Review: Ajin: Demi-Human (Vol. 4)

Mit der dritten Volume der Anime-Serie Ajin: Demi-Human startete die zweite Staffel, die wie die erste Season auf insgesamt dreizehn Episoden kommt. Die abschließenden sechs Folgen sind in der vierten Ausgabe enthalten und führen die Geschichte größtenteils zu Ende.

Gerade als sich den im Kampf gegen die japanische Regierung befindenden Ajin eine Option bot, dass über ihre Forderungen nach Gerechtigkeit debattiert wird, drehte Satō völlig durch. Er tötete einen bestimmten Minister und damit die bisher letzte Person auf seiner Todesliste. Dieser Umstand führte dazu, dass die Regierung nun wesentlich aggressiver gegen die Ajin vorgeht. So beginnt die erste Episode der vierten Volume von Ajin: Demi-Human damit, dass eine neue Einheit ins Leben gerufen wird, die mit der neuesten Technologie gegen die Ajin kämpfen soll. Unter anderem kommen die Elite-Söldner in den Genuss einer Blendwaffe, mit der sie die Ajin innerhalb von nur drei Sekunden blenden und erblinden lassen können. Ihre Gegenspieler schlafen allerdings auch nicht, denn die Ajin werkeln seit den letzten Episoden an einer Geheimwaffe, bei der sie keine Skrupel haben, sie einsetzen zu wollen. Die Lage zwischen den polizeilichen Kräften und dem vollkommen außer Kontrolle geratenen Satō mit seinen Anhängern spitzt sich immer weiter zu. So stehen im Fokus der Erzählung diesmal die letzten Angriffe des gefährlichen Satō, der mit raffinierten Ideen die Polizei herausfordert, um seine nächsten Ziele zum Sturz der Regierung auszuschalten. Bei diesem Unterfangen müssen die Elite-Truppen leidlich erfahren, dass sie nicht alle auf Eventualitäten vorbereitet sind.

Größtenteils zufriedenstellender Abschluss

Trotz der brenzligen Situationen, in die die verschiedenen Figuren allesamt hingezogen werden, bleibt in Ajin: Demi-Human reichlich Raum für die einzelnen Charakterentwicklungen. Satō lässt immer mehr seine Maske eines freundlichen alten Mannes fallen und zeigt jedem sein wahres Gesicht, das von Arroganz und Wahnsinn geprägt ist. Dies spielt dem nicht mehr ganz unpersönlichen Konflikt mit Nagai Kei in die Hände. Kei wirkt zum Serienfinale sehr viel erwachsener und seine Ideen im Kampf gegen Satō wesentlich durchdachter. Tosaki Yū nutzt wiederum die Gunst der Stunde, um seine alte Position zurückzuerobern. Schließlich hat er von seiner Kollegin Shimomura Izumi ein Druckmittel zugespielt bekommen, das er jetzt ausspielen kann. So kommt er zumindest für kurze Zeit in die Position des Befehlshabers der Ajin-Kontrollkommission zurück. An einer bestimmten Stelle muss sich Tosaki allerdings für eine Seite entscheiden, denn Kei und dessen Freund Kō geraten in Polizeigewahrsam. Wie die Situation für alle Charaktere von Ajin: Demi-Human ausgeht, soll an dieser Stelle keineswegs verraten werden. Es sei jedoch gesagt, dass es den letzten Episoden größtenteils gelingt, die Story zu einem halbwegs runden Abschluss zu führen. Dennoch lässt Animationsstudio Polygon Pictures das Ende bewusst offen, um die spannende Handlung noch verlängern zu können.

Traditionelles Gesamtbild

Ajin: Demi-Human kann auf technischer Ebene mit einer gelungenen Ausarbeitung punkten. Besonders die Actionszenen stechen heraus, da sie wie alle anderen dargestellten Situationen den dreidimensionalen Raum der Gestaltung nutzen. Auf beiden Seiten wird nicht an Munition gespart und auch die schwarzen Geister der Ajin kommen oft genug zum Einsatz. Hinzu kommen die bekannten Licht- und Schatteneffekte, die den dreidimensionalen Raum in allen Szenen ausschmücken. Da die meisten Szenen vor allem in Innenräumen spielen, ist es vor allem elektrisches Licht, das dafür sorgt. Dies ist besonders auf den Gesichtern der abwechslungsreichen Charaktere gut zu erkennen, wodurch die Serie gestaltungstechnisch durchweg dynamisch wirkt. Leider ist es den kreativen Köpfen bei Polygon Pictures auch bei der vierten Ausgabe nicht gelungen, die stotternden Animationen in den Griff zu bekommen. Diese reißen immer noch aus der dichten Atmosphäre heraus. Dafür punktet einmal mehr der Soundtrack von Kanno Yūgo. Im digitalen Bonusbereich wartet letztmals ein Clear Ending auf den Zuschauer. Hier hätte ein wenig mehr erwartet werden dürfen. Wer Ajin: Demi-Human jedoch physisch erworben hat, freut sich nicht nur über ein zwölfseitiges Booklet, sondern auch darüber, dass er äußerst befriedigt alle Volumes in den Schuber der Erstauflage stecken darf.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ajin: Demi-Human ist eine von Anfang bis Ende stringente und vor allem sehr gut erzählte Anime-Serie. Keine einzige Stelle wirkt in der Handlung deplatziert und es bleibt durchweg spannend. Das liegt vor allem an vielschichtigen Charakteren, die allesamt ihre eigenen Persönlichkeiten haben. Diese haben einen starken Einfluss darauf, wie sich die Story zusammensetzt und bis zum furiosen Finale entwickelt. Es ist beachtlich, wie grandios Animationsstudio Polygon Pictures die Manga-Reihe von Sakurai Gamon als Anime-Serie umgesetzt hat – auch wenn das halbwegs offene Ende nicht jedem Zuschauer schmecken dürfte. Dennoch ist die Serie nicht nur inhaltlich, sondern auch inszenatorisch eine wahre Wucht. Die dreidimensionale Gestaltung ist fantastisch gelungen und sorgt besonders mit ihren tollen Licht- und Schatteneffekten für offene Münder. Lediglich die stotternden Animationen stechen negativ aus dem Gesamtbild heraus. Davon sollte sich aber niemand abhalten lassen, Ajin: Demi-Human anzuschauen, denn das Werk gehört zu den mit Abstand besten Anime-Serien und sollte von jedem Anime-Liebhaber gesehen werden!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Ajin: Demi-Human (Vol. 4)!

 

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