Preview: Sakuna: Of Rice and Ruin

Auf der Electronic Entertainment Expo 2019 wurde das Action-Rollenspiel Sakuna: Of Rice and Ruin für Sonys PlayStation 4, den PC und die Nintendo Switch angekündigt. Unser Ersteindruck während des Nintendo-Treehouse-Livestreams hat uns überaus positiv gestimmt.

Wie aus dem Nichts wurde Sakuna: Of Rice and Ruin während des berühmtberüchtigten Nintendo-Treehouse-Livestreams vorgestellt und etwa zur gleichen Zeit mit einem Trailer gewürdigt. Dieser offenbart uns viele kleine Details zur Spielwelt, denn laut dem im Trailer eingespielten Begrüßungstext liegt weit entfernt im Osten das sagenumwobene Reich Yanato. Die Landesbezeichnung kommt nicht von ungefähr, denn eine historische Provinz Japans trug lange Zeit den ähnlich klingenden Namen Yamato. So dürfte sich auch dem Letzten das japanisch angehauchte Setting erschließen. In Yanato glauben die Menschen seit jeher an die Koexistenz der irdischen und der göttlichen Welt. Erzählt wird die Handlung des Spiels rückblickend aus der Sicht der Missionarin Mirthe, die in Yanato die titelgebende Erntegöttin Sakuna auf ihrer Reise begleitet. Sakuna wurde – aus bisher unbekannten Gründen – aus der himmlischen Hauptstadt verbannt. Im Exil auf einer von Dämonen beherrschten Insel muss sie mit verschiedenen Menschen ums Überleben kämpfen. Dies geschieht auf der einen Seite durch den Kampf gegen die Dämonen und auf der anderen Seite mit dem Anbau von Reis, wie der Titel des Spiels suggeriert. Ob die Story langfristig unterhält, kann derzeit noch unmöglich abgeschätzt werden. Das Szenario und das Setting bieten jedenfalls zahllose Möglichkeiten.

Akrobatische Erntegöttin

Wie im bislang veröffentlichten Gameplay-Material zu erkennen ist, sind Höhlen, Pässe, Täler und Wälder über eine Weltkarte miteinander verbunden. Unser nächstes Ziel wählen wir stets mit dem Cursor aus. Betreten wir einen der zahlreichen Handlungsorte, erleben wir das Geschehen meist aus der zweidimensionalen Seitenansicht. Lediglich im Bauerndorf bewegen wir uns mit Sakuna im dreidimensionalen Raum. Dieser Perspektivenwechsel fällt in Sakuna: Of Rice and Ruin vor allem deswegen nicht negativ auf, da der Grafikstil konsistent ist. Beim Gameplay gibt es in den beiden Ansichten allerdings erhebliche Unterschiede, denn während in den zweidimensionalen Spielabschnitten die Erkundung der Umwelt und der Kampf gegen unliebsame Feinde im Mittelpunkt stehen, dürfen wir im Bauerndorf unter anderem Reis anbauen – doch dazu später mehr. Bewegen wir uns durch die zweidimensionalen Stages, gilt es mit akrobatischen Manövern von Plattform zu Plattform zu springen. Hierbei ist auch Sakunas himmlischer Schal von Bedeutung, denn diesen können wir wie mit Link in der The-Legend-of-Zelda-Reihe wie einen Enterhaken einsetzen, um sonst unerreichbare Stellen zu erreichen. Der Schal kommt zudem regelmäßig zum Gegnerpacken im Kampf zum Einsatz, der an den Stil des Nintendo-Wii- und PlayStation-Vita-Klassiker Muramasa: The Demon Blade erinnert.

Japanisches Setting

Um Gegner wie wilde Hirsche oder Raubvögel zu besiegen, können wir mit Werkzeugen wie Hacken, die es in ähnlicher Form im alten Japan tatsächlich gab, leichte und schwere Angriffe ausführen. Auch ein Spezialangriff ist mit von der Partie, der sich aber nur begrenzt oft einsetzen lassen wird. Ob derlei Attacken an der Balance – vor allem in Bosskämpfen – kratzen, ist nicht abzuschätzen. Bei den Bossgegnern wie einem zu groß geratenen Welsartigen, der immer wieder aus dem Hintergrund angreift, oder dem als riesiges Skelett gezeigten Homosubi, einer Variante des japanischen Kami des Feuers, ist Dynamik aber definitiv vorprogrammiert. Ums häufige Springen und Ausweichen werden wir spätestens hier nicht mehr herumkommen. Damit wir auch gegen noch so mächtige Gegner gefeit sind, dürfen wir Sakuna auch mit verschiedenen Ausrüstungsgegenständen wie Gewändern, Hüten oder Masken ausstatten. Ob die Objekte Sakuna vehement verbessern, können wir – ohne selbst Hand ans Spiel gelegt zu haben – an dieser Stelle noch nicht sagen. Fakt ist, dass alle Gegenstände einen kosmetischen Effekt auf unsere Spielfigur haben. An Ausrüstung und Monsterdesign ist gut zu erkennen, dass die Entwickler von Sakuna: Of Rice and Ruin mit der japanischen Geschichte und Mythologie spielen und an allen Ecken und Enden auf jedes noch so kleine Detail bedacht sind.

Leben auf dem Bauernhof

Neben den Kämpfen steht allerdings auch der Anbau von Reis im Mittelpunkt des Geschehens. Wir in Harvest Moon, Stardew Valley und Co wird es möglich sein, Bauernhofarbeit zu betreiben. So bestellen wir das Feld nach der in Südost- und Ostasien verbreiteten Nassreisanbaumethode. Wer auf derlei Firlefanz keinen Wert legt, wird in Sakuna: Of Rice and Ruin aber so schnell kein Land sehen, denn nur durch geernteten und qualitativ hochwertigen Reis soll laut Aussagen der Entwickler zugleich die Kraft der Erntegöttin steigen. Hinzu kommt ein Kochsystem, bei dem wir mit den von Gegnern erbeuteten Ingredienzien leckere Gerichte zubereiten können. Diese Mahlzeiten verbessern wiederum temporär die Attribute unserer Spielfigur, der es dann zeitweise leichter fällt, Gegner zu besiegen und noch mehr Materialien zu sammeln. Auch die Jahreszeiten sollen Auswirkungen auf das Spiel haben, was in Hinblick aufs Ernten durchaus Sinn ergibt. Wie krass dieser Einfluss tatsächlich ist, bleibt abzuwarten. Wir können uns beispielsweise einen niedrigen Flusspegel im Sommer und zugefrorene Seen im Winter sehr gut vorstellen. Obwohl der Titel nicht exklusiv für die Switch erscheint, gefallen uns Stil und Optik bereits jetzt und im Trailer waren nur wenige Slowdowns zu erkennen. Die ersten Musikstücke, die wir hören konnten, stimmen uns zuversichtlich, dass das Spiel seine japanische Kulisse ähnlich gut wie Muramasa und Ōkami untermalt. Lange müssen wir uns auch nicht mehr auf den Titel gedulden, denn dieser soll noch 2019 veröffentlicht werden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Prognose (basierend auf der Nintendo-Switch-Fassung): Der Trailer von Sakuna: Of Rice and Ruin und das gezeigte Gameplay-Material der Nintendo-Switch-Fassung während des Nintendo-Treehouse-Livestreams haben mich von der ersten Minute an gefesselt, was vor allem am japanischen Szenario liegen dürfte. Ich begrüße es immer, wenn Spiele mit der japanischen Mythologie spielen und versuchen, dieses in einen geschichtlichen oder zumindest kulturellen Kontext zu setzen. Allerdings mag ich nicht nur das Setting, sondern auch das Gameplay. Auf der einen Seite erinnern mich die gut zu funktionierenden Kämpfe stilistisch an das Action-Rollenspiel Muramasa: The Demon Blade für Wii und PlayStation Vita, was durchaus als eines der besten Spiele auf beiden Plattformen gilt. Auf der anderen Seite werde ich beim Bestellen des Feldes sicherlich Entspannung finden, zumal beide Systeme offensichtlich sehr gut ineinandergreifen. Wie gut das Spiel tatsächlich wird, bleibt aufgrund ein paar offener Fragen noch abzuwarten. Ich gehe jedoch davon aus, dass Sakuna: Of Rice and Ruin einer der Titel wird, den sich kein Fan von Action-Rollenspielen entgehen lassen sollte.

 

Ein Kommentar zu “Preview: Sakuna: Of Rice and Ruin

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