Review: Schwarzesmarken (Vol. 2)

Nachdem im Dezember 2019 die erste Volume von Schwarzesmarken im deutschsprachigen Raum veröffentlicht wurde, folgte das zweite Episodenpaket nur einen Monat später am 16. Januar 2020. Diese führt die Geschichte fort und zu einem halbwegs befriedigendem Ende.

Mit der zweiten Volume der Anime-Serie Schwarzesmarken gelingt es den japanischen Animationsstudios Liden Films und Ixtl, die Science-Fiction-Geschichte zu einem Abschluss zu bringen. Dabei knüpft der Auftakt des zweiten Episodenpakets an die Geschehnisse der ersten Volume an. Seitdem die vermeintliche Überläuferin Katia Waldheim aus dem Westen in die Deutsche Demokratische Republik geflohen ist, hat die Staatssicherheit ein Auge auf die Kompanie um Protagonist Theodor Eberbach geworfen. Als dann wie aus dem Nichts dessen Schwester Liese Hohenstein auftaucht, hält sie jeder für eine Spionin des Überwachungsapparats. Sie stellt immer mehr Fragen und versucht ihren Bruder zur Flucht in den Westen zu überreden, da der Angriff der Außerirdischen unaufhaltsam scheint. Das Szenario der Serie ist nach wie vor unverbraucht und zumindest auf der innen- und außenpolitischen Ebene sehr interessant. Lediglich die außerirdische Lebensform, Beta genannt, wird leider nicht ausreichend genug beleuchtet. Der Grund für den Angriff bleibt weitgehend unklar; es sind Lebewesen ohne Sinn und Verstand. Hier wäre zwar mehr möglich gewesen, doch storytechnisch konzentriert sich Schwarzesmarken ohnehin auf die Beziehungen der Charaktere und die Gesellschaft, in der sie leben. Auch die Kämpfe gegen die Aliens sind nur noch Nebensache.

Qualitativ gleichwertige Fortsetzung

Gestaltungstechnisch und inszenatorisch befindet sich Schwarzesmarken auf demselben Niveau wie die ersten sechs Folgen der zwölfteiligen Anime-Serie. So sind alle Szenen nach wie vor im bildschirmfüllenden 16:9-Format gehalten, wobei die Auflösung von 1080p grundsätzlich gut genutzt wird. Allerdings sind nach wie vor sämtliche Szenen mit einem Schleier von diffusem Licht überzogen, was insbesondere bei einem größeren Abstand zum Bildschirm dem einen oder anderen Zuschauer etwas negativ auffallen dürfte. Das hat zwar den Vorteil, dass Bildinhalte verschleiert werden, was zum politischen und gesellschaftskritischen Grundton von Schwarzesmarken passt, aber leider auch die Bildqualität mindert. Diese kommt somit nur selten über DVD-Qualität hinaus. Dafür fügt sich der Soundtrack von Evan Call und Elements Garden wunderbar ins Geschehen ein, sodass alle Szenen abwechselnd dramatisch oder actionreich auf den Zuschauer wirken. Beide Tonspuren der Serie liegen des Weiteren im Format DTS-HD Master Audio 2.0 vor. Bezüglich der ausgewählten Sprecher lässt sich sagen, dass beide Synchronisationen wirklich gut gelungen sind. Beispielsweise wird Hauptfigur Theodor Eberbach in der japanischen Originalfassung von Suzumura Ken’ichi gesprochen, während dieser Part im Deutschen von Benjamin Krause übernommen wird.

Mangel an digitalem Bonusmaterial

In der zweiten Volume der Anime-Serie Schwarzesmarken sind abermals sechs Episoden enthalten, die jeweils circa 24 Minuten lang sind. Im Gegensatz zur ersten Volume, bei der das digitale Bonusmaterial mit einem Clean Opening und einem Clean Ending sehr, sehr spartanisch ausfiel, hat der hiesige Publisher Kazé Anime bei der Veröffentlichung der zweiten Serienhälfte auf digitales Bonusmaterial gänzlich verzichtet. Das ist sehr schade, da vor allem Einblicke in die Umsetzung von der Light Novel zur Anime-Serie und der mögliche Einfluss des Computerspiels aus dem Jahr 2015 durchaus hätten interessant sein können. Dafür winkt ein weiteres Mal ein laut Herstellerangaben 20-seitiges Booklet in physischer Form als Bonus. Dieses stand für unseren Test allerdings nicht zur Verfügung. Es ist in diesem Falle aber wie immer davon auszugehen, dass das Booklet in der gewohnt hohen Qualität des Publishers produziert wurde. Unterm Strich ist Schwarzesmarken eine Anime-Serie, die zwar nicht unbedingt mit Werken wie Aldnoah.Zero oder Neon Genesis Evangelion mithalten kann, aber mit ihrem unverbrauchten Szenario, sprich der Deutschen Demokratischen Republik des Jahres 1983 als Hintergrund, sehr wohl punkten kann. Für Fans des Mecha-Genres, die auch nichts gegen ein bisschen pseudogeschichtliche Einflüsse haben, dürfen dennoch zuschlagen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Schwarzesmarken hat mit dem ersten der beiden Episodenbündeln eine solide Grundlage geschaffen. So sind Szenario und Setting in der zweiten Volume nach wie vor interessant gestaltet. Vor allem die zwischenmenschlichen Beziehungen, die gesellschaftskritischen Fragen und die innen- und außenpolitische Lage der Deutschen Demokratischen Republik des Jahres 1983 vor einem pseudogeschichtlichen Hintergrund zu erleben, ist nicht nur für Hobby-Historiker ein großer Spaß. Fans von Anime, die sich um Mecha-Action drehen, kommen ebenfalls hier und da auf ihre Kosten. Leider rückt der Kampf gegen die Außerirdischen immer mehr in den Hintergrund, zumal die Serie es auch verpasst, dem Widersacher der Menschheit ein nachvollziehbares Gesicht zu geben. So nutzt Schwarzesmarken leider bei Weitem nicht jede erdenkliche Möglichkeit, weshalb die Serie nicht die Qualität von Aldnoah.Zero und Konsorten erreicht. Trotzdem ist die Serie für Fans des Mecha-Genres mit einem Faible für alternative Geschichte eine kleine Empfehlung.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Schwarzesmarken (Vol. 2)!

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