Review: Mario Party: Island Tour

CTR_MP-IslandTour_TS_GER_131119-1.inddSeit Nintendo-64-Zeiten erfreut sich die Mario-Party-Reihe einer großen Fanbase, die jeden Teil mal mehr, mal weniger gerne verschlingt, jedoch auf jeder Party ausprobiert. Mario Party: Island Tour verlegt das Mehrspieler-Erlebnis jedoch einmal mehr in die Hosentasche.

Mario Party - Island Tour (2)Nachdem die beiden Ausflüge auf den GameBoy Advance, als auch die spätere Nintendo-DS-Episode nur noch sehr wenigen Spielern im Gedächtnis geblieben sind, ist bereits im Vorfeld Skepsis angebracht. Jedoch steht auch nicht mehr das geschlossene Entwicklerstudio Hudson Soft, sondern die klugen Köpfe von Nd Cube hinter dem Projekt. Die haben bereits mit Mario Party 9 gezeigt, dass Veränderungen innerhalb der Serie durchaus Sinn ergeben. Für den nun mehr dreizehnten Ableger der Serie hat man sich jedoch zu sehr auf den Lorbeeren ausgeruht. In unseren Augen präsentieren uns die Entwickler ein zu entschlacktes Gameplay, wobei am grundlegenden Konzept sich wieder einmal nichts geändert hat. Der Einstieg in Mario Party: Island Tour funktioniert dafür jedoch deutlich besser, als bei den vorherigen Serienteilen. Aus dem Hauptmenü wählen wir den Party-Modus und anschließend eines der Spielbretter aus. Auf jedem Spielbrett herrschen des Weiteren verschiedene Regeln. Im Item-Imprerium rasen wir erst durch eine Stadt, dann über saftig grüne Wiesen. Zwischendurch sammeln wir Items ein, welche unser Vorkommen beschleunigen. Wer zuerst am Schloss angelangt ist und die Lebensenergie des Bossgegners mit ein bis zwei Würfen senkt, gewinnt die Partie. Im Revier des Riesen-Kugelwillis müssen wir uns stattdessen davor hüten, den Riesen zu wecken.

Verschiedene Regeln

Mario Party - Island Tour (3)Bei der Sternensafari sammeln wir zwischendurch eine bestimmte Anzahl an Sternen ein und wer am Zielpunkt die meisten Sterne kassiert hat, gewinnt auch diese Partie. Die Raketen-Rallye hingegen ist so aufgebaut, dass wir Booster sammeln können, um so unsere Würfe mit dem entsprechenden Booster-Wert zu multiplizieren und so mehr Felder vorrücken zu dürfen. In Kameks Budenzauber lassen wir Würfel einfach mal Kuben sein. Stattdessen erhalten wir drei Spielkarten, die uns eine bestimmte Anzahl an Feldern vor und beziehungsweise oder die Gegner zurückrudern lässt. Wer Bowsers verrückten Feuerberg betritt, muss stattdessen so wenige Felder wie möglich vorrücken, denn wer zuerst am Ziel des Spielbretts ankommt, hat den schwarzen Peter gezogen und verliert. Ein weiteres Spielbrett ist allerdings nur für den Mehrspielermodus gedacht, bei dem drei bis vier menschliche Spieler aufpassen müssen, nicht die Bowser-Karte zu ziehen. Ansonsten bleibt so ziemlich alles beim Altbekannten. So gilt es zu Beginn einer Partie die Startreihenfolge mittels Würfelwurf festzulegen. Minispiele dienen dazu, um uns an Items oder Sternen zu bereichern oder uns, wie beim Item-Imperium, einen zusätzlichen Würfel beim Vorziehen auf dem Spielbrett zu spendieren. Das ist nett, doch können wir daraus keinen Vorteil ziehen, da wieder mal mehr Glück als Können zählt.

Abwechslungsreiche Minispiele

Mario Party - Island Tour (4)Das gilt zum Glück nicht für die Minispiele an sich, denn hier müssen wir schon selbst unser Können unter Beweis stellen. Wir paddeln mit einem Schlauchboot und dazu gleichmäßigen Touchpen-Bewegungen einen Fluss entlang und können dank des im Nintendo 3DS verbauten Gyrosensors den Handheld so bewegen, um herumflitzende Fuzzys an Stangen abzuschießen oder einfach nur bestimmte Personen beziehungsweise Gegner des Super-Mario-Universums zu fotografieren – Game & Wario lässt grüßen. Die Entwickler haben sich Mühe gegeben, um die Funktionen des Nintendo 3DS auszureizen. Trotzdem hat man auch an klassisches Gameplay gedacht, welches die Reihe seit jeher auszeichnet. Da rennen wir auf einem Treibsandpodest herum und müssen aufpassen, dass uns die Pokeys nicht mit ihren Stacheln pieksen. In einem anderen Minispiel weichen wir Geistern aus, in dem wir uns mit dem Circle Pad bewegen und lösen mittels doppelter Betätigung des A-Knopfs die Stampfattacke aus, um kleine Mäuse unter unserem Gewicht zum Kollabieren zu bringen. Die Minispiele sind abwechslungsreich, doch können sie nicht ansatzweise die Begeisterung der Heimkonsolenvorgänger auslösen. In einigen Minispielen haben wir nämlich das Gefühl, dass sie einfach leicht veränderte Kopien der anderen enthaltenen Minispielen sind und es teilweise an ausreichend Action mangelt.

Potential für kurzlebige Partys

Mario Party - Island Tour (5)Wer einen Favoriten unter den insgesamt achtzig enthaltenen Minispielen entdeckt, kann ihn im Minispielmodus und in verschiedenen Kombinationen mit anderen Minispielen separat angehen. Wer neunzig Minuten Zeit hat, darf sich auch in Bowsers Turmturnier versuchen und dreißig Etagen voller Minispiele und einem (nervigen) Story-Modus erleben. Bei so gut wie allen Spielmodi hagelt es nach Beendigung Mario-Party-Punkte, mit welchen wir unsere (bedeutungslose) Luftblasensammlung erweitern können. Diese Punkte erhalten wir auch, indem wir StreetPass aktivieren und mit Glück auf Leute treffen, die Mario Party: Island Tour spielen und wir sie in einem StreetPass-Minispiel anschließend schlagen. Obwohl der Titel mit netten Melodien und passablen Grafiken aufwartet, richtet sich die Reihe seit Beginn an eher nicht an Einzelspielerveteranen. Mehrspielerfreunde hingegen freuen sich darüber, dass sich nicht jeder Spieler den Titel zulegen muss. Mittels Download-Spiel läuft Mario Party: Island Tour im Mehrspielermodus dann auch ohne eine eigene Cartridge. Dort kann der Titel endlich sein volles Potential entfalten. Unterm Strich ist der Titel also kein mieses Spiel, doch selbst wenn man genügend Mitspieler findet, sollte man eher zu früheren Teilen greifen, da diese weniger generisch und deutlich runder wirken, als der neue Handheld-Ausflug!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Mario Party: Island Tour richtet sich eindeutig an jene Spieler, die regelmäßig mit anderen 3DS-Besitzern in Kontakt kommen und ebenso gerne Mehrspielertitel zocken. Für diese Spieler ist der neueste Serienteil sicherlich eine Bereicherung in ihrem Repertoire, doch wer sich nur selten mit anderen 3DS-Spielern austauscht, kann sich Mario Party: Island Tour eigentlich schenken. Der Grund ist einmal mehr ganz einfach und für Nintendo schon seit Jahren typisch – mal wieder hat das japanische Traditionsunternehmen keinen Online-Modus in Auftrag gegeben! Das ist vor allem deshalb so ärgerlich, da die Spielbretter in der Regel allesamt recht kurz ausfallen und man selten länger als eine halbe Stunde an einzelnen Partien festsitzt. Für Solisten ist der Titel schnell durchgezockt und bietet meiner Meinung zu wenig Umfang, um wirklich lange zu unterhalten. Trotzdem macht der neue Teil wieder sehr viel richtig, denn die Regeln der Spielbretter und der Minispiele sind abwechslungsreich und nutzen grundlegend sogar die Möglichkeiten von Nintendos Handheld sehr gut aus. Mario Party: Island Tour mangelt es am Ende an Feintuning, doch darüber sehe ich gerne hinweg, denn für ein paar spaßige Partien mit Kommilitonen in der Mittagspause reicht der Titel aus!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Mario Party: Island Tour!

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