Review: Yamada-kun & the 7 Witches (Gesamtausgabe)

Im Jahr 2015 adaptierte das japanische Animationsstudio Liden Films die von 2012 bis 2017 produzierte Manga-Reihe Yamada-kun & the 7 Witches. Die Anime-Serie stützt sich wie die Vorlage auf komödiantische Einlagen und verbindet dies mit einem seichten Romantikanteil.

Yamada-kun & the 7 Witches spielt an der fiktiven japanischen Suzaku-Oberschule. Im Fokus der Erzählung stehen auf der einen Seite der titelgebende Yamada Ryū und auf der anderen Seite Shiraishi Urara. Beide Figuren könnten nicht unterschiedlicher sein, denn während Ryū als Schlägertyp charakterisiert wird, der stets zu spät zum Unterricht erscheint, in diesem munter weiter schläft und sich abseits des Klassentrubels mit anderen Schülern prügelt, ist Urara eine Streberin, die allerdings von ihren Mitschülerinnen drangsaliert und gemobbt wird. Eines Tages begegnen sich die beiden ungleichen Charaktere auf einer Treppe in der Schule, fallen diese gemeinsam herab und küssen sich währenddessen unabsichtlich. Als sie in den Krankenzimmern wieder zu sich kommen, bemerken sie, dass sie die Rollen getauscht haben und jetzt jeweils im Körper des Anderen stecken. Nachdem sie den Tag hinter sich gebracht haben, an dem sich die Lehrer über Ryūs entfachten Ehrgeiz wundern und Urara auf einmal äußerst ruppig in ihrem Verhalten auffällt, gelingt es ihnen mit einem weiteren Kuss wieder in ihre gewohnte Haut zu schlüpfen. Dabei bleibt es allerdings nicht, denn kurz darauf führen sie den Körpertausch erneut durch, um verschiedene Angelegenheiten zu regeln. Ryū muss zum Beispiel die Nachprüfung bestehen, weshalb ihm Uraras Fähigkeiten wie gelegen kommen.

Face/Off: Im Körper des Feindes

Schon in der ersten Episode von Yamada-kun & the 7 Witches wird das Konzept auf die Spitze getrieben. Ihr Mitschüler Miyamura Toranosuke kommt ihnen auf die Schliche. Im Austausch für ihren Beitritt zur phänomenalen Vereinigung verspricht er den beiden, Stillschweigen zu bewahren und ihnen Räumlichkeiten zum Körpertausch bereitzustellen. Für Toranosuke hat das den Vorteil, dass sein vor dem Aus stehende Klub nicht geschlossen wird. Damit ist die Grundlage der Anime-Serie geschaffen, doch wer Werke dieser Machart kennt, dürfte wohl sehr gut wissen, dass spätestens ab der zweiten Episode das Chaos vorprogrammiert ist. Dies trifft auch auf Yamada-kun & the 7 Witches zu: Kaum haben sich Ryū und Urara der phänomenalen Vereinigung angeschlossen, möchte auch die quirlige Itō Miyabi bei ihnen mitmischen. Anfänglich erschwert sie ihnen das Leben, da sie Ryū ständig zu verschiedenen Botengängen verdonnert. Als sie dann aber erfährt, dass sich der Klub vermutlich gar nicht um übernatürliche Phänomene dreht, verbreitet sie prompt das Gerücht, dass Ryū und Urara ein Paar seien. Um die weitere Ausbreitung des Gerüchts zu verhindern, führt er nun auch mit Miyabi den Körpertausch durch. So und nicht anders wird das illustre Körpertauschen immer weiter ausgebaut, was zu zahlreichen Verstrickungen und auch ein paar Verwirrungen führt.

Turbulente Story mit sympathischen Charakteren

Derlei Momente werden mit Humor angereichert, bei denen kein Auge trocken bleibt. Hinzu kommt ein leichter Erotikanteil, bei dem aber nur die Frauen, nicht jedoch die Männer sexualisiert werden. Wenn Ryū den weiblichen Körper aus einer neuen Perspektive erlebt, ist das zwar witzig inszeniert, doch dieselbe Option wurden den weiblichen Figuren nicht gewährt. Da der Titel insgesamt sieben Hexen suggeriert, sei an dieser Stelle gesagt, dass diese im Verlauf der Handlung ebenso auftreten. Damit gemeint ist beispielsweise Odagiri Nene, denn wer sie küsst, verfällt ihr sofort. Da sich dies mit Ryūs Fähigkeit beißt, darf sich der Zuschauer auf eine turbulente und über zwölf jeweils 24-minütige Folgen erzählte Story freuen. Auf der optischen Seite besticht Yamada-kun & the 7 Witches mit einem klaren Bild, hübsch gezeichneten Figuren, schönen Lichteffekten und tollen Hintergründen im bildschirmfüllenden 16:9-Format. Im Tonformat DTS-HD 2.0 ertönen sowohl die Melodien von Komponist Yokoyama Masaru als auch die deutschen und japanischen Sprecher. Beide Synchronisationen sind im Übrigen sehr gelungen und je nach persönlicher Präferenz empfehlenswert. Wer sich ein wenig mehr mit den Charakteren auseinandersetzen will, findet zu diesen im beiliegenden Booklet weitere Informationen und einen Episodenguide zu Yamada-kun & the 7 Witches, der die Gesamtausgabe der Serie auf gelungene Art und Weise abschließt. Schade ist nur, dass die Serie so kurz ist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Im Comedy- und Romantikgenre gibt es leider öfters Serien, in denen der Humor nicht wirklich zünden kann. Ein genauso häufiges Problem ist die viel zu sehr überzeichnete Sexualisierung von Frauen. Ein Glück, dass die tolle Anime-Serie Yamada-kun & the 7 Witches von Animationsstudio Liden Films mit diesen Problemen kaum bis gar nicht zu kämpfen hat. So erzählt die Serie von Beginn an eine recht turbulente Geschichte mit zahlreichen ulkigen Situationen, die den Zuschauer antreiben, eine Episode nach der anderen zu schauen. Nicht ganz unschuldig daran dürften auch die sehr sympathischen Charaktere sein, die jede einzelne Szene zu einem wahren Genuss machen. Auch inszenatorisch befindet sich die Anime-Serie auf einem sehr hohen Niveau, sodass alle Figuren, Hintergründe und auch Animationen zusammen mit dem Wohlfühl-Soundtrack von Yokoyama Masaru ein hervorragendes Gesamterlebnis bieten. Leider ist der Spuk voller Humor und Leidenschaft nur zwölf Episoden lang. Dennoch ist Yamada-kun & the 7 Witches jedem Genre-Fan äußerst zu empfehlen, denn ähnlich hochwertige Produktionen sind selten.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Yamada-kun & the 7 Witches (Gesamtausgabe)!

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