Review: The Ancient Magus Bride (Vol. 4)

Im März 2020 veröffentlichte Kazé Anime die vierte und letzte Volume der Anime-Serie The Ancient Magus Bride im deutschsprachigen Raum. Mit der ruhigen Erzählweise führt das Wit Studio die Geschichte der Serie aus dem Jahr 2017 zu einem recht befriedigenden Ende.

Seit 18 Episoden lebt die fünfzehnjährige Hatori Chise nun bei ihrem Lehrer Elias Ainsworth in der ländlichen Idylle Englands. Obwohl er sie auf einer Versteigerung erworben hat, ist sie für ihn weder Dienerin noch Sklavin, sondern lediglich seine Schülerin und am liebsten auch seine zukünftige Ehefrau. Allerdings hüllte sich The Ancient Magus Bride diesbezüglich seit dem Serienauftakt in Schweigen. Stattdessen konzentrierte sich die Anime-Serie viel mehr auf die Charakterisierung der verschiedenen Persönlichkeiten, ihre Beziehungen zueinander und verpackte dies in vielen kleinen Geschichten. An diesem Konzept ändert sich auch in der vierten Ausgabe nichts. Diese beginnt damit, dass sich im Haus von Elias eine ganze Gruppe von Magiern und Zauberern einfindet. Unter anderem sind Torrey Innis, Adolf Stroud, Mikhail Renfred und Alice Swayne mit von der Partie, die sich Sorgen um entführte Drachen machen. Chise möchte ihren Freunden und Bekannten selbstverständlich helfen, da sie in Island vor allem mit den Drachenkindern Freundschaft geschlossen hat. Elias ist anfänglich jedoch noch stark dagegen, gibt Chise aber relativ schnell nach. Es ist wirklich erfrischend, dass die Serie kein großes Drama mit vermeidbaren Streitigkeiten aus solchen Meinungsverschiedenheiten macht, diese schnell aus der Welt schafft und die Handlung so ruhig und besonnen fortführt.

Besonnen gelöste Streitigkeiten

Interessant ist, dass The Ancient Magus Bride den Bogen zum Auftakt der Anime-Serie mit einer Versteigerung schlägt. Hier soll ein Drachenkind an den Höchstbietenden verhökert werden. Da sich Chise zu Beginn der Handlung freiwillig zur Versteigerung angeboten hat, kann sie zweieinhalb Millionen Pfund aufbringen, während sie zusätzlich vom College mit weiteren anderthalb Millionen unterstützt wird. Allerdings entwickelt sich die Versteigerung nicht wie gedacht, da sich der Drache aus seinem Käfig befreit und das Auktionshaus in Brand steckt. Kombiniert wird das Spektakel mit der Bedeutung des Menschseins, da Chise einen Teil ihres Körpers aufgeben muss. Sie wird vor die Wahl gestellt, in ihrer verbliebenen Form weiterzuleben oder ihren menschlichen Körper aufzugeben. Interessant, in Hinblick auf die ruhige Erzählweise von The Ancient Magus Bride aber nicht sonderlich überraschend, ist in diesem Zusammenhang auch das Verhalten von Elias, der sich – wenn er wütend ist – in sein Schneckenhaus zurückzieht. Selbstverständlich kommt es auch zur Aussprache des Paares, was weitgehend mit wohl überlegten Worten stattfindet. Elias wird an verschiedenen Stellen auch schlicht als eine Vaterfigur für Chise charakterisiert, bevormundet sie bei der einen oder anderen Entscheidung, was ihn allerdings zu äußerst ungeheuerlichen Untaten treibt.

Melancholisch und beklemmend bis zum Schluss

Kaum eine andere Anime-Serie schafft es tatsächlich, sich von der ersten bis zur allerletzten Minute so dermaßen treu zu bleiben. Schade ist lediglich, dass das Ende wohl nicht dem des Anfang 2020 noch nicht abgeschlossenen Mangas entspricht. Es stellt aber, abgesehen und unabhängig von den drei Original Video Animations der folgenden fünften Volume, einen angenehmen, aber vielleicht nicht endgültigen Abschluss der Anime-Serie dar. Der Zuschauer darf also hoffen, dass eines Tages noch eine zweite Staffel folgt, die die Geschichte zu ihrem wahren Ende führen kann. Abgesehen von diesem Makel überzeugen jedoch auch die sechs Folgen des vierten Episodenbündels ein weiteres Mal in technischer Hinsicht. So sind alle Charaktere detailliert gestaltet und passen hervorragend zu den hübschen Kulissen, die je nach Handlungsort in herbstliche und winterliche Farben gehüllt sind. Die Farbgebung, die nach wie vor mit Kontrasten spielt, wird durchgehend von einer melancholischen und in den letzten drei Episoden sogar von regelrecht beklemmender Musik von Matsumoto Jun’ichi begleitet. Auch den deutschen und japanischen Synchronsprechern gelingt der Spagat, stets die richtigen Betonungen zu finden. Nur in puncto Bonusmaterial sieht es erneut düster aus, denn dieses fehlt abermals, hätte The Ancient Magus Bride im Serienfinale aber sehr gut getan.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): The Ancient Magus Bride ist eine Serie, die sich von Anfang bis Ende in ihrer Umsetzung treu bleibt. So sind die Charaktere nicht nur in ihrem Auftreten, sondern auch in ihrer Persönlichkeit äußerst detailliert gestaltet. Sie sind einzigartige Individuen, die die sehr tiefgründige und nicht mit erwachsenen Themen geizende Handlung vorantreiben. Auch wenn die Anime-Serie in den letzten Zügen beängstigend mit der Psyche der Figuren spielt und sogar Action-Elemente stärker vertreten sind, ist das im Grunde der Konflikt, auf die die Geschichte hingearbeitet hat. Auf ruhige und besonnene Art wird die Story zu einem Abschluss gebracht, bei dem höchstens zu bemängeln ist, dass er wohl nicht das Ende der Geschichte ist, wie es sich die Autorin der Manga-Vorlage Yamazaki Kore erdacht hat. Trotzdem ist es zumindest zufriedenstellend, wobei zu hoffen ist, dass eines Tages eine zweite Staffel oder zumindest mehrere Filme zur Serie folgen werden.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Ancient Magus Bride (Vol. 4)!

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