashi und Yūna, noch unerfüllte Sehnsüchte zu erforschen und umzusetzen.

Erotik als unverzichtbares Handlungselement

Ein wichtiges Merkmal von Yūnas Geisterhaus ist im Kontext der Geschichte insbesondere der äußerst schlüpfrige Humor. An vielen Stellen ist Erotik, so plump sie in so mancher Szene auch sein mag, untrennbar mit der überaus lustigen Handlung verknüpft. Zum Beispiel wird Sagiris Kleidung von einem Geist zerschnitten, Yayas Oberweite entblößt, Chiaki von Yūna ausgezogen und Kogarashis Kopf mal wieder von Nonko auf ihren Busen gedrückt. Stilistisch können gerade diese Situationen punkten, da sie nicht selten mit bewegungsarmen Bildern im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Animationen und Effekte sind hingegen leider nur durchschnittlich und lassen hier und da die nötige Dynamik vermissen, die die Anime-Serie mit ihren sprunghaften Geschichten vermittelt. Musikalisch bedient sich Yūnas Geisterhaus dem bekannten Soundtrack, wodurch alle Szenen wunderbar akustisch untermalt werden. Der Atmosphäre zuträglich sind auch die guten deutschen und japanischen Synchronsprecher, die in beiden Tonspuren den Figuren Leben einhauchen. Als digitaler Bonus winkt das Clear Ending und in physischer Form gibt es ein 16-seitiges Booklet obendrauf. Dieses lag zum Test zwar nicht vor, doch kann hier davon ausgegangen werden, dass das Heftlein der typisch hohen Qualität des Publishers entspricht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Yūnas Geisterhaus konnte bereits in der ersten Volume mit charmanten Charakteren, einer illustren Handlung und wahnwitzigen Ideen punkten. Dieses ganze Konzept konnte Animationsstudio Xebec in den Episoden der zweiten Volume weiter ausbauen. So erzählen die Folgen jeweils zwei knackige Geschichten, die das Leben mehrerer Figuren auf den Kopf stellen. Sonderlich tiefgründig sind die Handlungsfäden zwar keinesfalls, doch reichen sie aus, um zu unterhalten. Dies geschieht vor allem über den schlüpfrigen bis erotischen Humor. Wer über die teilweise ganz schön heftige Sexualisierung der weiblichen Charaktere hinwegsehen kann, wird mit abstrusen Ideen zum Schmunzeln und zum Lachen gebracht. Alle anderen werden die Anime-Serie vermutlich eh nicht angefangen haben – und all jene, die bei der ersten Volume zugegriffen haben, dürfen auch die zweite Volume in Angriff nehmen, um noch mehr humorvolle Abenteuer um das Medium Fuyuzora Kogarashi zu erleben.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Yūnas Geisterhaus (Vol. 2)!

 

 

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