Review: Ajin: Demi-Human (Vol. 3)

Mit der ersten Staffel der Anime-Serie Ajin: Demi-Human ist Polygon Pictures der ganz große Wurf gelungen. Das Animationsstudio hat sowohl inhaltlich als auch inszenatorisch ein Werk geschaffen, das in jeder Episode mitreißt. Dies betrifft auch die zweite Staffel der Reihe.

In der zweiten Staffel von Ajin: Demi-Human wird die spannende Handlung nach dem Finale der ersten Season fortgeführt. So sind in der dritten Volume alle Charaktere bereits etabliert und ihre Motivationen dem Zuschauer bestens bekannt. Der wagemutige Tosaki Yū hat es nicht leicht: Als langjähriger Ermittler der Ajin-Kontrollkommission soll er die titelgebenden Halbmenschen aufspüren und schließlich verhaften. Nachdem es ihm in den letzten Episoden nicht gelang, die beiden Flüchtigen Nagai Kei und Nakano Kō einzufangen, soll er aus dem Dienst entlassen werden. Allerdings hat sich die Lage mittlerweile wieder verändert, denn der undurchsichtige Ajin Satō hat nach seinem erfolgreich durchgeführten Anschlag auf den Pharmakonzern Grant weitere Pläne angekündigt. Er will fünfzehn Menschen von einer Liste nach und nach töten, sofern die Regierung seinen Bedingungen nicht nachkommen sollte. Entsprechend ist seine Unterstützung für die Kommission notwendig. Da er die immensen Krankenhausrechnungen seiner im Koma liegenden Verlobten bezahlen muss, ist er zudem auf den Job angewiesen. Diesen Umstand machen sich wiederum die nun im Team agierenden Kei und Kō zunutze, um ihn für ihren Kampf gegen Satō ausnutzen. Überzeugt davon, dass sie mit dem Kampf gegen Satō ein gemeinsames Ziel verfolgen, agieren sie zusammen.

Mehr Raum für die Charakterentwicklung

An der grundlegenden Struktur von Ajin: Demi-Human hat sich so gut wie nichts verändert. Die auffälligste Änderung dürfte wohl sein, dass am Anfang der sieben enthaltenen Episoden der Rückblick auf bereits geschehene Ereignisse wegfällt. Es ist zwar schade, dass die Köpfe hinter dem Projekt so auf die Kontinuität verzichten, doch hat dies auch seine Vorteile, denn so hat jeder Folge ein paar wertvolle Sekunden mehr, um die Story noch besser entfalten zu können. Auch wenn diverse Handlungsstränge in der zweiten Staffel zusammen laufen, sind diese an vielen Stellen immer noch verzahnt, zumal es auch ein Wiedersehen mit vielleicht bereits vergessenen Figuren wie Kaito gibt. Zudem bleibt mehr Raum für andere Charaktere, die in der ersten Staffel ein wenig zu kurz gekommen sind. Unter anderem erfährt der Zuschauer mehr über den amerikanischen Biophysiker Ogura Ikuya, der die Kommission in wissenschaftlichen Fragen unterstützt. Auch Shimomura Izumi, die Kollegin von Tosaki, hat ein paar Auftritte mehr, um beispielsweise das Duo Kei und Kō beim Training zu unterstützen. Neben der überaus spannenden Geschichte, die Ajin: Demi-Human erzählt, dürfen auch die zwischenmenschlichen Beziehungen nicht außer Acht gelassen werden. Ganz besonders die Entwicklung, die Kei durchmacht, hat starken Einfluss darauf, wie sich die Handlung entfaltet. Dennoch bleiben viele Aspekte aller Persönlichkeiten aus Gründen der Spannung verborgen.

Tolle Technik trotz altbackener Animationen

Unter technischen Gesichtspunkten entspricht die Ausarbeitung von Ajin: Demi-Human sowohl im Positiven als auch im Negativen der Gestaltung der ersten Staffel. Das heißt, dass vor allem die Actionszenen dank der dreidimensionalen Umgebungen herausstechen. Sowohl die meist von den polizeilichen Kräften initiierten Schusswechsel als auch der häufige Einsatz der schwarzen Geister der Ajin reißen auf ganzer Linie mit. Dazu gesellen sich die schon bei den ersten dreizehn Episoden gelobten Licht- und Schatteneffekte, die sich vor allem in den Gesichtern der Figuren je nach Lichteinfall widerspiegeln. Unterstützt wird diese Wirkung mit diffusem Licht, ausgelöst von Straßenlaternen oder durch Äste scheinende Sonnenstrahlen. Leider krankt die Technik der Anime-Serie nach wie vor an stotternden Animationen, die vor allem bei hektischen Bewegungen der ansonsten abwechslungsreich gestalteten Charaktere auffallen. Dafür entschädigt der Soundtrack von Kanno Yūgo, der die düsteren Geschehnisse stimmungsvoll unterlegt. Sowohl die deutschen als auch die japanischen Synchronsprecher hauchen den ihnen zugeteilten Figuren reichlich Leben ein. In der japanischen Version wird Kei zum Beispiel von dem aus Death Note bekannten Miyano Mamoru gesprochen. Bei der deutschen Fassung ist es hingen Patrick Baehr, der Kei seine Stimme leiht. Als digitale Boni winken das neue Clear Opening und das neue Clear Ending von Ajin: Demi-Human.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die spannende erste Season von Ajin: Demi-Human hat die Messlatte sehr weit hochgelegt. Animationsstudio Polygon Pictures ist es – basierend auf der Manga-Vorlage von Sakurai Gamon – gelungen, eine mitreißende Story und tiefgründige Charaktere in bewegte Bilder zu verfrachten. In der zweiten Staffel wird das Konzept weiter fortgeführt, denn auch wenn die Geschichte mit neuen und alten Charakteren ihre verzahnte Erzählweise erst wieder so wie in der ersten Season reaktivieren muss, so bleibt es dennoch spannend, da sehr viel mehr Wert auf die zwischenmenschlichen Beziehungen der Figuren gelegt wird. Hinzu kommen actionreiche Szenen, die technisch bis auf die stotternden Animationen durchaus gelungen sind. Ebenfalls fällt der Soundtrack positiv auf, der alle Situationen stimmungsvoll unterlegt. Die Anime-Serie Ajin: Demi-Human hat in der zweiten Staffel nichts von ihrem Glanz verloren. Da bleibt nur zu hoffen, dass die Serie in der nächsten Volume genauso glorreich zu einem zufriedenstellenden Abschluss findet.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Ajin: Demi-Human (Vol. 3)!

 

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