Review: Evangelion: 3.33 – You can (not) redo.

Evangelion 3.33 - You can (not) redo. (1)Obwohl Evangelion 3.33 – You can (not) redo. bereits im Jahr 2012 im Land der aufgehenden Sonne erschienen ist, hat es bis Ende 2013 gedauert, bis Fans des Franchises hierzulande in den Genuss des Animes gekommen sind.

Evangelion 3.33 - You can (not) redo. (2)Die Handlung macht der Erscheinungsweise der Filme alle Ehre. Während Fans in Japan alle paar Jahre ins Kino pilgern dürfen, um die Fortsetzung erleben zu können, darf die hiesige Fanbase direkt auf die Veröffentlichung auf Blu-ray warten. Inhaltlich macht die Story im dritten Teil ebenfalls einen zeitlich großen Sprung. Es sind nämlich ganze vierzehn Jahre seit dem Second Impact vergangen und nichts ist mehr so, wie es einmal für Shinji Ikari war. In vierzehn Jahren haben sich neue Organisationen gebildet und politische Konstellationen, die für das Zusammenspiel der Charaktere wichtig sind, verändert. Dann gibt es aber Ereignisse, die sich scheinbar nie zu ändern scheinen. Nach wie vor wird die Menschheit von den Engeln attackiert. Man darf jetzt aber nicht an biblische Gestalten denken, die wir aus Erzählungen und Überlieferungen kennen. Engel sind in diesem Falle Kreaturen, gegen welche das Militär in der gesamten Serie unaufhaltsam kämpft. Wer die beiden Vorgänger nicht kennt, der wird sich jedoch nicht nur einmal fragen, was gerade auf dem Bildschirm passiert. Der Anime geizt tatsächlich mit Erklärungen und setzt Kenntnisse der ersten beiden Filme voraus. Trotzdem ist nach den ersten Minuten klar, dass Shinji Ikari einen gewissen Vorfall überlebt hat und jetzt mit den mal mehr, mal weniger schwerwiegenden Konsequenzen rechnen muss.

Einblick in das Seelenleben

Evangelion 3.33 - You can (not) redo. (3)Bei Evangelion 3.33 handelt es sich um einen Anime, der insbesondere mit der Verfassung der Charaktere spielt. Von einer auf die anderen Minute, auch wenn vierzehn Jahre für eine einzige Minute doch wirklich lang sind, dreht sich für Shinji Ikari die Welt auf einmal in die verkehrte Richtung. Die Organisation Nerv, welche ehemals seine Verbündeten waren, sind ihm und Rei Ayanami feindlich eingestellt. In der neugegründeten Organisation Wille wird ihm sogar verboten, eine Evangelion-Einheit zu steuern. In der zweiten Hälfte des Films wird uns mit beeindruckenden Bildern deutlich gemacht, warum dieses Verbot aufrechterhalten werden muss. Da jedoch ganz besonders auf das Seelenleben des Protagonisten eingegangen wird, zieht sich diese Auseinandersetzung mit der Wahrheit über viele qualvolle Minuten und es kommt zum Ende hin selbstverständlich gegen einen Verstoß dieser Regel. So und nicht anders bringt Evangelion 3.33 den vierten und abschließenden Film der Reihe in Stellung, zu dem bis heute auch noch kein Erscheinungsdatum vorliegt. In Deutschland werden wir aber wohl, wie das bei Animes meist der Fall ist, wieder deutlich länger auf den Abschluss der Reihe warten. Wir hoffen jedoch, dass man dann auch aufgeworfene Fragen schlussendlich beantwortet, die im dritten Film aufgeworfen werden. Von denen gibt es nämlich reichlich.

Übergang zum nächsten Film

Evangelion 3.33 - You can (not) redo. (4)Ähnlich wie der Mittelteil der Mardock-Scramble-Trilogie, ist Evangelion 3.33 so aufgebaut, dass er als Übergangsstück fungiert und inhaltlich keine abgeschlossene Handlung bietet. So können Action und Spannung zwar durch den ganzen Film hinweg fortgesetzt werden, aber für jeden Anime-Fan, der einfach nur mal in das Franchise hineinschnuppern möchte, gilt weiterhin, mit dem ersten Teil zu beginnen. Evangelion 3.33 kann inhaltlich also nur dann punkten, sofern man die beiden Vorgänger gesehen hat und man gut und gerne bereit ist, mit einer inhaltlichen Handlungslücke von vierzehn Jahren zu leben – die Ereignisse dieser Zeit werden im Film nämlich nur kurz und knapp angesprochen. Kurz und knapp fällt zudem das Bonusmaterial aus. Auf 26 Minuten verteilt sind viele Trailer, Teaser und TV-Spots. Aus der Menge heraus sticht nur das Special Feature Rebuild of Evangelion 3.33, welches wunderbar zeigt, wie man mit Rotoskopie Realaufnahmen mit der Kunst des Zeichentricks überzeichnet. Optisch macht Evangelion 3.33 einen ordentlichen Eindruck. Die gelegentliche Einbindung von dreidimensionalen Objekten ist das einzige, was uns dabei negativ auffällt. Ebenfalls eher schwach ist die deutsche Synchronisation – hier empfehlen wir klar die japanische Tonspur (inklusive abschaltbaren Untertiteln!). Kenner der Vorgänger greifen aber so oder so zu!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Vor Jahren habe ich Evangelion: 1.11 – You are (not) alone. und Evangelion: 2.22 – You can (not) advance. gesehen, doch nach dieser Zeitspanne geht es mir wohl ähnlich wie dem Protagonisten Shinji Ikari. An kaum etwas kann ich mich noch erinnern und das wenige, an das ich mich besinne, reicht leider nicht aus, um die Handlung ohne direkte Vorkenntnisse zu verstehen. Man kann dem Film deswegen aber keinen Vorwurf machen, da er klar als Mittelstück einer ganzen Reihe fungiert und genauso vom Publisher suggeriert wird. Ich finde es jedoch schade, dass man sich nicht die Mühe gegeben hat, um eine wirklich kurze Zusammenfassung anzubieten. Bei einem Film von gerade einmal 95 Minuten hätten zwei zusätzliche Minuten sicherlich nicht geschadet – meinetwegen auch als Bonusmaterial, das in meinen Augen sehr spärlich bestückt ist. Keine Interviews, kein Audiokommentar und keine zusätzlichen Informationen, die das Verständnis des Films gestärkt hätten. Immerhin liegt der Blu-ray-Fassung ein Booklet bei, welches mit ein paar Hinweisen zur Entstehung des Films beziehungsweise der Filmreihe bestückt ist. Ich hoffe jedoch für den vierten Film sehr, dass der mit den ganzen Fragen, die im dritten Teil aufgeworfen werden, abrechnet. Bis dahin werde ich mir auch sicherlich die ersten beiden Filme und ein weiteres Mal den dritten Teil angeschaut haben und die Zusammenhänge hoffentlich durchgehend verstehen. Unterm Stich gilt jedoch, dass jeder, der schon von den ersten beiden Teilen begeistert war, sicherlich auch den dritten Teil mögen wird!

Vielen Dank an Universum Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

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