Review: Bleach (Box 7, Episoden 132–151)

Dadurch, dass die sechste Volume der Anime-Serie Bleach endlich den Handlungsstrang des Mangas fortführen, aber noch nicht abschließen konnte, ist es nicht verwunderlich, dass in der siebten Serienbox an die noch offene Storyline mit reichlich Spannung angeknüpft wird.

Zu Beginn des fortgeführten Handlungsstrangs fühlen sich die Episoden von Bleach noch ein wenig inhaltslos und vage an, was jedoch nicht etwa an einer mangelhaften Erzählweise liegt, sondern storytechnisch bedingt ist. Bösewicht Aizen Sōsuke hat ein Artefakt gestohlen, dass die Grenze zwischen den Hollow und den Shinigami verschwinden lässt. Er ist nach Hueco Mundo, einer Welt zwischen der Soul Society und dem Diesseits, geflohen. In Hueco Mundo plant er seine nächsten Schachzüge, die damit zusammenhänge, dass er den König in der Soul Society ermorden will. Sollte ihm das gelingen, würde die Soul Society sowie das japanische Karakura im Diesseits ausgelöscht werden. Das dürfen Kurosaki Ichigo und seine Mitstreiter Kuchiki Rukia, Ishida Uryū, Inoue Orihime und Sado Yasutora natürlich nicht zulassen. Mit einer Armee aus Arrancar – dem Gegenstück der Vizards – scheint Sōsuke auf der sicheren Seite zu sein, auch wenn der erste Angriff in der sechsten Volume fehlschlug. Ichigo und Co sind schwer verwundet, doch lassen sie sich von ihrem Rückschlag nicht entmutigen und beginnen mit einem Spezialtraining. Sie haben nur noch vier kurze Monate Zeit, denn bereits im Winter werden die Arrancar das nächste Mal angreifen – und dann auch mit voller Kraft. So und nicht anders lässt Bleach den Zuschauer mit den mutigen Charakteren mitfiebern.

Zeit verrinnt, der Winter naht

Mit dem Spezialtraining gelingt es Bleach in den vorliegenden Episoden auch, die Charakterkonstellationen auszubauen und diverse zwischenmenschliche Beziehungen zu vertiefen. Beispielsweise sucht Ichigo bei den ominösen Vizards Hilfe zu finden, um die in ihm schlummernden Hollow-Kräfte für mehr als nur ein paar Sekunden zu aktivieren. Orihime wird hingegen von Rukia unter die Arme gegriffen. Yasutora wiederum wird gemeinsam mit Abarai Renji von Urahara Kisuke trainiert. Im Gegensatz dazu ist Uryū nach dem tragischen Verlust seiner magischen Kräfte nach wie vor auf die Gunst seines Vaters angewiesen. Hitsugaya Tōshirō, seines Zeichens Kommandant der zehnten Kompanie, verbleibt samt vollständiger Einsatztruppe in dieser Zeit im Diesseits, um gegen Hollow und Arrancar zu kämpfen, sollten diese die Grenze überwinden. Das ist auch bitter nötig, denn obwohl der Winter noch in weiter Ferne scheint, tauchen die Arrancar bereits früher auf und überraschen damit die Helden. Zu allem Übel wird während des Kampfgeschehens Orihime entführt und nach Hueco Mundo gebracht, wo Sōsuke die Macht ergriffen hat. Die rund zwanzig Episoden der siebten Volume trumpfen mit zahlreichen Überraschungen und weitgehend unerwarteten Wendungen auf, die das Geschehen stets spannend und vor allem inszenatorisch abwechslungsreich halten.

Dynamik, die den Bildschirm sprengt

Genau wie es bei den vorherigen sechs Volumes der Fall war, liegen die Folgen von Bleach in der siebten Serienbox altersbedingt ebenfalls im 4:3-Format vor. Auf Breitbildfernsehern bleiben links und rechts also zwei schwarze Balken, die das Geschehen einrahmen. Dies ist aber höchstens bei den Kämpfen bedauerlich, da ein wenig der Dynamik genommen wird, die sich in den Auseinandersetzungen entwickelt. In den Kämpfen kommen vor allem Fans von Ichigo auf ihre Kosten, der es beispielsweise schafft, seine Hollow-Kräfte für ganze elf Sekunden aufrechtzuerhalten. Ob diese kurze Zeitspanne ausreicht, um einen Gegner außer Gefecht zu setzen, sollte der Zuschauer aber am besten selbst herausfinden. Daneben kann aber auch Kisuke mit seiner Doppelgängerfähigkeit begeistern. Bildtechnisch bleibt in Bleach alles wie bisher, denn sowohl die Spezialeffekte als auch die Animationen ergeben in den aus dem Jahr 2007 stammenden Episoden ein stimmiges Gesamtbild. Zusammen mit der für die Anime-Serie bekannten Melodien im Tonformat Dolby Digital 2.0 ist das Geschehen auch atmosphärisch wieder super. Auch die japanischen und deutschen Synchronsprecher tragen dazu bei. Nach wie vor ist es jedoch schade, dass trotz mehrfacher Kritik an der deutschen Synchronfassung diverse japanische Begriffe immer noch falsch ausgesprochen werden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 132 bis 151 der Serie): Obwohl die siebte Volume von Bleach mit ein paar seichten Folgen beginnt, die hier und da auch als Filler-Episoden abgestempelt werden, fällt das in Anbetracht des gut erzählten Gesamtpakets kaum negativ auf. Das liegt daran, dass sich die Charaktere vier Monate Zeit für ihr Spezialtraining nehmen können, um sich gegen Fiesling Aizen Sōsuke und seine Arrancar vorzubereiten. Dadurch gibt es wohl keinen besseren Platz, um Nebensächlichkeiten abzuarbeiten. Immerhin erfolgt daraufhin ein spannender Handlungsverlauf, der mit unerwarteten Wendungen punktet und überrascht. Hier ins Detail zu gehen, würde die Geschichte spoilern. Es sei nur soviel gesagt, dass vor allem die zwischenmenschlichen Beziehungen der Charaktere davon betroffen sind, die die Story vorantreiben. Bleach hat sich in der siebten Serienbox zu einer Anime-Serie gemausert, bei der die Zeit beim Schauen der Episoden wie im Flug vergeht. Fantastisch!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Bleach (Box 7, Episoden 132–151)!

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